Wellendichtring steht im Kurbelgehäuse

  • Hallo Freunde,


    ich regeneriere einen M53/2 der Halbautomatik-Schwalbe. Ich habe die Kurbelwelle exakt ausgeglichen und sie ist nach dem Zusammenbau gut zentriert. Jetzt habe ich festgestellt, daß der Wellendichtring auf der rechten Seite (Zündungsseite) nach dem Einbau des rechten Lagers ein paar Milimeter in das Kurbelgehäuse gedrückt wurde, also nicht mehr bündig sitzt. Es besteht aber noch ein Abstand zwischen der Kurbelwelle und dem Wellendichtring.

    Das gefällt mir so nicht und ist sicher auch nicht korrekt.

    Ich habe noch einmal "trocken" gemessen. Wenn das Lager korrekt auf der KW sitzt, schiebt es automatisch den Wellendichtring ca. 2 mm in das Kurbelgehäuse.

    Was habe ich falsch gemacht? Was muß ich ändern? Kann man den Wellendichtring eventuell um 2 mm abschleifen?


    Gruß Simi1978

  • Ausschlaggebend ist wohl, das der M53/2 zwei hintere Befestigungspunkte am Motorgehäuse hat. Der kam auch erst 1974 mit dem S50 auf den Markt.

    Der 11/AR, als Halbautomatik-Abwandlung des M53/1, ist seit 68 in der KR51/1S und seit 72 im Duo. Aber ansonsten ja. ;)

  • Richtig, das Gehäuse des Halbautomaten ist genau das gleiche wie beim "normalen" Fußschalter, ebenso die Innereien. Die Kupplungswelle ist anders, Kupplungsdeckel und alles darin auch.


    Dementsprechend gibt es hier auch alle drei Gehäusegenerationen - ganz alt mit Gummiaufhängung hinten, neu mit zwei festen Augen (nur die obere wird benutzt), und die allerletzte, bei der vor dem linken KW-Lager kein Federring mehr ist. Die werden aber auch alle gleich behandelt, was den Zusammenbau angeht, nur dass man bei der letzten Fassung an die linken Ausgleichsscheiben nicht mehr drankommt, wenn das Lager schon drin ist.


    Am Halbautomaten wirklich anders zu machen ist der Spielausgleich der Kurbelwelle. Den muss man hier innen machen, beim kleinen Lager rechts.

  • Ich habe jetzt folgende Lösung angedacht: Ich habe mir die alten Lager genommen und außen und innen mit Dremel und Schleifbock so abgeschliffen, daß sie bequem über die Wellen und in das Gehäuse passen. Jetzt werde ich den Motor "kalt" zusammenbauen und kann genau prüfen, wo das Problem liegt. So kann ich bequem den Ausgleich berechnen und dann heiß zusammenbauen.

    Ich hoffe, daß es so klappt und werde berichten.

  • Also noch einmal zum Problem:

    Obwohl der Motor nur ca. 6 Tkm gelaufen ist, waren die Wellendichtringe undicht. Deshalb mußte ich die Wellendichtringe wechseln, natürlich auch gleich die Lager. Nach dem Spalten des Motors hatte ich festgestellt, daß die Wellendichtringe zum Kurbelgehäuse hin an der Oberfläche "ausgeblichen" waren und man mit dem Fingernagel die Oberfläche zerdrücken konnte. Der rechte Simmerring stand ein paar mm in das Kurbelgehäuse, was ich allerdings auf den Spaltvorgang zurückgeführt habe.

    Der Motor war noch jungfräulich und noch nie geöffnet. Was war festzustellen: die Automatikupplung war nur unten am Lager ausgeglichen, nicht oben. Die Kupplungsscheiben waren schon sehr glasig. Die Kupplungswelle war, wie andere schon festgestellt haben, am kleinen Lager 6000 nicht ausgeglichen. Die meisten Simsonfreunde würden den Motor einfach wieder so zusammenbauen.


    Ich hatte nach der m.E. aufwendigen Meßmethode die Kurbelwelle links mit einer 0,5 mm Ausgleichsscheibe gut zentriert und dann den Motor zusammengebaut. Dann mußte ich feststellen, daß der rechte Simmering bei der Montage des rechten Lagers ein paar mm in das Kurbelgehäuse gedrückt wurde. Offensichtlich bestand das Problem schon im Original.


    Nun habe ich den Motor nochmals geöffnet und mir aus den alten Lagern, wie oben beschrieben, ein paar Dummys gebaut.


    Links habe ich jetzt eine 0,8 mm Ausgleichsscheibe eingelegt und den Wellendichtring ein klein wenig abgeschliffen ohne die Dichtlippen zu beschädigen. Jetzt ist alles bündig. Allerdings ist jetzt der Abstand der Kurbelwelle links etwas größer als rechts. Das dürfte aber m.E. kein Problem sein.

    Die Mitteldichtung ist 0,5 mm und wurde beim Test mit eingebaut.


    Ausgleich der Kupplungswelle im Automaten:

    Auch hier gibt es eine Meßmethode, die m.E. auch sehr kompliziert ist und im 1/10tel sehr ungenau wird. Da die Welle bereits links vom ersten Zusammenbau montiert war, habe ich das Dummy des 6000er Lagers auf die Kupplungswelle aufgesetzt und im Gehäuse einen 1 mm Draht aus Lötzinn platziert. Danach das Gehäuse zusammengebaut und mit leichten Schonhammerschlägen versehen. Nach dem Öffnen war der Lötdraht auf 0,9 mm (Quetschmaß) gestaucht. Die Ausgleichsscheibe 19 x 26 müßte unter Berücksichtigung des Spiels jetzt 0,6 mm betragen. Scheibe habe ich bestellt.


    Was sagt Ihr dazu?

  • Hallo Kai71,


    ja genau diese Meßmethode von Dir habe ich gesehen und probiert. Ist völlig ok, m.E. aber praktsich nicht so einfach. Es gibt zu viele Meßfehler im 1/10-Bereich. Ich habe nur eine Schiebelehre mit Tiefenmaß.


    Ich habe das 6000er Lager (Dummy) auf die Welle aufgesetzt und rechts im Gehäuse, dort wo das Lager hingehört, den Lötdraht als Ring eingelegt, sozusagen auf den Außenring des Lagers.


    Die Dummys habe ich vorher geprüft, Sie haben tatsächlich genau die gleiche Höhe, wie die neuen Lager, wurden also schon früher sehr genau gearbeitet.

  • Naja, mehr als einen ordentlichen Meßschieber und ein Haarlineal als Auflage-Schiene braucht es nicht. Die Höhe der (Hilfs-)Schiene muss natürlich wieder abgezogen werden...

    Und natürlich muss man die Lagersitze an mehreren Punkten messen und die Werte mitteln.


    Als Ring hinterm 6000er könnte das Quetschmaß tatsächlich was aussagen.

    Auf ein Spiel von 0,2 kommst du aber bei deiner Rechnung nicht...

  • Beim Messen hatte ich eine Klinge vom Cuttermesser genommen und über das Gehäuse gelegt. Die ist genau 0,5 mm. Das funktioniert, aber an verschiedenen Stellen hatte ich verschiedene Maße. das hat mich vwerunsichert. Durch Deine Skizze habe ich die Sache aber erst einmal richtig verstanden. Insoweit vielen Dank.


    Mit dem Quetschmaß dürfte es einfacher werden. Ich habe ein Spiel 0,3 mm angenommen. Habe aber verschiedene Scheiben bestellt. So kann ich es mit den unterschiedlichen Scheiben nochmal probieren, bevor ich den Motor fest mache. Wie dargestellt, wurde vom Hersteller aus überhaupt kein Ausgleich vorgenommen.

  • Es ist wahrscheinlich nicht jedermanns Sache, die alten Lager außen abzuschleifen um deine Quetschmaßmethode durchzuführen, aber ja, sollte so funktionieren.


    Wenn du die "Messerklinge" als Hilfsschiene beim Messen flach auf dem Gehäuse liegen hattest, musst du dich nicht über seltsam große Unterschiede wundern. Die Klinge biegt sich, wenn auch nur minimal, aber doch messbar. Schnell ist da ein 0,5mm Meßfehler eingebaut.

    Ich hatte mein Haarlineal z.B. hochkant ...

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