Einschätzung zu Kerben an Kolben und Pleuelspiel gesucht

  • Hallo zusammen,


    bei meiner Simson KR51/1 mit M53 Motor ist mit aufgefallen, dass besonders im oberen Drehzahlbereich metallische Geräusche vom Motor zu hören sind.


    Ich habe aus Verdacht heute mal den Zylinder demontiert um diesen und den Kolben auf Riefen oder andere Dinge zu überprüfen. Die Zylinderlaufflächen sehen soweit in Ordnung aus jedoch sind am Kolbenhemd unterhalb der Befestigungspunkte am Pleuel auf beiden Seiten kleine Kerben zu sehen. Ein Foto ist im Anhang.


    Als Ursache hierfür vermute ich ein Spiel zwischen Kolben und oberem Pleuellager. Der Kolben lässt sich radial und axial nur minimal verschieben, was also noch im Rahmen sein sollte, jedoch kann dieser sehr stark in Richtung der Pleuelstange gekippt werden. Gibt es hierfür Maße oder grobe Richtlinien wie groß so ein Spiel noch sein darf?


    Außerdem habe ich festgestellt, dass sich das gesamte Pleuel auf dem Hubzapfen bestimmt 1cm horizontal verschieben lässt. Auch hier konnte ich kein radiales Spiel feststellen, das Pleuel an sich wackelt nicht auf dem Hubzapfen.


    Das Problem bei der alten Kurbelwelle ist nun ja, dass im Kolben eine Bronzebuchse verbaut ist und noch kein Nadellager, welche sich ohne Spezielwerkzeug nicht so ohne weiteres tauschen lässt. Meint ihr das sind Anzeichen um sich einen neue Kurbelwelle (dann die neuere mit Nadellager) anzuschaffen, oder können die Anzeichen vom Kolben andere Ursachen haben.


    Freue mich über euren Rat.


    Viele Grüße

    Gerrit

  • Moin Gerrit,

    ich fange mal vorne an.


    Die Spuren seitlich am Kolben halte ich für Abdrücke einer Zange.

    Ein zerbröselter Kolbenbolzenclip würde ein anderes Schadbild hinterlassen.


    Das der Kolben in Fahrtrichtung nach vorn und hinten auf dem Pleuel frei beweglich ist

    ("kann stark gekippt werden"), ist beabsichtigt. Die Pleuelstange wird ja durch die KW im Kurbelgehäuse ca.40mm vor und zurück bewegt, während der Kolben im Zylinder nur starr rauf und runter kann. Im Grunde pendelt die Pleuelstange dann im Kolben wie der Klöppel in der Glocke...


    Das sich die Pleuelstange auf dem Hubzapfen der KW seitlich verschieben lässt, ist nicht schlimm. Die Pleuelstange ist bei diesem Motor Kolbengeführt.

    Wenn der Kolben mit Kolbenbolzen kein Radialspiel und kaum Axialspiel

    im oberen Pleuelauge hat, passt das.

  • Vielen Dank schonmal für die schnelle Antwort.


    Dass das mit dem Verschieben des Pleuels normal ist beruhigt mich schonmal.


    Ich glaube aber ich habe die Situationen mit dem Kolben vielleicht ein wenig missverständlich erklärt. Dieser lässt natürlich nach vorne und hinten kippen, aber leider auch nach links und nach rechts in Richtung seiner Befestigungsachse. Schätze das müssten insgesamt so 3/4 mm sein. Wollte das nochmal genau nachmessen, aber es war schon gut merklich.


    Die Kanten am Kolben sind auch spürbar, kann das so bleiben oder sollten die wohl besser nachbearbeitet werden ?


    Habe auch gelesen dass im Zylinder ein Kreuzschliff zu sehen sein soll, davon habe ich nichts gesehen, Lauffläche ist spiegelglatt, oder war das bei dem Motor anders ?


    Beste Grüße

    Gerrit

  • Ah so. Wenn der Kolben seitlich kippelt, hat die Gleitbuchse Spiel auf dem Kolbenbolzen.

    Wieviel Spiel dort sein darf, weiß ich jetzt gar nicht, (glaube bei 0)

    aber wenn es bei dir gesamt um 1mm ist, klingt das für mich schon recht viel...


    Die ominösen Spuren am Kolben kannst du mit Schleifpapier glätten oder es lassen.

    Wenn sich das im Zylinder nicht schon selbst abgeschliffen hat, ist die Garnitur sehr wahrscheinlich schon gut runtergeritten. Das man keinen Kreuzschliff mehr sieht,

    ist auch ein Indiz auf Verschleiß an der Obergrenze.

  • Vielleicht auch einfach unachtsam zerlegt? Bin mir jetzt nicht sicher ob Stehbolzen und Kolben so aneinander geraten können, aber Verschleiß oder lose Clips rein im Fahrbetrieb erzeugen ganz andere Spuren.
    Wie man das mit einer Zange schaffen will...?

    Schau dir bitte den unteren Kolbenring nochmal genauer an. Entweder täuscht es, ob der Ring hat derbe einen auf die Mütze bekommen.

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