Neues EU-Recht TÜV für 50ccm

  • Liebes Schwalbennest-Forum,


    eigentlich sollte mein erster Beitrag hier im Forum ruhmreicher sein und eventuell eine "kluge" hier noch unbeantwortete Technikfrage beinhalten. Immer wieder wurden hier aber schon alle Fragen, die ich hatte, durch tolle Beiträge im Wiki oder nach Nutzung der Suche-Funktion gelöst, so dass ich nie eine Frage stellen musste bei Reparaturdingen. Danke dafür!!!


    Dank eurer Beiträge konnte ich mir einen Traum verwirklichen und eine S51 (aus 1981) wieder soweit auf Vordermann (u.a. Simmeringe tauschen, Elektrik überholen, Umbau auf 6V E-Zündung, Vergaser (fein) einstellen, Felgen neu einspeichen, Bremsen wechseln und einstellen, Tank reinigen, usw.) bringen, dass ich guten Gewissens und ohne Pannen fahren kann.


    Nun umtreibt mich aber doch eine Frage: War die ganze Mühe umsonst, wenn die EU in der Tat plant und umsetzt künftig die 50ccm Kleinkrafträder einer regelmäßigen TÜV-Untersuchung zu unterziehen?


    Link: https://www.motorradonline.de/…r-mit-50-ccm-und-weniger/


    Wie sind eure Meinungen dazu?

  • Ich bin da wirklich zwiegespalten:


    PRO:

    - ich bin immer wieder erschrocken, was für lebensgefährliche 50ccm-Mülleimer mir auf der Straße begegnen (defektes Licht, starker Ölverlust, defekte Bremsen, total angefahrene Reifen. Dies gerne auch kombiniert) die sich selbst und alle anderen Verkehrzteilnehmer gefährden.

    Eine HU könnte hier tatsächlich die Sicherheit erhöhen.


    - ich fahre neben meiner Simson einen Käfer. Alle zwei Jahre muss der zum TÜV und es gibt mir jedes Mal ein gutes Gefühl, wenn ich mängelfrei die HU bestehe


    - dieses Forum unterstützt kein Tuning. Fahrzeige im Serienzustand sollten eine neu eingeführte HU problemlos bestehen, wenn sich alle relevanten Teile innerhalb der Toleranz des Herstellers befindet


    CONTRA:

    - wie streng werden die Grenzwerte? Erreichen die Bremsen der Simsons dann überhaupt den gewünschten Mindestwert?


    - wie streng wird eine Abgasprüfung? Eine Einstellung des Leerlauf-CO ist ohne Messgerät nicht möglich


    - es entstehen durch die Prüfung Kosten

  • Hi,


    eine gut gewartete Bremse an einer Simson erreicht die Werte der ABE natürlich und damit ist alles gut.


    Abgasuntersuchung ist erst ab dem 1.1.1989 Pflicht an Krafträdern, das entfällt damit für die meisten. Und zweitens sind die 4,5%Vol CO relativ großzügig. Spätestens ein N3, der ja auch seit 1987 in der DDR Standart war, erfüllt eine Abgasrichtlinie. Das sollte auch kein Problem damit sein. Das ist alles kein Hexenwerk.

    Das Problem kennen ja die Vespafahrer ab 1989 mit den 2T-Modellen auch und das geht in der Regel problemlos. Analog Trabant.


    Das dumme ist nur, dass man die Sonde putzen muss danach oder einen Ölabscheider im Schlauch brauch, den niemand mehr hat oder in der Station keiner mehr weiss, was das für ein komisches Ding in der Ecke der Abgashalle ist.....


    MfG


    Tobias

  • Dann müßte meine Aus Ende 1989 ja zur Abgasuntersuchung.

    (schafft der Bng bestimmt locker)

    Habe nach Gehör und erfahrung den alten Dellorto einer sfera80 eingestellt.

    Anstatt der erlaubten 4,5 Vol% wurde beim tüv knapp unter 1% gemessen.Voll bestanden. Als mein Kumpel damit vom TÜV kam habe ich dann aber doch wieder mimal richtung fett verstellt.

    Motor hatte auch schon ca 39.000 km runter.

    Das sollte auch kein Problem werden.


    Et kütt,wie et kütt.

    Et ist noch immer jut jejange...

    Wer weiß ob die EU noch so alt wird....

    ;-)

  • Den Rest der "TÜV "Prüfung mache ich doch bei mir jedes Frühjahr.

    aus reinem Eigeninteresse !!!!!!!!!!!!!!

    Wie vermutlich die meisten hier.

    Putzen und Sichtprüfung.

    Rahmen,

    Fahrwerk (Lenkkoplager auch prüfen)

    Räder

    Reifen

    Bremsen

    Motor(Luffi,Abgasanlage)

    Beleuchtung

    Bremsen

    usw

  • Ich sehe das genauso. Wenn der Roller nach dem Winter, welcher hier oder da mal kürzer oder länger dauert, wieder aus dem Quartier darf, steht doch sowieso der alljährige Frühjahrscheck an! Jeder der sein Fahrzeug leibt, und dessen schätzt, arbeitet doch eben genau diese Punkte ab. Und, wenn ich mich recht a den TÜV erinnere, macht der auch nix anderes, außer kassieren...

  • Und die verranzten KArren,die aus Plaste (WaffaTape) zusammengehalten werden,werden doch meist von den netten Beamten auf ihren BMW Motorrädern rausgewunken.Und vor und an den Schulen stehen hier auch stets die mobilen Rollenprüfstände usw usw.

    Bei älteren Fahrern (oft damit zur Arbeit unterwegs) ,mit oft schon grauen Bärten, sind sie dafür großzügiger im weg schauen .....

    Paßt schon,so!

  • Ich hab gestern meine alte BMW übern TÜV gerollt... war ne Sache von einer Viertelstunde. Vom Prüfaufwand etwa vergleichbar mit ner Schwalbe. Ich sehe da kein wirkliches Problem außer den 42€ die ich lieber versaufen würde. Auf der anderen Seite würden halt auch die ungepflegteren Exemplare der KKR mal eine Ermahnung bzw. nen Mängelzettel kriegen. Da sind schon ganz schöne Gurken auf der Strasse.

  • Prinzipiell bin ich schon für mehr Sicherheit auf der Straße. Andererseits werden mit 50ern eher wenig (und für die Versicherungen teueren) Unfälle verursacht, anderenfalls könnten diese keine Haftpflichtversicherung für unter 30€ im Jahr anbieten. Die meisten Mopedfahrer (egal welche Führerscheinklasse und welche Maschine) achten schon aus Eigeninteresse darauf, das der Bock technisch halbwegs i.O. ist. Die anderen zahlen halt Lehrgeld, sei es bei der

    Verkehrskontrolle, oder wenn sie sich aufgrund technischer Mängel auf der Straße lang machen. Wenn das passiert, ist für gewöhnlich der Hauptgeschädigte der Fahrer selbst, also selbst schuld. Viel öfters ist allerdings der motorisierte Zweiradfahrer der Geschädigte, weil Helikoptermutti, gestresst zwischen Yogatermin und Kind aus der Schule abholen mit dem Hausfrauenpanzer dem Mopedfahrer die Vorfahrt nimmt. Als Mopedfahrer hat man keine Knautschszone, dementsprechend fährt man halt. Oder halt nicht. Merkt man aber früher oder später.

    Da bringt aber auch keine technische Prüfung verpflichtend für jeden was. Diejenigen, die tunen, legen sich halt das Stino Zeug in die Garage und bauen das halt zum Tüv dran und dann wieder ab, gut, der Gammelbockfahrer muß ein paar Euro in die Hand nehmen. Aber wie viele solcher Dinger fahren denn wirklich rum? Eher im Promillebereich. Von daher, denke ich, die Prüforganisationen wollen Kohle machen, die vermutlich um die 50€ kann man besser in Ersatzteile und Sprit investieren als in einen Aufkleber und ein Stück Papier. Meine Meinung.

  • Moin,


    bis ein Gesetz durchgebracht wird dauert es Jahre.Mach dir noch keine Sorgen, denn ich denke und die Vergangenheit zeigt es ja auch, dass es mindestens 3 Jahre wohl eher länger dauert.


    Mfg


    Das kommt drauf an, eine EU-Verordnung tritt nach Übergangsfrist von meist 18 Monaten sofort in Kraft. Die Brauch nicht in ein nationales Gesetz umgesetzt werden.


    Wird es eine EU-Richtlinie, dann muss die in nationales Gesetz umgesetzt werden, auch da gibt es in der Regel die 18 Monate Karenzzeit. Aber das kann auch mal länger dauern...


    Und selbst wenn, es müssen ja Regelungen für irgenwelche Plaketten oder ähnliches noch geschaffen werden in Deutschland.


    Aber ja, erstmal muss das überhaupt beschlossen werden in Brüssel, dann sehen wir weiter.


    MfG


    Tobias

  • Moin.


    Man möge meinen, daß alle Fusseltuning-Roller endlich damit aus dem Verkehr gezogen werden und all die "Spitzentuner" ihren 85ccm-Karre einstampfen können. In Realität wird es so sein, daß man mit purer Unwissenheit seitens der Prüfer zu kämpfen haben wird. Und das darf man dann noch teuer bezahlen. Wegen jeder Kleinigkeit, wie leicht undichter Vergaserwanne, darf man dann zur Nachprüfung. Spitze. Ich denke, daß 80% durchrasseln werden, weil die Bremse nicht richtig packt, das Abblendlicht, dank 6V 15W zu dunkel ist, der MZA-Nachbau-Auspuff keine ABE hat, diverse Nachbau-Leuchten keine E-Nummer haben, die reibungsgedämpften Stossdämpfer quietschen, oder der Motor aufgrund von Verschleiss auf das 2. Übermass aufgebohrt wurde. Ich denke selbst wegen dem 16N3-vergaser würde man aufgrund von Unwissenheit Probleme bekommen, wenn die wissen, daß da eigentlich ein 16N1-5 reingehört. Für mich sind solche Dinge nichts als reine Sanktionen. Ich fahre auch Motorrad und auch in der Sparte gibts genug Ärger. Aktuell wegen verfallene Reifenfreigaben. Das wird noch lustig werden.


    Gruß Maik

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