Öffnungsdauer Unterbrecher - SLMZ

  • Moin zusammen,


    Beim Einstellen von Unterbrecherzündungen beobachtet man den Unterbrecher naturgemäß immer am ZZP und OT. Gestern ist mir beim Weiterdrehen des Polrads aber aufgefallen, dass der Unterbrecher nach OT noch ziemlich lange offen bleibt. Die gesamte Öffnungsdauer des Unterbrechers beträgt ca. 1/3 einer Gesamtumdrehung. Intuitiv hätte ich mit einer viel geringeren Öffnungsdauer gerechnet. Daher eine vielleicht dumme Frage: Wie lange ist die Öffnungsdauer des Unterbrechers normalerweise?

    Schönes Wochenende, Christian

  • Tatsächlich ist der Unterbrecher nicht mal die halbe Umdrehung lang geschlossen. Im geschlossenen Zustand entsteht Wärme in der Zündspule, das möchte man nicht haben. Lediglich einen Magnet-Vorbeiflug lang möchte man hier Energie erzeugen, die dann durch den öffnenden Unterbrecher abgefeuert wird Richtung Zündkerze.

  • Gut, das deckt sich mit meinen Annahmen/Beobachtungen, danke euch beiden!
    Schaut man sich nämlich das Polrad innen an der Stelle an, wo es den Unterbrecher aufdrückt, ist die Exzentrizität relativ lange konstant (rot im Screenshot). Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass der Unterbrecher relativ lange maximal geöffnet bleibt. Somit muss man nicht zwangsweise am OT die 0,4mm messen, sondern kann dies auch an einer Stelle machen, wo das Polrad besseren "Zugang" mit der Lehre zum Unterbrecher bietet, oder?

  • Moin Kai!
    Wenn du dir aber das Polrad anschaust, dann ist die Exzentrizität über einen breiten Bereich gleich dick. Es gibt keine Stelle, die dicker ist wie bspw. bei einem Nocken einer Nockenwelle, wo tatsächlich nur ein Punkt die maximale Erhebung hat.
    Somit wird der Unterbrecher über den gesamten Bereich gleich weit aufgedrückt (="Öffnungsplateau") und es gibt kein zeitpunktspezifisches Maximum und somit kann man die 0,4mm "jederzeit" nach OT messen solange man sich in diesem "Plateau" befindet (z.B. 1/8 Umdrehung nach OT). Oder übersehe ich etwas?

  • Moin Christian,

    Du hast das technische Prinzip schon richtig erkannt.

    Lediglich deine Interpretation meiner Aussage ist korrekturbedürftig.. ;)

    Kern meiner Aussage ist: Max. Öffnung ist meist nicht bei OT sondern irgendwo dahinter.

  • Ah, dann haben wir wohl aneinander vorbeigeredet :)

    Trotzdem finde ich die Wortwahl "irgendwo dahinter" etwas irreführend, weil das suggeriert, dass es irgendwo nach OT ein "echtes" Maximum gibt. Wir sind uns doch jetzt aber einig, dass ungefähr bei OT vielmehr ein Plateau beginnt, wo der Öffnungswinkel gleich groß bleibt. Die Länge dieses Zeitraums ist auch durchaus 1/8 Kurbelwellenumdrehung (oder sogar mehr) lang.
    Man muss die 0,4mm also nicht zwangsweise am/kurz hinter OT messen, sondern einfach nur irgendwo innerhalb des doch recht langen Plateaus. Das wiederum sollte die Messung sehr erleichtern, weil das Polrad bei/kurz nach OT den Unterbrecher manchmal komplett verdeckt.

  • Peter, über den Ablauf weiß ich Bescheid. Mich hatte nur immer der Fakt gewundert, dass viele (Videos) krampfhaft versuchen die 0,4mm kurz nach OT zu messen, was durch das Polrad manchmal nur schwer möglich ist. Mit dem Wissen über das Aussehen des "Nockens" am Polrad kann man aber auch getrost erst dann die 0,4mm messen, wenn der Unterbrecher vom Polrad wieder freigegeben wurde.

    Gruß, Christian

  • Also ich habe das Anfang der 80er so gelernt: Je kleiner der Kontaktabstand, desto größer ist der Schließwinkel.

    Genau darum wird der Kontaktabstand dort eingestellt, wo die Öffnung am größten ist. Nicht im OT oder so, sondern dort, wo der Öffnungspunkt am größten ist.

    Stimmt der Kontaktabstand nicht, hat die Zündspule nicht genug Zeit, um einen adäquaten Zündfunken zu produzieren.

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