Moped mit Methanol

  • Hallo,


    ich habe hier einen runtergerockten M53 und komme sehr preiswert (Energiesteuer plus Aufwand fürs holen) an eine nicht zuverachtende Menge Methanol.

    Noch dazu habe ich zu viel langeweile. :mrgreen:


    Deshalb möchte ich gerne den M53 ordentlich zum laufen bekommen.

    Einfach so reinkippen und los geht tatsächlich, läuft aber wie ein Sack Nüsse.


    Ein Liter Methanol braucht viel weniger Luft als ein Liter Benzin, sprich die Hauptdüse müsste größer werden.

    Aber wie groß?

    Als Richtwert einfach stumpf die Fläche der Düsenbohrung und das Stöchiometrische Verhältnis verrechnen?


    Hier steht ein Abgastester, aber der wird mir nicht so viel bringen oder? Durch die Spülverluste ist immer zu viel O2 im Abgas, HC gibt's nicht. Bleibt noch das CO, ob damit aber die Abstimmung so klappt wie mit Benzin.


    Fragen über Fragen

    Vielen Dank für eure Hilfe.

  • Ich hab den Thread mal in den Schmalschwatz verschoben weil das m.M.n.

    so gar nichts mit Simsontechnik zu tun hat und eh nur eine Spielerei ist.


    So. Wo fange ich an...!?

    Methanol ist Lösungsmittel. Der Motor müsste also werkstoffseitig angepasst werden.

    Für Deutschland ist gemäß EN228 ein Zusatz von max. 3% (unter Zusatz von Stabilisatoren) zulässig.

    Das ist eine Menge, mit der ein herkömmlicher Ottomotor klarkommt.

    China ist in der Verwendung als Treibstoff marktführend - die können schon mit 85%

    und erweitern auf M100 (100% Methanol). Alles natürlich in ausschliesslich dafür konzipierten Motoren.

    Es läuft auch schon ein MAN Schiffs"diesel" mit M100 Kraftstoff. Dort ist u.a. eine Glühzündung installiert, weil das Zeug nicht selber zündet. Überdies sind Unmengen an Zusatzstoffen drin.

    Übrigens, auch im Modellbau wird Nitromethan zugesetzt.


    Methanol hat eine andere Energiedichte. Der Motor müsste also auch gemischseitig angepasst werden.


    Zu den Emissionen frag mal bei Tante Wiki: Methanol – Wikipedia

    Dort findet sich auch der wichtige Hinweis, das Methanol in der Handhabung nicht ganz ungefährlich ist.

    Zum einen sind Methanol und die Abbauprodukte für den Menschen giftig -

    zum anderen ist die Flamme von reinem Methanol nicht zu sehen!


    Ich würde derlei Forschung denen überlassen, die sich damit auskennen!


    LG Kai

  • Mensch Kai, warum bist du denn in den letzen 5 Jahren so bratzig geworden?


    Methanol ist der einfachste Alkohol, ob man ihn als Lösungsmittel, Treibstoff oder Syntheserohstoff nutzt ändert daran nichts. Die Viton-Wedis halten Methanol aus. Heutige Motoren sind mit den Simson-Motoren nicht vergleichbar. Ein 0815 Rasenmäher mäht auch mit Brennspiritus, Testbenzin usw ein heutiger Automotor macht nur örks.

    Mittels Zündkerze zündet ein Methanoldampf-Luftgemisch zuverlässig.

    der MAN Motor hat mit Sicherheit kein Glühzünder. Dessen Zündzeitpunkt ist viel zu ungenau. Der MAN Motor arbeitet mit einer Pilotöleinspritzung, ist also ein Zündstrahlmotor.


    Die Energiedichte ist für das Gemisch egal, es kommt auf das Verbrennungsluftverhältnis an.


    Ja, ich weiß dass Methanol bzw seine Abbauprodukte im Stoffwechsel nicht gesund sind. Man kann sich aber dem ventsprechend verhalten.

    Und Benzin ist auch kein Weihwasser...


    Ich habe noch nie die Flamme eines Verbrennungsmotors gesehen, daher ist mir die Farbe relativ egal.


    Wenn wir nur das machen was ohne Herausforderung sicher auf Anhieb funktioniert wäre das doch tot langweilig oder ;)

    Wenn es nicht klappt war eben ein Tag arbeut, zwei wedis und ein halber Liter 2T Öl für um sonst.


    Harzer ja, Rizinusöl würde gehen aber das klebt so ekelhaft und stinkt. Ich habe in einem Messzylinder 1:25 mit normalem vollsynthetik Öl angesetzt. Bisher hat es sich nicht entschmischt.


    Viele Grüße

  • Ich habe das Wort "bratzig" als Adjektiv noch nie gehört und deshalb gegoogelt.

    Es bedeutet wohl im Hamburger Raum so viel wie verärgert. Das bin ich nicht.

    Ich bin allenfalls besorgt, das du dich versehentlich vergiftest oder unbemerkt anzündest.

    Letztlich ist es allein deine Entscheidung, wie du deine überschüssige Freizeit verbringst

    und wenn du auf sowas stehst, kann ich dich wohl nicht abhalten.


    Was den Zündstrahl angeht, hast du Recht. Das habe ich gerade nochmal nachgelesen.

    Der "Diesel" war hier auch nur als Beispiel der Machbarkeit aufgeführt - also nicht negativ gemeint.


    Noch was zum Thema Stöchiometrie:

    Die Berechnung des Mischungsverhältnisses setzt die Kenntnis der Qualität der Reaktanten

    (hier die höhere Energiedichte vom Methanol) voraus.

    Oder du experimentierst mit unstöchiometrischen Überschussreaktionen solange,

    bis das Verhältnis passt. Luft ist ja kostenlos und reichlich vorhanden... ;)


    LG Kai

  • Hi,

    Ich bin damals wo es noch e85 gab auch Mal damit gefahren. Ging prinzipiell aber die Simson sprang halt schlechter an.

    Verbrauch war aber höher daher hat es sich nicht gelohnt.

    Ich würde einfach Mal nen Liter Methanol mit der richtigen Menge 2 Takt Öl versuchen und am Kerzenbild schauen wie die Verbrennung ist.

    Gruß Fabian

  • Mit Methanol hab ich keine Erfahrung, aber mit Ethanol. Das brauchte größere Düsen und die Zündung musste angepasst werden. Im Sommer bin ich es im Jetta pur gefahren, im Winter mit 25% Normalsprit dazu. War schon geil wie das nach Brot aus dem Auspuff roch.


    Also teste Dich ran und berichte!

  • Ich habe noch nie die Flamme eines Verbrennungsmotors gesehen, daher ist mir die Farbe relativ egal.

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    Hossa! Gleich bei der ersten und einzigen Zündung ... knacks.


    Aber hier tut es feuern bis zur Schmelze:

    TRANSPARENT CYLINDER HEAD SIMSON TUNING CLEAR ENGINE POLSKA - YouTube

    Bei 8:35 min fliegt die Kerze raus... :D

    Achso, sowas meint ihr, ja das kenne ich.

    Bei dem von Kai sieht an dass die zeitgenössischen Beschreibungen recht haben und und der Motor bei Last fett läuft: die Flamme ist Gelb. Im Standgas ist sie blau.


    Aber die Flammfarbe hat nun keine Bewandtnis für die Fahreigenschaften ^^


    Am Donnerstag ist der Zoll bei der Arbeit, dann kann ich mir den Sprit holen.

    Ich werde berichten.

  • Methanol und Benzin haben näherungsweise die gleiche Dichte und fast die gleiche Viskosität, das ist doch schonmal erfreulich.


    pro kg Benzin braucht man 14,7 kg Luft, für 1 kg Methanol 6,46 kg Luft.

    Bei der selben Menge Luft muss also die 2,276 fache Masse Methanol durch die Düse.

    Im BVF 16 N1-1 ist eine 0,62 mm Hauptdüse verbaut. Die Düsenbohrung hat eine Fläche von 0,302 Quadratmillimeter. Nimmt man an, dass der Sprit laminar durch die Düse fliest, braucht man also eine Düsenfläche von 0,687 Quadratmillimeter. Das macht eine Düsenbohrung von 0,935 mm.

    welche dann die richtige ist, wird im Fahrversuch ermittelt werden müssen.


    Sollte auch die Standgas Düse größer oder meint ihr, das lässt sich einfach etwas fetter stellen schon beheben? Rein rechnerisch wäre es eine 60 er Düse, gefunden habe ich nur die normalen 40 er und eine 50 er.

  • Na guck. Nach deiner Berechnung probierst du jetzt zuerst mit 90er und 95er HD.

    Anstelle der zu kleinen Standgasdüse könntest du die ausgeschraubte 62er HD hernehmen.


    Und jetzt nochmal: die mögliche Farbe der Flamme im Zylinder ist mir auch egal!

    Du sollst halt nur bei der Handhabung extrem aufpassen, das du dir nicht die Bude abfackelst

    und das erst merkst, wenn deine Haare wegschnurzeln. =O


    LG Kai

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