Funke am Unterbrecher - weiß nicht mehr weiter

  • Hallo liebe Simsongemeinde,


    ich muss gestehen, dass es ewig her ist, seit ich zuletzt im Forum etwas geschrieben habe, aber meine KR51/2 lief einfach problemlos seit Jahren.


    Nun habe ich allerdings ein extrem hartnäckiges Problem mit der 6V Unterbrecherzündung:

    Es funkt sehr deutlich am Unterbrecher. Und zwar unverändert obwohl ich mittlerweile quasi alles ausgeschlossen habe, was theoretisch dafür verantwortlich sein sollte.

    Bisher habe ich:


    - Unterbrecher gegen NOS DDR Unterbrecher und diesen nochmal gegen einen MZA Unterbrecher getauscht.

    - Zündspule getauscht (Dorn war komplett zerfressen)

    - Außenliegenden Kondensator von AFK verbaut (Massekontakt am Stirnrohr auch geprüft)

    - Zündkabel, Zündkerze und Zündkerzenstecker getauscht.

    - Gefühl 20x alles penibel eingestellt (Zündzeitpunkt, Unterbrecherabstand etc.)


    Der Zündfunke an der Kerze ist da, aber satter ist er am Unterbrecher. Schwalbe springt auf den 1. Kick an und läuft ruhig im Standgas. Der Funke wird beim Gas geben größer.


    Kann es am Ende noch die Primärspule sein!?

    Oder ist ein ein dauerhafter Funke am Unterbrecher am Ende vielleicht normal???


    Ich bin mit meinem Latein am Ende und hoffe jemand hat die "zündende" Idee.


    Danke euch!

    Matthias

  • Moin Matthias,

    sporadisch 'mal ein Funken am Unterbrecher ist O.K.. Wenn das jedoch kräftig und permanent am Unterbrecher funkt, würde mein Augenmerk primär auf dem Kondensator liegen.


    Grüße

    Gerhard

    bevor isch misch uffreesch, isses mir liwwer egal !

  • Moin Matthias,

    sporadisch 'mal ein Funken am Unterbrecher ist O.K.. Wenn das jedoch kräftig und permanent am Unterbrecher funkt, würde mein Augenmerk primär auf dem Kondensator liegen.


    Grüße

    Gerhard

    Hi Gerhard,


    den Kondensator hatte ich bereits 2x getauscht. Zuerst auf einen innenliegenden Nachbaukondensator und da es nichts verändert hat auf auf den aussenliegenden Kondensator.


    Ich habe ein Video hochgeladen, in dem man den Funken im Leerlauf gut sieht. Sieht für mich nicht normal aus. Was sagt ihr?


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    VG

  • Ich schließe mich aufgrund der deutlich sichtbaren, sehr hellen Funken am Unterbrecher der Meinung von Wessischrauber an und sage auch, dass der Kondensator sein Funktion nicht erfüllt.


    Deshalb solltest du nochmal einen neuen Kondensator einbauen, und zwar keinen außenliegenden, sondern so einen auf der Grundplatte. Pass dabei auf, dass du erstens den Kondensator nach dem Eindrücken in die Grundplatte beim Verstemmen nicht beschädigst (seitlich eindrückst) und zweitens, dass sich beim Anschließen der Kabel am Kondensator bzw. dem Anziehen der Mutter/Schraube der Kondensator nicht in seiner Aluhülle mit dreht. Also am besten beim Anziehen unterhalb der Kabel mit einer Spitzzange gegenhalten.


    Außerdem solltest du überprüfen, ob nicht eins der beiden Kabel vom oder zum Kondensator bzw. Unterbrecher irgendwo blank gescheuert ist und dadurch Kontakt zur Grundplatte, zu einem anderen Kabel oder anderswo hat und dadurch der Kondensator auf kurzem Weg umgangen wird, also wirkungslos ist.

    Wenn ich wüsste, dass ich könnte wie ich wollte, ich würde ...   :/

    Einmal editiert, zuletzt von Dummschwätzer ()

  • moin

    Ich habe auch einen Externen Kondensator verbaut, von der Qualität würde ich diese den auf der Grundplatte vorziehen.


    Ein defekt ist aber hier auch nicht auszuschließen, hast du evtl ein Messgerät mit dem du die Kapazität prüfen kannst ?


    Wichtig ist auch die Verbindung zwischen Motor und Stirnrohr gut zu haben.

    Bei mir läuft eine Leitung von dem linken Motorseitendeckel zusätzlich zum Stirnrohr, dort liegt auch der Kondensator auf.


    Es gibt immer mal die Diskussion das wenn der Kondensator so weit weg ist, seine Wirkung sich ändert wegen der Kabel dazwischen.

    Ich kann das so nicht bestätigen, ohne Funken am Kontakt sehe ich mich aber bestätigt.


    Du Schreibst, dass du die Zündspule gewechselt hast, auch wenn die Lichtanlage nur 6 Volt hat, benötigt dir Zündung eine 12v Spule.

    Nicht du hier die Falsche erwischt hast?


    Bastian

  • Danke euch für die Ideen.

    Also ich sage nicht, dass es unmöglich ist, aber dass 3 Kondensatoren defekt sind (inkl. des neuen ALK) wäre jetzt schon massives Pech.

    Die neue Zündspule ist die 8352.1/2. Die war auch verbaut und ist laut Angabe sowohl für 6V und 12V geeignet (es steht auch 12V drauf).

    Sowohl der alte Unterbrecher, wie auch die alte Zündspule waren richtig Schrott. Das heißt es muss schon länger gefunkt haben.

    An der Zündspule war der Dorn komplett wegkorrodiert und die Isolierung des Zündkabels verbrannt. Da war für mich naheliegend, dass das den Funken am Unterbrecher verursacht hat. Leider falsch gedacht.


    Wenn ich zwischen Masse am Stirnrohr und Massekabel am Motor messe, bekomme ich 0,5 Ohm. Eigentlich ein Top Wert.


    Jetzt habe ich noch eine neue Primärspule im Zulauf und will mal alle Lötpunkte an den Spulen nachlöten. Mal sehen ob das was bringt.

  • Die aussen liegenden Kondensatoren bringen das Problem der parasitären Induktivität der Zuleitung mit sich, die die Wirkung des Kondensators verringert. Wenn schon, dann muss diese Zuleitung so kurz wie nur irgend möglich sein.

    Das gilt ganz besonders auch für die Masseverbindung. Kürze vor Schönheit!


    Peter

  • also bei Kondensatoren stellen sich bei mir die Nackenhaare auf.
    Als ich noch U-Zündungen verbaut/repariert habe ( lange ist es her ) war die Qualität der käuflich zu erwerbenden Kondensatoren unterirdisch.
    Meistens musste man ein Zehnerpack kaufen, damit man eventl einen funktionierenden hatte.
    Also drei kaputte halte ich jetzt nicht unbedingt für aussergewöhnlich.
    Wie das heute inzwischen mit der Qualität ist, kann ich aber nicht sagen. U-Zündungen schmeisse ich in der Regel raus.

    manche kennen mich, manche können mich

  • So, hier mal ein Update:
    Ich habe in der Zwischenzeit eine neue Primärsspule verbaut und den Massekontakt des außenliegenden Kondensators deutlich näher am Unterbrecher platziert. Er hängt jetzt an einem gut 10cm langen Kabel direkt an der Motormasse.

    Es funkt weniger und anders (mehr gelb, als blau), aber für meinen Geschmack immer noch recht viel. Was meint ihr zum neuen Bild?


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    Danke :)

  • Immer noch deutliche helle, gelbe Funken, also kaum einen Unterschied zu vorher.

    Der Kondensator funktioniert nicht!

    Entweder ist der kaputt oder es gibt irgendwo einen Kurzschlusskontakt (blankes Kabel, Unterbrecher, Kondensator).

    Ich würde an deiner Stelle noch mal einen originalen neuen Kondensator in die Grundplatte einsetzen und, da du das schon mal probiert hast, auch sämtliche Kabel da unten neu anfertigen. Dafür kannste welche aus einer alten Verlängerungsschnur o.ä. nehmen, die Enden zu Ösen biegen und dann mit dem Lötkolben verzinnen. Kabelfarben sind Wurscht, solange du da selbst den Durchblick behältst.

    Wenn ich wüsste, dass ich könnte wie ich wollte, ich würde ...   :/

  • Immer noch deutliche helle, gelbe Funken, also kaum einen Unterschied zu vorher.

    Der Kondensator funktioniert nicht!

    Entweder ist der kaputt oder es gibt irgendwo einen Kurzschlusskontakt (blankes Kabel, Unterbrecher, Kondensator).

    Ich würde an deiner Stelle noch mal einen originalen neuen Kondensator in die Grundplatte einsetzen und, da du das schon mal probiert hast, auch sämtliche Kabel da unten neu anfertigen. Dafür kannste welche aus einer alten Verlängerungsschnur o.ä. nehmen, die Enden zu Ösen biegen und dann mit dem Lötkolben verzinnen. Kabelfarben sind Wurscht, solange du da selbst den Durchblick behältst.

    Muss eigentlich zwischen den Kontakt am Unterbrecher und der Ringöse, die die Kabel von Primärspule und Masse zusammenfasst, eine nichtleitende Unterlegscheibe? Ich meine den Kontakt, auf den dann die M5,5 Mutter kommt.

    Bei mir liegt die Ringöse direkt auf dem Kontakt (da ist ja auch die Feder des Unterbrecherhebels eingehängt) und darüber kommt dann die Mutter.


    Ich habe den Widerstand aller Kabel an der Grundplatte vom Lötpunkt zum Steckschuh gemessen und hatte überall 0,4 - 0,5 Ohm. Das sollte doch eigentlich passen :/
    Es scheuert auch nichts oder ist blank. Ich stehe mittlerweile ehrlich vor einem Rätsel.


    Wenn das alles nichts ist, bau ich wirklich wieder auf innenliegenden Kondensator um. Bei dem ich dann allerdings auch nicht sicher sein kann, ob der defekt ab Werk ist, auch wenn ich die richtige Kapazität messe... ||

  • ich glaube auch,dass dein Problem am Kondensator liegt,oder evtl auch an einem oxydierten

    Kabelanschluß,der zum Kondensator führt.

    Wenn du wieder auf innenliegendem Kondens umrüsten willst,nimm keinen von der billigen

    Sorte,die die etablierten Simson Händler anbieten,sondern einen ausschließlich nur von Beru oder Bosch.

    Die Kontakte müssen auch mechanisch einwandfrei sauber sein,also öl- fettfrei.

    Jan.

  • Ich wusste gar nicht, dass es vom Formfaktor passende von Markenherstellern gibt? Hast du da eine Bezeichnung oder Produktnummer von Beru oder Bosch?

    Ich habe bisher immer nur die billigen Nachbaukondensatoren bei den einschlägigen Simsonhändlern gefunden, bei denen es ein Glücksspiel ist.


    Danke dir!

  • hier ein Beispiel für den Beru Kondensator. Du mußt nur darauf achten,dass es es wirklich ein Beru ist den die Händler anbieten.

    Die Händler bieten auch Nachbauten als Beru an,die aber irgendwoher kommen und keine sind.

    Mit dem Namen Beru lassen sich die Anbieter diesen gut bezahlen,in örtlichen freien Autoteileläden kriegt man den wesentlich günstiger,so zumindest bei mir im Ort.

    Du solltest nur die genaue Beruteilenummer haben, (Durchmesser 18 mm, mit Schraubanschluß

    für die Kabel).

    Jan.


    https://www.ebay.de/itm/186323423587?srsltid=AfmBOorutAM1z9-isIhDwlMymnbE-P5FXWF5raoWJ_Rclf5KROO0pPeM

  • Muss eigentlich zwischen den Kontakt am Unterbrecher und der Ringöse, die die Kabel von Primärspule und Masse zusammenfasst, eine nichtleitende Unterlegscheibe? Ich meine den Kontakt, auf den dann die M5,5 Mutter kommt.

    Bei mir liegt die Ringöse direkt auf dem Kontakt (da ist ja auch die Feder des Unterbrecherhebels eingehängt) und darüber kommt dann die Mutter.

    Nein, da ist keine isolierende Unterlegscheibe.


    Ich habe vor ein paar Jahren mal von einem alten Trabant-Wrack, das da im Havelland wild in der Landschaft rumstand, die Kondensatoren mitgenommen. Ganz alte Trabis bis Baujahr 1984 haben auf der Zündungs-Grundplatte (unten rechts hinter dem Vorderrad) zwei wunderschöne originale 0,22μF DDR-Kondensatoren, die da drauf geschraubt sind und die man prima für die Simson-Zündung verwenden kann. Bei denen wird die Kabel-Öse nicht mit einer Mutter, sondern mit einer Schraube befestigt. Dann sind das die Richtigen.

    In deiner Gegend wirst du wahrscheinlich solch alte Trabis nicht gleich auf dem Schrottplatz finden, aber vielleicht kennst du ja jemand im Osten, der weiß auf welchem Waldweg oder Müllhalde noch einer rumsteht.

    Wenn ich wüsste, dass ich könnte wie ich wollte, ich würde ...   :/

  • Also, ein blanker Draht, der eine Masseverbindung erzeugt, kann man ausschließen. Dann hättest Du keinen Zündfunken.

    Ich möchte hier noch erwähnen, dass der Kondensator nicht nur den Lichtbogen reduziert und damit der Funkentstörung dient. Er bildet mit der Primärspule einen Schwingkreis und erhöht damit den Zündimpuls, der in der Zündspule dann transformiert wird.

    Du könnest mal einfach vom Unterbrecher einen Draht unter der Grundplatte rausführen und verschiedenen Kondensatoren testen, jeweils mit kurzer Leitung zur Motormasse. Dabei natürlich die Finger weg!

  • Heute habe ich wieder ordentlich gebastelt und zwar genau in die Richtung, die du gerade vorschlagen hattest.

    Ich habe ein Kabel vom Unterbrecher aus dem Motor geführt, einen normalen Nachbaukondensator mittels Lochblech direkt an den Motor geschraubt und mit dem Kabel vom Unterbrecher verbunden. Und...es funkt immer noch :cursing:


    Dann bliebe ja um Grund nur noch der NOS DDR Unterbrecher dachte ich, habe ihn gegen einen neuen MZA Unterbrecher getauscht und...es funkt immer noch. Zwar schwächer, aber nach wie vor konstant.


    Tja, dann bleibt ja im Grunde nur noch irgendwie die Grundplatte selbst. Ich habe mir jetzt Kabel bestellt und werde die ganze Grundplatte einmal abräumen und wieder neu aufbauen/verkabeln. Einen Effe 6044 Kondenator (baugleich zum Bosch) der passt, ist auch bestellt.

    Steht zwar vom Aufwand alles nicht mehr im Verhältnis, aber irgendwie will ich das M*stding besiegen :evil:


    Sollte das auch nichts bringen, geb ich auf und hole mir eine Elektronikzündung.

  • Versuche noch mal die alte Zündspule, vielleicht ist der alte Kondensator und die neue Zündspule kaputt.

    Und miss mal den Widerstand des geschlossen Unterbrechers.

    Kann das br/ws kabel zur Zündspule unterbrochen sein, bzw einen schlechten durchgang haben?

  • Ich habe es jetzt nicht genau vor Augen, aber bei mir sind auch funken am Unterbrecher im normalen betrieb zu erkennen.


    Würde aber auch behaupten das dies nicht zu einen erhöhtem Abbrand am Unterbrecher führt.


    Ich fahre den normalen Exterenen Kondensator wegen Platzmangel auch im Stirnrohr.


    Zusätzlich muss ich aber auch erwähnen das ich nach einem Kabelbruch der Leitung von der Grundplatte im Bereich der Durchführung durch den Seitendeckel das ganze Kabel ersetzt habe.

    Bei mir durch ein 5 Poliges, habe dann gleich einen Draht als eigenen Masse genutzt. Auch der Querschnitt ist mit ich meine 1qmm auch größer.


    Ich bewundere aber auch deinen Ideen und Ansätze. Ich bin gespannt in welche Richtung sich der Fehler findet.


    Bei den Kondensatoren hatte ich auch schon Lösungen gesehen indem Eckige Wima mit Draht montiert wurden.


    Sollte bei mir mal wieder mit der Zündung etwas arg Schief laufen, werde ich wohl den letzten Schritt zur Vape machen.


    Habe gerade beim durchschauen gesehen das mir auch die Unterbrecher langsam ausgehen


    Bastian

  • So, nun gibt es von mir ein (evtl. finales?) Update zum aktuellen Stand, denn ich habe im Grunde alles ausgeschlossen, was mir logisch erscheint...und es funkt immer noch am Unterbrecher.


    Seit meinem letzten Post habe ich:


    - Die Grundplatte meiner Zündung komplett auseinander genommen, alle Kabel durch neue KFZ Leitungen mit 0,75mm2 FLRy ersetzt, genauso alle Kabelschuhe.


    - Den Massepunkt am Rahmenstirnrohr richtig blank geschliffen sowie die Masseverschraubungen am Motor gesäubert, damit da kein Öl o.ä. die Verbindung stört.


    - Mir selbst einen außenliegenden Kondensator mit kurzen Kabeln aus einem WIMA MKP10 Folienkondensator gebaut und zwischen Klemme 1 Zündspule und Motormasse gebaut.


    - Einen Effe 6044 Kondensator in die Zündung verbaut.


    - Nochmal den MZA Unterbrecher in meine Zündung verbaut.


    - Zu guter Letzt eine gebrauchte U-Zündung geliehen und verbaut (auch bei dieser funkt es).


    Bereits vorher getauscht wurden:
    - Zündspule

    - Zündkabel und Zündkerzenstecker

    - Primärspule auf meiner alten Zündung


    Da es nach wie vor unvermindert funkt, bin ich mittlerweile soweit, mir am Wochenende bei den Kleinanzeigen eine gebraucht Elektronikzündung zu holen.


    AUSSER: Hier hat noch jemand eine zündende Idee???

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