Restaurierungs-Ordner für die S51: Wie ich Deckblätter, Teile-Fotos und Beschriftungen sortiert habe

  • Moin zusammen, mein S51-Aufbau zieht sich jetzt ber den zweiten Winter, und irgendwann war das größte Problem nicht die Technik, sondern die Zettelwirtschaft. Rechnungen vom Teilehändler, Fotos vom Zerlegen, Notizen zu Passungen, alles lag verstreut auf dem Handy und in einer Kiste in der Werkstatt. Ich habe mir deshalb einen richtigen Restaurierungs-Ordner angelegt und schreibe hier auf, was sich davon bewährt hat, vielleicht spart es dem einen oder anderen ein paar Fehlversuche.


    Punkt eins: Fotos gleich beim Zerlegen, nicht erst beim Zusammenbauen. Vor jedem Ausbau ein übersichtsfoto, dann eines aus dem Winkel, in dem später die Kabel oder Züge verlaufen. Bei mir hat besonders das Kabelbaum-Foto am Scheinwerfer gerettet, was ich nach acht Monaten Pause garantiert falsch gesteckt hätte. Wichtig: die Kleinteile in beschriftete Gefrierbeutel und den Beutel mitfotografieren, sonst weiß man später nicht, zu welchem Bild welcher Beutel gehört.


    Punkt zwei: Licht schlägt Kamera. Ich habe lange gedacht, ich brauche eine bessere Kamera für Teilefotos. Gebraucht habe ich am Ende eine alte Baustellenlampe gegen die Werkstattwand gerichtet, also indirektes Licht, und ein Stück hellgraue Pappe als Hintergrund. Damit werden Zylinderlaufbahn, Riefen und Rostnarben auf dem Handybild plötzlich erkennbar. Direktes Blitzlicht auf Chrom oder frischen Lack ist dagegen fast immer für die Tonne.


    Punkt drei: Dateinamen und Struktur. Bei mir heißt jede Datei jetzt nach dem Schema Datum_Baugruppe_Zustand, also zum Beispiel 2026-03-14_Motor-Kupplung_vorher. Klingt spießig, aber wenn 600 Bilder zusammenkommen, findet man so in zehn Sekunden das richtige. Im Ordner selbst habe ich Register für Motor, Fahrwerk, Elektrik, Lack und Papiere. Ausgedruckt wird nur, was ich in der Werkstatt mit fettigen Fingern brauche, der Rest bleibt digital und liegt zusätzlich auf einer zweiten Festplatte.


    Punkt vier: Kosten mitschreiben. Eine simple Tabelle mit Datum, Teil, Händler, Preis. Nicht um sich zu erschrecken, sondern weil man beim Verkauf oder bei der Abnahme sauber belegen kann, was verbaut wurde. Bei Neuteilen habe ich zusätzlich die Verpackung fotografiert, da steht oft die Teilenummer drauf, die auf dem Teil selbst fehlt.


    Punkt fünf, und darüber habe ich am längsten nachgedacht: die Deckblätter für die Register. Ich wollte keine nackten Word-Blätter mit überschrift, sondern pro Register eine schlichte, stilistisch einheitliche Grafik, damit man beim Durchblättern sofort wei, wo man ist. Zeichnen kann ich nicht, und Fotos vom eigenen Moped wirkten auf DIN A4 als Deckblatt zu unruhig. Für die fünf Trennblätter habe ich mir die Motive daher mit einem ai image generator erzeugt, jeweils in derselben Farbwelt gehalten, und darüber dann den Registernamen gesetzt. Ein Motiv pro Register, mehr nicht. Wer so etwas selbst probiert: kurze Vorgaben, wenig Details, sonst kommt Kitsch heraus. Und die Grafik gehört auf das Trennblatt, nicht über die eigentlichen Fotos, denn für die Technikdokumentation bleiben ausschließlich echte Aufnahmen, sonst ist der ganze Ordner wertlos.


    Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: von Anfang an ein kleines Notizheft direkt an der Werkbank, mit Bleistift. Alles, was ich nur ins Handy tippen wollte, ist nie im Ordner gelandet. Und Schrauben, die man ausbaut, gleich in der Reihenfolge in ein Stück Karton stecken und den Karton beschriften, das erspart das ewige Sortieren nach Länge.


    Wie handhabt ihr das? Führt jemand von euch einen richtigen Aufbaubericht mit Ordner, oder reicht euch das Fotoalbum auf dem Handy? Und falls jemand seine Registerstruktur teilt, gerne, ich habe bestimmt eine Baugruppe vergessen.

    Einmal editiert, zuletzt von Kai71 () aus folgendem Grund: Link ersetzt.

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