Günter Grass und die Waffen-SS

  • Ahoi!


    Fein, dann ist das ja auch geklärt. Kommen wir also zum nächsten wichtigen Ereignis der Woche. Ok, auch aus der letzten Woche.... :oops: . Oder sollte es man die öffentliche Demontage nennen?


    Ist Günter Grass ein Nazi weil er bei der Waffen-SS mit 17 Lenzen und das auch nur für kurze Zeit war?


    Allzeits gute Fahrt!


    Gruss Moe :smokin:


    PS: @ Prof, kannste den Thread nicht in die aktuelle politische Rundschau umbenennen? Und ja, Bier gibts dafür dann auch... :D .


    Kurzbiographie des Mannes

  • Nö. Den mach ich extra. :wink:


    Kurzfassung meiner Meinung: Der Mann ist eingeschult worden, als die Nazis an die Macht kamen. Dass er also ne ordentliche Portion Propaganda genossen hat, steht ausser Frage. Insofern ist es verständlich, dass er auch in gewisser Weise mit ihnen sympathisiert hat. Daraus hat er ja auch nie einen Hehl gemacht. Ein Schicksal eines deutschen Jugendlichen, wie es damals hundert- oder tausendfach vorkam.


    Was ihm aber vorzuwerfen ist, ist die Tatsache, dass er es so lange verschwiegen und all die Jahre in eine Tätigkeit als ordinärer Flakhelfer umgedichtet hat. Das ist insofern verwerflich, dass er über Jahrzehnte in der Bundesrepublik der erste war, der den Zeigefinger gehoben hat, wenn was aus der rechten Ecke kam. Er wurde zur mahnenden Autorität und war sich wiederholt nicht zu schade, gegen genau solche Leute zu wettern, die genau das waren, was er verheimlichte: Angehörige der SS / Waffen-SS, die da mal mehr und mal weniger freiwillig hineingeraten waren. Es würde seinem Ansehen als moralische Institution und mahnende Autorität besser tun, wenn er sich von vornherein dazu bekannt hätte. Aber dann wärs wohl Essig mit Anerkennung und Nobelpreis gewesen.


    MfG
    Ralf


    P.S.: Welch Zufall, dass das alles im Rahmen einer Buchveröffentlichung rauskam (die ja jetzt dank des [welch Wunder!] großes Interesses vorgezogen wurde).


    P.P.S.: Hier wurde die Diskussion auch schon geführt.

  • Joa, das interessiert vielleicht den Verleger des tollen Buches und vielleicht den Herrn Grass selbst. Und vielleicht irgendwelche esoterisch angehauchten Labertanten. Weg mit dem Kerl.
    Am Besten nix mehr sagen, schreiben.... tschüss zu dem Thema. Der Opa lohnt echt nich.

  • Zitat von Moe

    @ Prof, wo treibst Du Dich den so rum.... :shock: ...


    Passiver Mitleser seit Bw-Zeiten. Man muss seine Informationen ja von einer breiten Basis beziehen. Da gehören auch die "Waffenwixxer" dazu. :wink:

    Zitat

    Bin ich jetzt ein Kommunist, nur weil ich Jung und Thälmannpionier bis zu meinem 14. Lenz war... :D ?


    Ha! Wir habens immer gewusst :D


    immer bereit!
    Ralf

  • Also ich denke auch das sollte man nicht so hochspielen, dass war damals nunmal so die Zeit, da konnte man sich nicht gegen wehren, bloß weil man später mal Politiker.....werden wollte. Wie Moe schon sagte, sind denn alle ausm Osten Kommunisten? Ich find diese ganze Diskusion hinfällig.
    Letzt endlich sind doch dann ale aus dieser zeit Nazis oder was? Nee ich find das doof
    MfG joker317

  • Ahoi!


    Zitat von joker317

    Letzt endlich sind doch dann ale aus dieser zeit Nazis oder was?


    Nein, meine Oma väterlicher Seits war kein Nazi, sondern Sozi. Ok, macht heute auch kaum nen Unterschied, aber damals schon. Oma schaffte es dann sogar über den Weg des Neulehrers zur Parteisekretärin. Erwähnte ich das es sich dabei um meinen bösen Stiefvater handelt?


    Allzeits gute Fahrt!


    Gruss Moe :smokin:

  • Hinfällig ist die Diskussion mit Sicherheit nicht.


    Es geht ja im Grunde auch nicht darum, ob es Günter Grass vorzuwerfen ist, dass er in der Waffen-SS war. Das hab ich ja oben schon geschrieben und du hast es auch richtig erkannt: Sich dagegen zu wehren, wär dem Selbstmord gleichgekommen.


    Die Frage ist nur, warum gerade G.Grass, der bei allen anderen den offenen Umgang mit ihrer Vergangenheit gefordert hat, mit seiner eigenen Vergangenheit hinter dem Berg gehalten hat. Dieses Verwenden verschiedener Messlatten für andere und sich selbst ist das Problem an der Geschichte. In den 80ern hat Grass sich ereifert, wie Bundeskanzler Kohl und US-Präsident Reagan auf einem Friedhof den Toten des Zweiten Weltkrieges gedenken könnten, auf dem auch einige Mitglieder der "bösen" Waffen-SS liegen. Da hätte er auch selbst liegen können.


    MfG
    Ralf

  • Ich muss leider jeden Tag auf Arbeit die Schlagzeilen der BLÖD-Zeitung lesen, und die schlachten das auch schon seit 3-4 Tagen aus...
    Ich hasse dieses Schmierblatt, vor allem da ich jeden Tag aufs Neue mitbekomme, wie manche Kollegen die Inhalte für voll nehmen und rücksichts-sowie ahnungslos über "alle Politikerschweine" usw usf herziehen...
    Das kann einen echt aufregen.
    Wie war diese eine schöne Beschreibung über Dittsche noch? Ein Mann, der mit dem gefährlichen 5-Prozent-Wissen aus der BILD... :D sehr treffend.
    Und zu G.Grass: Da bin ich ganz Profs Meinung, das passt nicht so recht zu seiner "Mahnrolle"...


    Gruß, J-O

  • Deshalb sag ich auch: Ich find die Diskusion hinfällig, zumindest die das der ein Nazi war und ob er dazu zu "verurteilen"(natürlich nicht gerichtlich^^) ist^
    Das er erst so spät damit ist ist wieder eine andere Geschichte, aber ich muss ich mich Prof anschließen, ist schon seltsam, vll. nimmt der Herr Grass mal persönlich Stellung zu der Sache.
    @ Moe Respekt vor deiner Oma
    MfG joker

  • Über die BILD regt man sich nicht mehr auf, wenn man immer schön BILDBlog liest :wink:


    Joker: Als Stellungnahme geht vielleicht das Interview durch, was die ganze Geschichte ins Rollen gebracht hat. Für den Rest soll man sich ja das Buch kaufen. Laut Grass steht da alles drin, was er zu dem Thema zu sagen habe.


    [edit]Um 00:15 läuft im HR die Wiederholung von "Wickerts Bücher" von vorhin, wo er zu Gast war. Werd ich mir mal anschauen und gucken, was er zu sagen hatte. Kurzen Überblick gibts hier: [url=http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,432280,00.html]Spiegel-Online[/url][/edit]


    [edit2]Und heute (morgen) um 17:30 auf Phoenix: Der Fall Grass. 150 Minuten Dokumentationen zum Thema. Inklusive o.g. Wickert-Sendung. Wen's interessiert....[/edit2]


    MfG
    Ralf

  • Eigentlich geht es nicht um seine Jugend. Es geht darum, wie er in den letzten ~60 Jahren mit dieser Jugend umgegangen ist. Für die Bewertung seiner Jugend verweise ich auf das, was ich in meinem ersten Beitrag in diesem Thread gesagt hab. Mehr Worte muss man dazu auch nicht verlieren. Ist Geschichte.


    MfG
    Ralf

  • Also ich fand ja ganz nett was er da gesagt hat, allerdings hat er die Frage warum er es verschwiegen hat geschikt umgangen, so wie ich das mitbekommen habe......*grml* hab bloß die Hälfte mitbekommen, Westfernsehen stört hier halt oft :D
    MfG joker317

  • Das eine bedingt aber leider das andere, dementsprechend sind alle Diskussionsansätze ohne Berücksichtigung dessen worum es EIGENTLICH geht, nämlich ein "Geständnis" in Herrn Grass' Autobiographie (ich bin mal so dreist zu wetten, dass die Mehrheit derjeniegen die hier mitlesen oder sich bereits eine "Meinung" zu dem Thema gebildet haben, nicht einmal den Titel des Buches kennen), ohne jede Grundlage.

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