Anleitung: Bremse wechseln

  • Hallo,


    hab das Gefühl, dass die Bremsen von meiner Kr 51/2E nicht mehr richtig ziehen... Deshalb möchte ich sie gerne ausbauen und neue einbauen. Hat da jemand evtl. ne Anleitung für mich wie man sowas Schritt für Schritt macht?


    (...vermutlich müssen nur die Bremsklötzer gewechselt werden - Hat da jemand nen "Geheimtip" bzw. ne Empfehlung, welche Bremsklötzer am besten sind?)


    Gruß schwalbenraser

  • wo wir hier gerade beim thema sind:


    airhead, du als kfz'ler hast da doch bestimmt ahnung von. es gibt meines wissens nach bremsbeläge in unterschiedlichen härtegraden, was sich dann so äußert dass weiche beläge sofort gut packen, aber auch sehr viel abrieb haben, und die harten optimal passen müssen und nicht so viel staub erzeugen. ich habe den eindruck, dass vor allem die vorderen bremsen der vogelserie ziemlich staubempfindlich sind (ich bin dauernd dabei die auszustauben, weil bremswirkung fast null). ich habe (glaube ich) noch originale beläge, die sind so rötlich.
    sind diese originalen beläge eher hart oder weich? was für beläge (belagsarten) empfiehlst du? ich hab meine vorderbremse vernünftig eingestellt und mittels zwischenlage auch dafür gesorgt, dass die richtige bremsbacke zuerst anliegt. zu beginn ist die bremswirkung auch sehr gut, aber sie lässt relativ schnell wieder nach.

  • Da gibts einige unterschiede.
    Es hängt auch vom härte Grad aber wichtig ist auch das Material.
    Organische, Sintermetall, Astbesthaltige (gut die waren mal).


    Klar wenn viel Bremsstaub in den Trommeln ist bremst es weniger. Dies ist vorne aber gleich wie hi. und hinten bremst es ja trotzdem angemessen.
    Das ist das alte Leiden vorne mit der Konstruktion. Ich aber eine solche Bremse richtig eingestellt und anständige Beläge vorhanden bremst das auch.
    Vergleiche bezüglich heutiger Bremsanlagen sind eh sinnlos, an die Bremswerte und Bremsverhalten kommt die Trommel nicht ran.


    Für unsere zwecke sollten (nach Empfehlungen der Betriebe die ich angeschrieben habe) normale Motorradbeläge von Fredo, Brembo und co. völlig ausreichend sein und besser als die billigen Nachproduktionen sowieso.


    Was nett ist die Beläge können auf die Trommel angepasst werden (natürlich aufpreispflichtig) so kann eine Trommel die schon einige km auf dem Buckel hat auch wieder zugebrauchen sein, ohne 5mm Beilagen unter die Backen zu legen.
    Die Beläge gibts in entsprechen Stärken die auch geklebt werden. Sie werden dann auch die Bremsankerplatte montiert und auf einer Drehbank an die Trommel (Maß) entsprechend angepasst. Dies hat auch den Vorteil mitunter mehr Belag zum Tragen auf der Lauffläche kommt. Stimmt dann noch die EInstellung der Bremse zwecks Hebelwege/Kräfte kann am auch die noch so schlechteste Bremse hinbekommen.


    Natürlich hat das seinen Preis, ein paar Backen kosten dann schnell über 20euro. Aber das will ja wieder niemand bezahlen , da die meinsten SImsonfahrer einfach viel zu geizig sind.

  • Zitat von möffi

    ich hab meine vorderbremse vernünftig eingestellt und mittels zwischenlage auch dafür gesorgt, dass die richtige bremsbacke zuerst anliegt.


    äähm, man lernt jeden tag dazu...


    dass die richtige bremsbacke zuerst anliegt? welche sollte das denn sein?!...
    noch nie was von gehört...


    MfG

  • Jein. Die Bremsbacken haben unterschiedliche wirkungen beim Anliegen.
    Die Anlaufende Bremsbacke bremst am meisten (diese hat er zuerst anlegen lassen). Diese wird durch ihr eigen erzeugete Bremskraft an die Trommel gedrückt, man könnt dazu auch selbst verstärkung sagen.
    Bei der ablaufenden ist es genau umgekehrt.


    Die Anlaufende hat so auch den meisten verschleiß, so kommt es auch das es irgendwann viel zu unzureichend Bremst , das nachstellen aber nicht hilft, da die eine Backe mehr verschlissen ist als die andere.
    Oder die eine überbeansprucht wurde und verglast ist.

  • Airhead: danke! dann werd ich mal die gelben seiten durchforsten wo es bei mir in der nähe einen betrieb gibt, der bremsbacken neu belegt. hat man da ne chance bei motorrad/autowerkstätten?


    Martin:
    die simson trommelbremsen sind ja simplexbremsen. sprich die backe wird nur an einer seite weggedrückt, die andere seite hat ein festes wiederlager. wie airhead schon schrieb gibt es nun eine auflaufende und eine ablaufende bremsbacke. erstere wird beim bremsvorgang durch die reibung dazu gebracht, sich selbst noch mehr gegen die trommel zu drücken, bei letzterer ist das genau andersrum. daher ist die bremsleistungsverteilung ca 70/30. die hintere bremse bremst nun so gut weil immer die auflaufende backe zuerst anliegt. dadurch, dass die bremse vorne genau spiegelverkehrt ist, kommt hier im normalfall die ablaufende, also "falsche" backe zuerst an die trommel und man hat demzufolge nur 30% bremsleistung. durch unterschiedlich starke zwischenlagen kann man jetzt dafür sorgen, dass die auflaufende backe zuerst anliegt, und dann wundert man sich warum das plötzlich so gut bremst ;-)

  • die hintere bremse bremst nur so gut weil immer die auflaufende backe zuerst anliegt. dadurch, dass die bremse vorne genau spiegelverkehrt ist, kommt hier im normalfall die ablaufende, also "falsche" backe zuerst an die trommel und man hat demzufolge nur 30% bremsleistung.(möffi)



    ==>


    kann man denn nicht das vorderrad um 180° drehen damit die auflaufende backe zuerst anliegt?? das müsste doch sogar ohne einen längeren bowdenzug zu machen sein oder nicht??


    ich weiss es ist nicht original, aber ich finde der zweck heiligt die mittel.


    hat das schonmal jemand gemacht??



    falls das jetzt totaler blödsinn ist, bitte nicht erschiessen. ist mir gerade so eingefallen und erscheint mir logisch! :-)


    mfg


  • Vorderrad um 180° drehen geht nicht, weil das Gegenlager für das Bremsschild nur auf einer Seite ist.


    MfG


    Tobias

  • eben. erstens das, und wenn du das bremsschild auf die linke seite verlegst, dann müsste ja auch der bemshebel nach vorne hin gezogen werden, der bowdenzug würde also in fahrtrichtung aus der trommel ragen.


    zum thema nicht originale bremsen gibt es einmal die möglichkeit vorne auf aussenliegenden bremshebel umzurüsten (wie s50), eine größere trommel einzuspeichen (wird derzeit glaube ich von storm mit ner ts-bremse gebaut udn getüvt), oder -ganz radikal- die aktuelle vorderbremse auf duplex oder sogar servobremse umbauen. letzteres hab ich auf der langen liste namens "wenn ich mal groß bin" stehen. es reizt mich einfach, connections zu ner fräse und nem wig-trafo hab ich auch. bislang ist das aber noch im stadium "schnapsidee". falls das irgendwann mal konkreter werden sollte lasse ich das nest natürlich daran teilhaben.

  • ich weiß nicht genau, wie weit storm ist, aber ich habe mitlerweile die mz-nabe an einigen stellen abgedreht (sonst passt sie nicht mit bremsankerplatte in die schwinge) und mir eine schraubhalterung für den gegenhalter erdacht, mit der unser tüv-mann zufrieden ist. dabei wird sowohl die alte bremsnippelaufnahme als auch die untere stoßdämpferaufnahme genutzt. desweiteren hab ich mir 125mm speichen besorgt. genauere informationen und die eintragung für alle wird es geben, wenn ich fertig bin und der umbau auch eingetragen ist.
    bilder habe ich fleißig gemacht, dann gibt es einen eigenen thread.
    gruß aus kiel

  • Unbedingt ein Bild von der Platte machen!!!!


    Welche Speichen hast du genutzt ?


    Hab 125mm Aus einer BMW in VA^^


    Alles hier, nur die Platte macht mir gedanken, denn der Bowdenzug darf ja nicht nach vorne gucken...


    oO mach mal hinne^^ ich will auch^^

  • wie ich schon andeutete. ich will hier kein gewese um ungelegte eier machen, darum bin ich erstmal vorsichtig. wenn die sache fertig und abgenommen ist, gibt es eine ausführliche bauanleitung mit maßen u. ä. und (falls gewünscht) auch die eintragung vom tüv für die eigene abnahme.
    bis dahin sind noch ein paar detailfragen zu klären.


    und ja, ich hab die bmw- speichen in va in der länge 125. allerdings kommt das einspeichen ganz zum schluss, wenn nabe, ankerplatte und "nippelhalter" passend sind.


    im übrigen scheint die honda dt80 eine sehr gut auf die original-simson-nabe anpassbare scheibenbremsanlage zu besitzen (wir haben da noch ein wenig reste in der werkstatt stehen). aber dieser versuch ist noch ein traumgedanke.

  • Um noch einmal auf den OP zurückzukommen ...


    Gibt es irgendwo eine gescheite Anleitung für Mechanik-Idioten, wie mensch Bremsbacken vernünftig wechselt und einstellt?


    Also für Leute ohne eigene Drehbank, Schweißgerät und dergleichen ....


    Ich muss dringend was an meinen Bremsen machen und habe dabei zwei Probleme:


    1. Die vordere Bremse bremst "bescheiden". Ausserdem ist der (neue) Bremsbowdenzug zu lang (oder die Bremse zu abgenutzt???). Ich musste den Bowdenzug vorne aus der Hülse des Bremsschildes ziehen und mit einer Unterlegscheibe vorspannen. Sprich: Die Unterlegscheibe sitzt vor dem Bremschildkanal, und hindert die Hülse des Bowdenzuges daran, die zwei Zentimeter in den Bremsschild reinzurutschen. Am Bremshebel ist die Stellschraube auch komplett rausgedreht. Das Laufrad ist neu, die Bremse vermutlich asbach...


    2. Am Hinterrad habe ich die Stellschraube extrem weit reingedreht und musste einst sogar den Schalter für das Bremslicht verstellen. Hier ist sowohl das Laufrad uralt als auch die Bremse.


    Ich weiss nicht, ob ein einfaches Wechseln der BRemsbacken hilft, oder ob man anderweitig noch aktiv werden muss. Fakt ist, daß beide Bremszüge vorne und hinten fast bis zum Anschlag vorgespannt sind - und das sollte ja eigentlich nicht so sein.


    Also - ein Link zu einer anfängerfreundlichen Bremsbacken-Wechsel-Anleitung wäre super hilfreich!!!


    Alternativ wäre ich auch für Schrauberhilfe in Berlin dankbar - Freibier oder Cola selbstverständlich inklusive!


    Konnes :-D

  • Hmmm... okay.


    Lesen soll ja manchmal auch schlauer machen.


    Also Miraculis Seite sagt mir schonmal mehr über den normalen Wechsel von Bremsbacken...


    Bleiben aber die beiden genannten Probleme... Ich werde mir bei AKF zwei Sätze Bremsbacken bestellen und versuchen, die einzubauen. (Lohnen sich die "1. Wahl" Bremsbacken für doppelt so teuer, die man offenbar vorher noch zurechtschleifen muss ???)


    Würde mich trotzdem noch über ein paar Tips zu oben genannten Problemen freuen - sicher habt ihr auch schon mit ähnlichen Sorgen zu kämpfen gehabt. (Stichwort Unterlagen für die Bremsbacken in verschiedenen Stärken ????)

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