Ölanteil im Gemisch erkennen [Gelöst]

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Nestler,


    ich hab da mal ne Frage.


    Weiß jemand von euch, ob und wie man den Anteil an Öl in fertigem Gemisch bestimmen kann? Geht das mit "normalen" Mitteln überhaupt?


    Problem ist folgendes: Ich habe dummerweise nicht darauf geachtet, welches von der fertigen Mische ich wo hineingeschüttet habe. Es sind folgende Geräte am Start:
    1 x Benzinrasenmäher (DDR) - 1 : 33
    1 x Motorsense - 1 : 40
    1 x Motorrrad - 1 : 50


    Ich weiß nun nicht, was ich wo eingefüllt habe, hätte es aber gern gewußt.


    Qdä


    PS: Ihr braucht mir auch nicht schreiben, daß ich die Kanister irgendwie kenntlich machen soll, was da drin ist! Das weiß ich selber.

  • Du kippst 50 ml von jedem in je ein Reagenzglas und wartest dann.


    Bei Sonnenschein sollte das ziemlich schnell verdunsten.
    Dabei findest du dann 1ml ( 1:50 ) / 1,25 ml und 1,51 ml Öl....


    Nun halt noch richtig hinschauen und fertig.


    Haste aber nur " Pi x Daumen " gemischt wirds schwierig...


    ---------------------


    Ansonsten. Mach dir ne neue 1:50 Mische und mische die anderen 3 Kanister langsam dazu bis sie weg sind.


    So wird dan der 1:33 noch verdünnt und aus Fehlern lernt man halt

  • Moin,


    da Du weißt, welche Mischungen du hast, genügt jeine vergleichende Betrachtung, die eventuell so klappen könnte, wenn Du es wirklich ermitteln willst:
    in einem mit Wasser gefüllten Becken etwas Lycopodium (Bärlappsporen) auf die Wasseroberfläche streuen und aus einer Pipette mit feiner Spitze jeweils einen gleich großen Tropfen der zu prüfenden Mischungen auftropfen. Der größte Teil des Benzins verdunstet und das Öl bleibt als ziemlich exakt runder Fleck auf dem Wasser, dadurch daß die Bärlappsporen zur Seite geschoben werden kann man das sehr gut sehen.
    Da die Flecke die gleiche Dicke haben, kann man aus Ihrer Größe auf den Ölgehalt schließen, 1:33 macht den größten Fleck..
    Das Prinzip verwendet man zum Beispiel als Schulversuch, um die Avogadro-Konstante experimentell zu bestimmen. Da nimmt man halt ein exakt bestimmtes Volumen Öl in Benzin und kann dann aus der Fleckgröße die Dicke bestimmen und dann näherungsweise die Anzahl Moleküle berechnen.
    Versuch macht kluch
    duopa

    • Offizieller Beitrag

    Moin,

    Zitat von duopa

    ...jeweils einen gleich großen Tropfen...


    ...und das bekommt man hin ? Ist das realistisch ? Wie unterscheiden sich denn bei dieser Vorraussetzung die Durchmesser der Ölflächen auf dem Wasser ?


    Ansonsten...Respekt !


    Gruß aus Braunschweig

    • Offizieller Beitrag

    aufgrund der oberflächenspannung des gemischs kann es durchaus passieren, dass man bei ein und demselben gemisch ähnlich große tropfen hinbekommt. da sich die oberflächenspannung jedoch ändert, wenn der ölanteil verändert wird, würde ich behaupten, mit haushaltsmittel sind gleich große tropfen kaum hinzukriegen. in der chemie gibt es dafür elektronische pipetten. sollte man das dennoch schaffen, so würden die unterschiede bei den ölflecken folgendermaßen aussehen:


    1:33 ist im gegensatz zu 1:50 eine um 50% fettere mischung (30ml auf 1000ml bzw. 20ml auf 1000ml). mit der sinnhaften annahme, dass öltröpfchen annähernde kreise bilden und mit der vereinfachung, dass diese kreise überall die gleiche höhe haben, gehen wir also davon aus, dass


    Flächeninhalt(1:33) = Flächeninhalt(1:50) * 1,5


    mithilfe der kreisflächenformel, erhält man nach einigem umstellen dann:


    (Wurzel(1,5)) *Radius(1:50) = Radius (1:33)


    Das bedeutet mit anderen worten: sollte mein 1:50 fleck einen durchmesser von 3mm haben, hat der 1:33 fleck 3,7mm durchmesser. das könnte schon erkennbar sein.
    gruß aus kiel

    • Offizieller Beitrag

    Quacks


    Ich glaub nicht, dass dem Rasenmäher eine falsche Tankfüllung schaden wird. Der überlebt auch mal 2l 1:50, falls das im Tank gelandet ist. Gleiches gilt wohl für die Motorsense. Ob nun 1:40 oder 1:50, auch da wird eine Tankfüllung nicht schaden. Ich würde mir da keinen großen Kopf drum machen oder gar irgendwelche Wassereimer mit einer Druidenmixtur füllen, um das festzustellen. :))

  • Moin,
    auch wenn es wie Baumschubser schon sagt wenig praktischen Wert hat, habe ich es gerade mal einfach ausprobiert mit einer gewöhnlichen Pipettenflasche aus der Apotheke.
    Die Unterschiede zumindest zwischen 1:33 und 1:50 sind deutlich, bei einem Tropfen etwa 20mm zu 15mm nach kurzer Wartezeit, man kann aber ja auch jeweils 2 Tropfen nehmen, dann werden die Flecke entsprechend größer. Wenn man drauf achtet, daß die Wasseroberfläche sich völlig beruhigt hat vor dem Auftropfen, werden die Flecke auch ziemlich kreisrund. Statt Bärlappsporen gehen vermutlich auch andere Stäube, wenn sie nur leicht sind und nicht benetzbar.
    Auf unterschiedliche Tropfengröße hat totoking ja hingewiesen, aber da mit steigendem Ölanteil bei gleicher Pipette die Tropfen größer werden, wird der 1:33-Fleck noch etwas größer als bei gleicher Tropfengröße, steigert also nur die Erkennbarkeit. Die Größenverhältnisse entsprechen hier nicht der Rechnung, da Benzin von der Tanke auch ohne Ölzusatz unter diesen Versuchsbedingungen nicht restlos verdunstet.


    Norbert

    • Offizieller Beitrag

    15mm * Wurzel(1,5) = 18,4mm.
    also so weit ist die rechnung ja gar nicht von der wirklichkeit weg. das ist ja toll... der fehler steckt nun aber hauptsächlich in der oberflächenbeschaffenheit. wenn ich irgendwann mal richtig langeweile habe, überleg ich mir ne genauere formel, die die oberflächenspannung mit einbezieht :wink: und die benzinreste gehen dann ja eh nur noch als konstante ein.
    gruß aus kiel

  • müsste doch normaler weise auch über das gewicht ermittelt werden können, da öl und benzin andere dichten haben...


    also ein probeglas oder ähnliches machen und dann auf die briefwaage stellen :D

  • Zitat von auto

    müsste doch normaler weise auch über das gewicht ermittelt werden können, da öl und benzin andere dichten haben...
    also ein probeglas oder ähnliches machen und dann auf die briefwaage stellen :D


    Moin, wenn man einigemaßen exakte Volumina messen kann, geht das mit einer guten Waage auch. Ich habe hier mal auf die Schnelle mit frischem Esso super und Aral 2T Energy 1:50 und 1:33 hergestellt und auf einer Analysenwaage gewogen:
    10ml ESSO pur 7,384 g
    10ml ARAL 2T 8,461
    Rein rechnerisch sollten sich also für 10ml einer 1:50 Mischung 7,405g ergeben, gewogen hab ich:
    10ml 1:50 7,432 g
    10ml 1:33 7,538 g
    Dabei ergibt sich natürlich das Problem, daß schon während des Wiegens Benzin verdunstet, man kann auf der Waage zusehen, wie es weniger wird. Ich habe einfach 10ml mit einer Vollpipette auf der Waage in das tarierte Gefäß laufen lassen und sofort abgelesen, so daß vergleichbare Umstände gegeben waren.
    Wenn die Gemische alle aus gleichem Benzin und gleichem Öl sind, kann man die aber auch mit Haushaltsmitteln über den Farbunterschied ganz gut auseinanderhalten, wenn man auf gleiche Schichtdicken achtet, also z.B. Reaganzgläser möglichst mit flachem Boden gleich hoch befüllen und von oben gegen einen weißen Untergrund vergleichen.
    Wenn man ein Refraktometer zur Hand hat, geht es auch mit zwei Tropfen über den Brechungsindex, in welcher Bandbreite aber Benzine und Öle verschiedener Firmen sich bewegen, weiß ich nicht, bei mir sah es jetzt so aus:
    Esso Super pur 1.4210
    1:50 1.4295
    1:33 1.4340


    Norbert

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