Von der Schwalbe auf's ganz große Gerät (A-offen) - Eure Erfahrungen

  • Mal eine andere Frage, wie sieht es bei den langjährigen und ich denke halbwegs vernünftigen Motorradfahrern Unfall mäßig aus? Gibt es welche die noch nie einen hatten? Mit dem Moped im Stand umfallen, lass ich mal nicht als Unfall gelten. :mrgreen:

  • Mein Vater hatte in seinen 35 Jahren aktiven Motorrad Fahrens(Sommer wie Winter) nur einen Unfall und da wurde er von einer entgegenkommenden Linksabbiegerin weggeholt(Sie hat die Vorfahrt missachtet). Also Pech gehabt. Wenn man vernünftig an die Sache rangeht, den nötigen Überblick und Konzentration mitbringt und immer ein Finger breit "Angststreifen" am Reifen über lässt, dann kann nix passieren.


    Außer man begegnet einem/einer IdiotIn...

  • Mein Vater hatte mit 16 (mit einer GTS50 Zündapp) einen Unfall, sodass er 2 Jahre keinerlei sportliche Betätigung machen konnte. Nochmal 2 Jahre später fliegt er in Irland, noch ein Jahr später liegt er in Frankreich, wegen einer Ölspur, Resultat Gehirnerschütterung, Schlüsselbeinbruch und noch einige kleinere Sachen. Noch ein Jahr später und nach mehreren Totalschäden (zum Glück immer nur an der Maschine) hat er es endgültig aufgegeben. Hoffe mir gehts da anders :)

  • Hallo,
    habe diesen Umstieg vor nicht allzulanger Zeit hinter mir -erste Fahrstunde: Schock: Direkt aus der Garage des Fahrlehrers auf ein Motorrad und gleich eine ausgedehnte Überlandfahrt ("Du kannst Moped fahren, also kannst du auch Motorradfahren") -das ungewohnteste war die starke Beschleunigung (hatte am Anfang immer ganz verkrampfte Hände) und vorallem die krasse Bremswirkung, aber sonst natürlich ein Riesenvorteil, sich auf das Fahren und nicht noch auf den Schaltvorgang konzentrieren zu müssen. So musste ich nicht allzuviel Fahrstunden machen. Am Anfang hatte ich noch vor jeder kleinen Kurve Schiss und fand das Motorrad sehr unhandlich ( im Vergleich) inzwischen nach jährlich 9000 Motorradkm und nur noch vielleicht 500 Mopedkilometer geht es mir fast umgekehrt -fühle mich auf Motorrad sicherer als auf Moped und freue mich auf jede Kurve -habe aber auch "nur" eine sehr handliche 600er Honda mit zahmen 78 PS -fährt sich wie ein schnelles Moped. Kann nur davon abraten sich gleich, auch wenn man darf, ein Motorrad mit deutlich mehr Leistung zu fahren. Auch an die Beschleunigung von nur 78 PS muss man sich erstmal gewöhnen -verstehe inzwischen und finde es auch sinnvoll, dass die "Jungen" erstmal nur 34 PS fahren dürfen. Insgesamt habe ich ( das habe ich aber hier auch schon gelesen) durch den Führerschein viel fürs Mopedfahren gelernt ( z. B. Blickführung, Kurventechnik etc.)
    Martin

  • es gibt auch schon einige, die nur um die (meistens etwas darüber) 40 m Bremsweg brauchen, wobei ich denke, dass das der Durchschnittsfahrer auch nur mit ABS ( wie beim Auto auch) schafft, ich denke eher, dass es Autos gibt, die diese 40m Marke deutlicher unterschreiten

  • zurück auf ne simme ist genial , man hat plötzlich spielzeug unterm hintern , kein gewicht also mal ebend in die kurve legen , nix problem , nur die bremse , eyeyey



    Das seh ich jetzt nicht unbedingt so, vor allem das in die kurve legen würd ich mit der Simson lassen (zumindest auf keinen fall so wie mit dem Mortorrad)
    Auf dem motorrad hat du "runde" reifen, sprich sie bieten auch in schräglage noch halt... die der simson sind ja eher wie fahrrad reifen, sprich die größte auflagefläche haben sie wenn das moped ziemlich senkrecht steht....

  • So, jetzt will ich nochmal. Gute 10 Jahre später habe ich auch tatsächlich den A-Schein gemacht. Mein paranoides früheres Ich hat sich in jedem Fall bedeutend zu viele Gedanken gemacht. Nach 10 Jahren mehr oder weniger intensiver Schwalbenerfahrung hatte ich mit dem A-Schein keinerlei Probleme. Also gar keine. Mopped nicht einmal abgewürgt oder gar umgeschmissen. In der ersten Fahrstunde nach etwas Slalom mit dem 125er und in der Stunde noch gleich auf die Landstraße, danach nur noch die große Maschine. Das war ne Kawasaki ER-6 und die fährt sich imho wie ne sehr unbequeme sehr schnelle Schwalbe. Das doppelte Gewicht merkt man zumindest bei der Maschine kaum.


    Lernfelder waren dagegen:
    - Man fährt nicht auf weißen Fahrbahnmarkierungen wie bspw. den weißen Richtungspfeilen
    - Man schiebt sein Moped nicht an der Ampel an. Das sieht wohl total lächerlich aus.
    - Schulterblicke bei diversen Verkehrmanövern, die man sich leider schon wieder abgewöhnt hatte.
    - nicht alle Zweiräder verzögern so zaghaft
    - rechts macht laut UND schnell
    - Varianten des KRAD-Grußes


    Also nur keine falsche Scheu, den Führerschein hätte ich auch vor meiner Midlifecrisis machen können.


    So long!

  • Herzlichen Glückwunsch zum A-Schein!
    Würde ich ja auch gerne machen, aber die Kosten haben mich doch ziemlich abgeschreckt und ich habe immer so eine große Prüfungsangst. Den Schein hätte ich damals noch mit meinem PKW-Führerschein machen sollen. Dann hätte ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
    Was hast du denn gezahlt, wenn ich fragen darf?

  • So habe ich die Preise auch noch im Kopf. Wenn alles dann auch mit Prüfung definitiv klappt, kann man sich ja auf den Preis einrichten. Falls man die Prüfung aber nicht besteht, darf man noch mehr berappen.
    Ich finde die Preise (für PKW und Motorrad) jedenfalls viel zu überzogen hier in Deutschland, dafür dass dann nicht mal die Garantie gegeben ist, dass man den Lappen auch definitiv bekommt.
    Ich finde so etwas sollte zur allgemeinen Grundausbildung gehören.


    Jedenfalls freue ich mich für dich und viel Spaß mit deinem A-Schein.:smile:


    Bin jetzt etwas neidisch!;)

  • Da lag ich auch so ungefähr, glaube glatt 1300 weil am Tag der Prüfung noch Orkan Xavier dazwischen kam und wir abbrechen mussten.




    Nächste Lernfelder sind dann im Alltag sichere Positionierung im Verkehr und Linienwahl. Nie mittig hinterm PKW her fahren, Kurven auch mal hinterschneiden, also später einlenken damit man gut gucken kann und am Kurvenausgang nicht in den Gegenverkehr getragen wird... Bernt Spiegels "Motorradtraining alle Tage" gibt da kompakt aufgearbeitet guten lebenswichtigen theoretischen Input. Ich kanns empfehlen, ebenso wie so ein ADAC Training wo man mal gucken kann was mit der Fuhre so geht.

  • Ich habe das Buch von Bernt Spiegel. Man kann schon sagen, es ist ein echter Klassiker!
    ADAC Sicherheitstraining würde ich auch gerne mal machen. Gibt's aber leider nur für Motorräder, nicht für Mopeds. Oder weiß da jemand mehr? Gerade die kleinen 50er im Straßenverkehr - die, die man auch mit einem PKW-Führerschein fahren darf - sollten so ein Training haben dürfen. Man kennt zwar die Regeln auf den Straßen, aber weiß dann doch nicht genau, wie man sich mit einem motorisierten Zweirad auf denen SICHER verhalten soll.

  • Moin.



    Glückwunsch zum Motorradlappen!!!
    Ich bin ja eher später an die Schwalbe gekommen, als ich mein Motorrad schon lange hatte. Ein Sicherheitstraining ist mir für 50er eher unbekannt. Ich würde einfach mal mit den Organisatoren Rücksprache halten. Nicht unbedingt nur den ADAC, sondern auch "Bikertraining Nord" oder "Zweiradakademie".




    Nebenbei: Ich kann nur jedem Motorradfahrer ans Herz legen, ein Sicherheitstraining zu machen. Man lernt selbst als erfahrener Fahrer unheimlich viel dazu. Ein absoluter Sicherheitsgewinn. Und später auch ein Kurventraining. Das macht richtig Laune.



    Gruß Maik

  • Als inzwischen sehr erfahrener Motorradfahrer möchte ich noch hinzufügen:
    Fahrt abseits der Straße, übt das Geländefahren!
    Im Gelände erlebt man Situationen, die man auf der Straße nie oder wenn, dann nur im Ernstfall erlebt.
    Man hört auf, sich bei einem stehenden Vorderrad zu verkrampfen, weil man es eh dauernd erlebt.
    Man lernt noch viel besser,den Untergrund zu "lesen" als man es auf der Straße tut.
    Man lässt das Motorrad unter einem arbeiten, man arbeitet viel mehr mit der Verlagerung des Schwerpunktes und so weiter und so fort.



    Ein Sicherheitstraining ist gut, aber es ist nur eine einmalige Sache und man kann das Gelernte nicht wirklich verinnerlichen und wirklich in die Tiefe kann das Training nicht gehen.

  • Das stimmt wiederum! Deshalb überlege ich mir vielleicht ein paar Fahrstunden bei der örtlichen Fahrschule zu gönnen. Als eine Art Auffrischung und Anleitung. Wirklich verinnerlichen tut man das gelernte natürlich nur in der täglichen Praxis über Jahre hinaus.

  • @ Richi: ins Gelände mit dem Motorrad ist gut... Mach das mal mit der Harley...:)


    Ich fahre seit 38 Jahren Motorrad und seit 10 Jahren zusätzlich Schwalbe. Es ist beides geil!
    Und wenn ich nach ner Motorrad Tour mal wieder die Schwalbe nehme, geniesse ich die Entschleunigung und den Respekt vor den schlechten Bremsen.
    Nehm ich dann wieder das Motorrad, hab ich Achtung vor der Leistung. Es ist alles ein Wechselspiel, aber beide Fahrzeugarten machen auf ihre Weise super Spass...

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