Beiträge von Schwarzer_Peter

    Der Trichter fällt gerne von selber ab. Erstens ist das Blech hauchdünn, zweitens ist er ab Werk nur mit zwei Schweißpunkten befestigt. Wer in Geometrie aufgepasst hat, weiß, dass drei nötig gewesen wären.


    Neu anpunkten - Batterie abklemmen und Zündelektronik vorher ausbauen, so wie wir das gelernt haben - und dann aber auch sauber abdichten. Ab Werk dichtet nur die Farbe, und ja, "das bisschen" Nebenluft hier stört auch.


    Wenn du schon dabei bist: Auch der Schlauchanschluss links unten wird gerne mal lose. Beim Reparaturversuch nicht hineinwerfen!

    Am Vergasertyp 16N1 gibt es Dutzende Möglichkeiten, das Standgassystem zu vermurksen - und selbst in einwandfreiem Zustand ist es trotzdem noch ein ständiges Ärgernis.


    Wenn dann noch die originale Unterbrecherzündung drin ist, mit ihrer bei langsamen Drehzahlen grenzwertig schwachen Zündspannung, dann ist der Spaß schon verdoppelt.


    Also ran an den Schiet. Ist das Vergasergehäuse überhaupt noch das richtige - Zuluftkanal zu dieser Stellschraube am Flansch offen oder dort verstopft und von unten links aufgefräst? Ist die Stellschraube die richtige für dieses Gehäuse - es gibt drei verschiedene? Wenn das die Ausführung mit Dichtung auf der Schraube ist: Ist die Dichtung noch da? Ist die Leerlaufdüse die richtige? Ist die Durchlassbohrung unter dem Gasschieber sauber und intakt, oder verstopft, oder gar von unsachgemäßer Reinigung geweitet? Hast du den richtigen Gasschieber - ohne Planfläche an der Unterseite? Wie sieht die Anschlagfläche für die Stellschraube aus? Ist die Stellschraube noch ganz oder fehlt die Spitze? Ist der Schieber oder der Schieberzylinder schon so abgenutzt, dass der Vergaser von oben Luft zieht?

    Jetzt sind wir gerade mal halb durch, genug für heute.

    ... und wenn man das Spiel dieser Schaltwelle ausgleicht, dann sorgt man dafür, dass sie möglichst weit rechts sitzt. Im dritten Gang ist der enge Sitz zwischen Losradzapfen und Festrad am wichtigsten!

    Du brauchst den 16N1-5 oder besser gleich den 16N3-11. Du brauchst aber auch den Luftfilter oben im Knieblech, nicht unten im Trichter.


    Leichter wird's, wenn du den Simson-werks-amtlichen Original-Murks baust:


    An der /1 muss wirklich alles stimmen, sonst klappt die Einstellerei nie. Fang mal oben an: Ist die Luftfilterpatrone da wo sie hingehört, mit Haltekappe drauf und Dichtring drunter? Ist die Luftfilterpatrone die richtige? Wann zuletzt gereinigt und geölt? Ist der Schlauch nach unten an beiden Enden fest, nirgends geknickt oder durchgescheuert? Ist der Schlauchanschluss am Luftberuhigerkasten fest oder lose? Wann ist der Kasten zuletzt ausgeleert worden, ist der Ablassstopfen überhaupt noch da? Ist der große Trichter oben fest und dicht? Ist der Gummitopf gut oder rissig?


    Dann sind wir am Vergaser, wie oben diskutiert.


    Hinter dem Vergaser kommt Papierdichtung, Isolierscheibe, Papierdichtung, Zwischenflansch, Papierdichtung, Zylinder. Hinter dem Zylinder kommt der Auspuff - auch hier muss alles fest, dicht und richtig sein.


    Und schlussendlich wird man das wacklige Standgas der 16N1 nur dauerhaft lösen, wenn man stattdessen einen 16N3-11 draufmacht.

    ... aber in umgekehrter Reihenfolge. Erst Schmadderwanne drunter, dann Stöpsel raus.


    Und noch vorhererer: Neuen Stöpsel bestellen für den Fall, dass der vorhandene beim Rausprokeln zerkrümelt.

    Sie haben gerufen?


    Mach da einen 16N3 drauf. Da passen alle Anschlüsse, und die Verbesserungen gerade im Standgas-System werden dich sehr erfreuen. 16N3-1 für die KR51/2, 16N3-11 für die KR51/1. Beides mit Segen vom Werk, weil auf /2 Serienstand im letzten Baujahr und auf /1 noch fürs DUO und als Ersatzteil legitimiert.

    Jo ... das ist der Durchbruch ... saubermachen und Kontaktabstand nachbiegen ...


    Aber mal im Ernst: Die Kerze ist meistens gar nicht schuld.


    Die U-Zündung erzeugt sowieso keine besonders hohe Hochspannung, im Idealfall 12 kV, und mit alternden Spulen und Polrädern wird das nicht besser. Es geht also schon mit der Ausgangslage bergab. Zum Vergleich: Moderne Zündungen wie etwa die VAPE feuern mit der dreifachen Spannung ins Kabel. (Deswegen ist auch der Kontaktabstand so klein, 0.4 mm, wo man normalerweise mit 0,6 bis 0,7 arbeitet. Der geringe Abstand fängt sich umso schneller eine Schmutzbrücke ein, und fort ist der Funke.)


    Die originale E-Zündung ist zwar besser, aber lange nicht gut. Die langen Wege von der Grundplatte zum Elektronikmodul und dann zur Zündspule und dann endlich zur Zündkerze kosten Energie, das Modul an sich ist nicht die höchste Kunst (es gibt von VAPE ein besseres), und altern tut das alles auch.


    Erwärmung - direkt am Motor unvermeidbar - schwächt die Leistungsausbeute dann noch zusätzlich. Simsonauten kennen das: Lustig losfahren, weil kalt funktioniert ja alles, und nach Hause dann schieben.


    Dann haben Kerzenstecker heute gerne einen Entstörwiderstand in der Größenordnung 5 kOhm. Den kann man sich mit heutigen Zündungen leisten, mit einer alten Unterbrecherzündung eher nicht, auch wenn sie in sich perfekt funktioniert. Ich habe auch schon "originale" Blechstecker mit 7,5 kOhm gemessen, wo höchstens 1 kOhm drin hätte sein sollen.


    Hat man also eine sowieso schon grenzwertige Kombination, dann wird die geringste Verunreinigung oder ein leicht zu großer Elektrodenabstand an der Kerze zum Ausfall führen. Mit der frischen Kerze geht's dann wieder, und schwupps sind "die Kerzen" schuld.

    Ich habe mal gehört, dass, wenn sich die Welle im Lagerinnenring dreht, beim Fahren durch den Schlupf eine Art Pfeifgeräusch entstehen soll. Ob das stimmt weiß ich aber nicht.

    Da entsteht das garstigste Kreischen, das man sich vorstellen kann. Mit etwas "Glück" verschweißt sich das in dem Moment, aber die erwartbare Folge ist, dass die Kurbelwelle in den Lagern zu wandern anfängt*, und dann ist ganz schnell ganz viel kaputt.


    *Die Schrägverzahnung des Antriebs übt eine seitliche Kraft auf die Welle aus.

    Lange bekannt und immer wieder überraschend: Die originalen Kurbelwellen sind nicht notwendigerweise maßhaltig. Die DDR-Mangelwirtschaft hielt entsprechend genauso unter- und übermaßige Kugellager bereit; es wurde mit Farbcode markiert und passend verpaart.


    Wenn man mit heutigen, schön maßhaltigen Präzisionslagern eine Überholung macht, dann hat man an der Stelle gerne mal ein Problem. Die Welle muss stramm im Lager sitzen, sonst dreht sie sich im Innenring anstatt der Innenring in den Kugeln.


    Ratet mal, wie ich das herausgefunden habe. :-E