Benzinfilter

Zusätzliche Benzinfilter im Schlauch zwischen Benzinhahn und Vergaser haben dort nichts, reinweg gar nichts zu suchen! Die originalen Simson-Benzinhähne haben je nach Bauart einen oder zwei Siebe eingebaut, die völlig ausreichen müssen. Auf jeden Fall ist über dem Reserve-Steigröhrchen ein Filtersieb aus Messingdraht angeordet und bei den Benzinhähnen mit Wassersack gibt es ein weiteres feinmaschiges Sieb, dass in den Wassersack ragt.

Zusätzliche Benzinfilter sind nämlich nicht nur zusätzlich, sondern leider auch zusetzlich! Eingebaut werden sie zumeist, weil Dreck, Schmodder oder Rostkrümel aus dem Tank in den Vergaser gelangen und dort die Düsen zusetzen. Baut man nun dagegen einen Benzinfilter ein, dann hat man zunächst tatsächlich Ruhe, denn der Filter macht seinem Namen alle Ehre. Aber nur solange, bis er sich selber zugesetzt hat. Und das passiert je nach Zustand des Tanks früher oder später nach einigen Monaten. Leider kann man das nicht sehen und kommt gar nicht auf die Idee, bei Motorproblemen an den Filter zu denken, der langsam beginnt, immer weniger Sprit durchzulassen. Ausgelegt sind die meisten Filter für Autos mit Benzinpumpe, die ordentlich Druck erzeugt und nicht für den geringen Druck, der nur durch die wenigen cm Höhenunterschied zwischen Benzinpegel im Simmentank und Vergaser zustande kommt.

Den Benzinfluss kann man leicht kontrollieren: Schlauch am Vergaser abmachen, in ein benzinfestes Gefäß halten und den Benzinhahn für genau eine Minute öffnen. Dann sollten möglichst mehr als 200ml Benzin im Gefäß sein.

Und gegen Dreck, Schmodder oder Rostkrümel aus dem Tank hilft nur eine gründliche Tankreinigung, besser eine Tanksanierung. Wenn man so schnell nicht dazu kommt, dann hilft es auch, bis dahin niemals den Benzinhahn auf Reserve zu stellen. Denn der ganze Schmodder sammelt sich an der tiefsten Stelle im Tank und das ist der Benzinhahnanschluss.