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Thema: Kurbelwelle einsetzen


  1. #1
    Schwarzfahrer
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    Standard Kurbelwelle einsetzen

    Guten Abend,
    ich habe schon wieder eine Frage. Wie setze ich die Kurbelwelle korrekt ins linke Lager? Also ich habe die linke Motorhälfte vor mir. Sprengring rein. Distanz zur Motorhälftendichtfläche ermitteln und dem entsprechend Ausgleichsscheiben rein. Mit der Heißluftpistole den Lagersitz erwärmen, Lager aus´m Tiefkühler fällt von alleine rein. Scheibe drauf, Wellendichtring drauf. Habe dann vorsichtig das Lager erwärmt (wollte den Dichtring nicht gleich killen). Die Kurbelwelle kam aus´m Tiefkühler. Angesetzt und es flutschte nicht. Reinprügeln???
    Da habe ich eben etwas Angst vor. So wie die Kurbelwelle aufgebaut ist, klopp ich doch die beiden Gewichte auf einer Seite zusammen, wenn ich von hinten auf die Welle haue. Und von der anderen Seite kann ich mit ´nem passenden Rohrstück entweder auf den Sprengring schlagen oder auf den inneren Ring des Kugellagers. Aber das fällt doch beides auch aus, oder?
    Wie bekomme ich denn nun die Kurbelwelle elegant in´s linke Lager? Muss ja auch noch den Mindestabstand zur Kurbelgehäusewand einhalten (mind. 0,25 mm)...
    Viele Grüße

  2. #2
    Kettenblattschleifer Avatar von seggi
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    Was für einen Motor hast du? Beim M541 gibt es auf linken Seite keine Simmerringe und auch keine Ausgleichsscheiben.
    Edit: ich meinte Sicherungsringe o.ä. :wink:
    S51welt.de

  3. #3
    Urgestein Avatar von Dummschwätzer
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    Das linke Kurbelwellenlager wird ganz zuletzt eingesetzt.
    Wenn die rechte Seite mit Kurbelwelle montiert ist gehts folgendermaßen weiter.

    => linkes Motorengehäuse auf 100 Grad erwärmen
    => inzwischen rechtes Gehäuse dünn mit Dichtmittel (z.B. Curil T) bestreichen und Dichtung auflegen
    => heißen Heizpilz in das linke KW-Lager stecken und nur den Innenring erhitzen (nicht den Außenring oder das ganze Lager ! )
    => Gehäuse von Heizplatte nehmen schnell linken KW-Simmering ins linke Motorengehäuse einsetzen
    => schnell linke Gehäusedichtfläche dünn mit Dichtmittel bestreichen
    => das immer noch warme linke Gehäuse einfädeln (in Kickstarterwelle, Kupplungswelle, Abtriebswelle und Schaltwelle der Schaltgabel), aufsetzen, auf die Wellen schieben und schnell die 10 Schrauben in einer bestimmt vorgegebenen Reihenfolge anziehen.
    => dann die Ölleitscheibe einlegen
    => dann das linke KW-Lager mittels eine Hohldornes (oder passenden Rohres im Durchmesser des Lageraußenringes) mit seinem warmen Innenring über den Kurbelwellenzapfen schieben und in den (immer noch warmen) KW-Lagersitz einsetzen. Gummihammer verwenden und nur leichte Schläge.
    => dann den ganzen Rest montieren.

  4. #4
    Kettenblattschleifer Avatar von seggi
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    Jetzt bin ich aber total verblüfft, kann ich hier nicht links von rechts unterscheiden? Bei mir ist das die linke Motorhälfte:
    Angehängte Grafiken

  5. #5
    Schwarzfahrer
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    tschuldigung, hab ich doch glatt vergessen: ist ´ne S50, 3 Gang.

    @seggi: das ist auch bei mir die linke Hälfte.

    Und ich bin jetzt auch etwas verunsichert. Selbst im blauen originalen Rep.handbuch steht, dass man links beginnt und rechts erst zum Schluss. Oder irre ich mich jetzt komplett?

    @dummschwätzer: danke für die detaillierte Anleitung. Lag´s bei mir nun am nicht genügend erwärmten Lagerinnenring dass es nicht zusammen zu kriegen war? Oder anders gefragt: Muss die Kurbelwelle, wenn es richtig läuft, einfach draufzustecken sein. Ich meine jetzt so komplett ohne Gewalt? Damit ich mal ´ne Vorstellung bekomme, was normal ist und was nicht.
    Und ich gestehe, dass ich so ganz deine Anleitung nicht verstanden habe. Du setzt erst den Simmering ein. Das passiert ja von der rechten Seite, also quasi im Kurbelgehäuse. Dann kommt ja schon die Kurbelwelle rein und dann willst Du von der anderen Seite das Lager einsetzen. Wie soll ich denn da den vorgegebenen Mindestabstand zwischen Kurbelgehäusewand und Kurbelwange überprüfen? Und kann es dann nicht passieren, wenn ich von der linken Seite das Lager reinschiebe, dass ich dann auf der anderen Seite den Simmering wieder rausschiebe und dann keine Chance mehr habe, ihn wieder reinzukriegen?

  6. #6
    Kettenblattschleifer Avatar von seggi
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    Ich hab nur immer die S51 Motoren instandgesetzt, noch nie einen deiner Bauart auseinander gehabt, kann dir da leider nicht weiterhelfen. Aber um Missverständnisse auszuschließen, kannst du mal in dein Profil dein Fahrzeug detailliert typisieren.
    Aber eigentlich kann die KW axiale Schläge gut verkraften, solltest aber einen Gummi oder Kunststoffhammer benutzen. Da die Verbindung zwischen Lagerinnenring und KW als Presspassung ausgelegt sind, sollte die KW mit Öl oder Fett gut montierbar sein. Ich habe da nie Probleme mit gehabt.
    Den innenring kannst du aber kurz mit einem Gaslötstift auf kleiner Flamme anwärmen, der Simmerring verkraftet das schon. Im Fahrbetrieb bleibt der auch nicht gerade kalt. Das Reparaturhandbuch hab ich auch, wenn du keinen Heizpilz hast, kannst du eine Schraube oder Bolzen entsprechendem Durchmessers (notfalls auf Maß schleifen), benutzen, aber nicht zu weit reinstecken.
    S51welt.de

  7. #7
    Urgestein Avatar von Dummschwätzer
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    Alles Halt!, Kommando zurück und ganze Abteilung kehrt !
    Hab ich doch gestern Abend tatsächlich irgendwie rechts und links verwechselt. Na wenigstens habt Ihr es ja irgendwie beide bemerkt. Das kommt wohl davon, wenn man abends zuviel arbeitet, anstatt seiner Freundin Gutes zu tun.
    Natürlich meinte ich das rechte Kurbelwellenlager, das ganz zuletzt eingesetzt wird.

    => Zuallererst wird also der Sprengring des KW-Lagers in die linke Gehäusehälfte eingesetzt
    => dann wird mittels Meßschieber die Breite des linken KW-Lagers, das Gehäuse (Tiefe von li. KW-Gehäusewand bis zum Sprengring) und die Kurbelwelle (Kurbelwange bis zum Ende des Lagersitzes des li. KW-Zapfens) ausgemessen und gegebenfalls Beilegescheiben neben den Sprengring gelegt, damit die Kurbelwelle am Schluß der Montage auch genau in der Mitte sitzt. Also alles mal durchrechnen und dabei natürlich auch die rechte Gehäusehälfte, die Kurbelwellenbreite und die Dicke der Motormitteldichtung in der Gesamtrechnung mit berücksichtigen.
    => Dann wird die linke Gehäusehälfte auf der Heizplatte auf etwa 100 Grad erwärmt (nicht wärmer!!!) und anschließend das linke KW-Lager eingesetzt, dabei nur leichte Schläge auf den Lageraußenring geben
    => linken Simmerring einsetzen
    => dann kommt der heiße Heizpilz von links in den Innenring des linken KW-Lagers
    => dann die Kurbelwelle aus dem Kühlfach nehmen und schnell in den heißen linken Lagerinnenring von rechts her einführen. Notfalls leichte Gummihammerschläge draufgeben, aber eigentlich flutscht das von alleine wegen des Temperaturunterschiedes und den Ausdehnungsverhältnissen von alleine. Wenn doch leichte Schläge nötig sind, dann möglichst nur auf die Stelle der Kurbelwange schlagen, wo der Hubzapfen sitzt.
    => dann rechtes Motorengehäuse auf der Heizplatte auf etwa 100 Grad erwärmen
    => inzwischen linkes Gehäuse dünn mit Dichtmittel (z.B. Curil T) bestreichen und die Motormitteldichtung auflegen
    => den heißen Heizpilz in das rechte KW-Lager stecken und nur den Innenring erhitzen (nicht den Außenring oder das ganze Lager ! )
    => rechtes Gehäuseteil von der Heizplatte nehmen schnell rechten KW-Simmering ins rechte Motorengehäuse einsetzen
    => schnell die rechte Gehäusedichtfläche dünn mit Dichtmittel bestreichen
    => das immer noch warme rechte Gehäuse einfädeln (in Kickstarterwelle, Kupplungswelle, Abtriebswelle und Schaltwelle der Schaltgabel), aufsetzen und auf die Wellen aufschieben. Eventuell leicht mit Gummihammer
    => dann rechts die Ölleitscheibe einlegen
    => dann das rechte Kurbelwellenlager mittels eine Hohldornes (oder passenden Rohres im Durchmesser knapp unterhalb des KW-Lageraußenringes) mit seinem warmen Innenring über den rechten Kurbelwellenzapfen schieben und in den (immer noch warmen) KW-Lagersitz des rechten Gehäuses einsetzen => dabei Gummihammer verwenden und nur leichte gefühlvolle Schläge machen
    => dann die 10 Gehäuseschrauben in der bestimmt vorgegebenen Reihenfolge über Kreuz anziehen
    => dann zum Spielausgleich die Beilagescheiben am rechten Lager beilegen (Meßschieber verwenden) => das KW-Spiel soll 0,2 - 0,3 mm betragen.
    => dann die Dichtkappe mit Dichtung und Dichtmittel montieren.
    => wenn der Motor dann kalt ist, alle Gehäuseschrauben nochmal nachziehen.

    Noch Fragen?

    Fragt ruhig, ihr sollt ja was lernen. :)

  8. #8
    Schwarzfahrer
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    Danke für eure Beiträge!

    @ Dummschwätzer: Aha, da bin ich ja beruhigt, dass das erfahrenen Leuten auch noch mal passieren kann... Jetzt liest sich die Anleitung auch gleich viel besser. Und auf „Noch Fragen?“ werde ich wohl im Laufe dieser Operation noch mal zurück kommen. Als nächstes wird also erst mal ein Heizpilz gedreht; wird den Ablauf ja um einiges erleichtern. Am Montag geht´s dann weiter. Bin grad bei meiner Freundin und tu´ ihr was gutes

    @Seggi: Hab´ mein Mopped ins Profil gesetzt.
    Ich kann nach meiner jetzigen Erfahrung überhaupt nicht empfehlen, auch nur ein bisschen auf die Kurbelwelle zu schlagen. Hab´s ja getan, als sie nicht so richtig ins Lager wollte. Also nur leichte Schläge mit ´nem Gummihammer. Heute noch mal in die Drehbank eingespannt, und siehe da- Unwucht in der Welle Messuhr dran und gaaaanz vorsichtig wieder begradigt. Jetzt hat sie noch ´ne Unwucht von 2/100 mm. Aber ich hoffe, dass das im Rahmen des Möglichen ist.

  9. #9
    Kettenblattschleifer Avatar von seggi
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    Standard

    Kann ich mir garnicht vorstellen, daß die Unwucht durch die vorsichtige Montage mit Gummihammer entstanden ist. Immerhin besteht die KW aus Werkzeugstahl, und da braucht es mehr als Gummi. Hast du ne neue KW verbaut oder die Alte?
    Beim den S51 Motoren kann man wenigstens die Lagerinnenringe ordentlich warm machen, ohne auf einen Simmerring acht nehmen zu müssen.
    S51welt.de

  10. #10
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    Hab ´ne neue Kurbelwelle geholt. Aber ob die wirklich neu ist? Wohl eher regeneriert. Bei der alten hatte das Nadellager schon ordentlich Spiel. Ich habe die neue leider erst nach meinem Einsatzversuch auf Unwucht untersucht. Kann mir aber nicht vorstellen, dass die so schon aus´m Laden kam. Na ja, mit ´nem Heizpilz sollte es dann ja ganz ohne Schläge gehen, hoffe ich.
    Hab´ hier beim stöbern und lesen auch schon mitbekommen, dass ich mir da einen etwas "service-unfreundlichen" Motor angelacht habe. Aber ich wollte unbedingt wieder ´ne 3-Gang-Simson, da ich früher schon mal eine hatte. Sentimental halt

  11. #11
    Kettenblattschleifer Avatar von seggi
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    Den M541 gibt es auch als 3 Gang, hieße dann M531.
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