Simson Geschichte

Fahrzeug- und Gerätewerk Simson
(c) Bundesarchiv, Suhl, Fahrzeug- und Gerätewerk Simson

Die Suhler Simson Fahrzeuge

Im Jahre 1955 wurden in der „VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Ernst Thälmann“ in Suhl mit der Produktion von Kleinkrafträdern begonnen. Vor 1955 wurden, wie der Firmenname schon sagt, primär Waffen produziert – aber auch Motorräder.


Fahrzeug- und Gerätewerk Simson (c) Bundesarchiv, Suhl, Fahrzeug- und Gerätewerk Simson Von 1964 bis 1981 verließen insgesamt 2,5 Millionen Fahrzeuge das Werk in Suhl.


Die produzierten Simson Kleinkrafträder zeichneten sich durch ein hohes Leistungsvermögen aus. Sie galten und gelten als sehr zuverlässig und sind in der Wartbarkeit ungeschlagen.


Die in der DDR produzierten Kraftfahrzeuge zeigen deutlich, welche Entwicklung die Produktion hinsichtlich Sicherheit, Leistung, Zuverlässigkeit und technischer Perfektion über den gesamten Entwicklungszeitraum genommen haben.


Die Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h machen die Fahrzeuge auch heute noch zu begehrten Fahrzeugen. Die Motoren sind überdurchschnittlich leistungsstark und für die Stadt als auch für Landfahrten sehr gut geeignet.

Die Simson-Geschichte kurz und knapp

  • Die Geschichte begann zunächst mit einem Stahlhammer, der von Andreas Bauer im Jahr 1841 gegründet wurde und von den Brüdern Simson im Jahre 1854 aufgekauft wurde.
  • 1856 haben die Brüder Löb Simson und Moses Simson das Unternehmen Simson in Suhl gegründet. Sie stellen zunächst Holzkohlenstahl her, später dann auch Waffen
  • 1896 beginnen die Brüder Simson zunächst mit der Produktion von Fahrrädern (auf Basis von englischen Vorlagen)
  • 1907 wird sogar der erste PKW entwickelt
  • Im Jahr 1855 wurden am Anfang gerade mal 20 Mitarbeiter beschäftigt, nach über 60 Jahren (1918) dann sogar 3.500 Mitarbeiter.
  • Im Zeitraum von 1923 und 1930 wurden ein Rennwagen mit der Bezeichnung Simson Supra gebaut. Der Supra war im Rennsport sogar sehr erfolgreich.
  • 1934 wurde die jüdische Familie Simson nach einem Scheinprozess enteignet. Der Betrieb wurde in Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke Simson & Co. (BSW) umbenannt.
  • Schon kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten startete der thüringische Gauleiter Fritz Sauckel ein Untersuchungsverfahren mit der Begründung, das Deutsche Reich sei durch das „jüdische“ Unternehmen bei der Abrechnung der staatlichen Aufträge übervorteilt worden.
  • Obwohl der Reichsrechnungshof keine übermäßigen Gewinne feststellen konnte, kam es auf Initiative von Sauckel 1934 in Meiningen zu einem Schauprozess gegen Arthur Simson und einige leitende Angestellte wegen „Übervorteilung des Reiches“. Allerdings mussten die inhaftierten Angeklagten ein Jahr später aus Mangel an Beweisen in allen Punkten freigesprochen werden.
  • 1935 war die damalige BSW der Grundstock des neuen Rüstungskonzerns Wilhelm-Gustloff-Stiftung, geleitet durch den damaligen Gauleiter Fritz Sauckel.
  • 1936 flieht die Familie aus Deutschland.
  • Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Produktion von Fahrrädern, Kinderwagen und Motorrädern eingestellt und auf Waffenfertigung umgestellt.
  • Lichtblick bleibt das Leichtmotorrad «BSW» 98-ccm Sachsmotor, der in Serie ging.
  • 1946 wird das Werk dem Alliierten Kontrollrat der Sowjetunion als Reparationszahlung zugesprochen und weitgehend demontiert.
  • 1947 wurden die Simson-Werke in die sowjetische Aktiengesellschaft SAG Awtowelo (AWO) eingegliedert.
  • Ende 1948 erhielt das Werk von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) den Befehl, ein Motorrad mit einem 250-cm³-Viertaktmotor zu bauen, die spätere AWO 425.
  • Bereits 1950 konnte die Produktion des der EMW beziehungsweise BMW R 25 ähnelnden Maschine aufgenommen werden, von der bis zur Produktionseinstellung Ende 1961 etwa 210.000 Stück hergestellt wurden.
  • 1950 läuft der Verkauf der «AWO 425» mit Erfolg.
  • Am 1. Mai 1952 wurde das Werk als VEB Fahrzeug und Gerätewerk Simson Suhl ein volkseigener Betrieb der DDR und in das IFA-Kombinat eingegliedert. Produziert wurden neben der AWO 425 auch Mopeds, Mockicks und Roller.
  • ab 1961 beginnt der Siegeszug der Simson-Vögel: Schwalbe, Spatz und Star gehen vom Band.
  • Aufgrund des Beschlusses, die Motorradproduktion in der DDR nur von MZ durchführen zu lassen, folgte ab 1962 nur noch der Bau von Mopeds und anderen Kleinkrafträdern. Die Teilung bleibt bis zum Ende der DDR bestehen.
  • 1964 wird die Produktion der AWO 425 (oder damals auch Simson 425) zugunsten der kleineren Fahrzeuge eingestellt.
  • 1975 kommt das S 50 auf den Markt.
  • 1992 gründen Mitarbeiter die «Suhler Fahrzeugwerk GmbH» und führen die Produktion unter dem Namen «SIMSON» fort
  • Nach mehreren Beinahe Insolvenzen musste die Firma Simson am 18. Juni 2002 endgültig Insolvenz anmelden. Der Firmenbesitz wurde im Mai 2003 versteigert. Die Ersatzteilversorgung ist vorerst durch diverse Teilehändler gesichert. Einer der Hauptaufkäufer ist ein Großhändler, der mittlerweile auch wieder einzelne Teile in Suhl produziert.

Hergestellte Simson Produkte und Fahrzeuge

In der nachfolgende Liste geben wir einen Überblick über die produzierten Fahrzeuge.

Mokicks aus Suhl

Simson SR 1 (ab 1955)

Simson SR 2 (ab 1958)

Simson Spatz (Simson SR4-1) (ab 1964)

Simson Star (Simson SR4-2) (ab 1964)

Simson Habicht (Simson SR4-4) (ab 1971)

Simson KR50: Vorgänger der Simson Schwalbe (ab 1975)

Simson S51 (ab 1980)


Kleinroller

Simson KR50: Vorgänger der Simson Schwalbe (ab 1958)

Simson KR51/1 – Simson Schwalbe

Simson KR51/2 – Simson Schwalbe

SR50 (ab 1986)

Star 50 (ab 1996)

Motorroller

SR80 (ab 1986)

Mofa

SL1 (ab 1970)

Leichtkraftrad

Simson Sperber (Simson SR4-3) (ab 1966)

S70 (ab 1983)

S83 (ab 1991)

Schikra (ab 1999)

Motorrad

AWO 425 (ab 1950)

Lastendreirad

SD50 (ab 1992)

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