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Thema: Qualität der Edelstahlkompletträder


  1. #1
    Chefkonstrukteur Avatar von southpole
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    Standard Qualität der Edelstahlkompletträder

    Hallo,
    Ich habe so letzten Herbst ein neuse Komplettrad gekauft in der Hoffnung endlich das Ruckeln beim Bremsen loszuwerden. (KR 51/1) Aber wurde nichts besser, also hab ich gedacht vielleicht muss es sich ja noch einschleifen etc.
    In der Zwischenzeit hatte ich dann auch die anderen Quellen für das Ruckeln ausgelöscht, aber wurde halt nicht besser!

    Also war Taubert so nett mein Rad gegen ein neues zu tauschen (heute angekommen). Erstmal ohne Reifen eingebaut und was seh ich, schon mit bloßem Auge kann man sehen wie die Felge so 2-3mm auf und ab geht auch ab und zu zur seite
    Da dachte ich schon, noch schlimmer als das alte, aber habs trotzdem zu Testzwecken eingebaut (Versand is ja auch nicht so billig) und siehe da, Bremsen macht wieder spaß mit der Vorderbremse,
    aber jetzt hab ichs problem dass ich schon während der Fahrt ein leichtes hubbeln hab...

    Also was tun? Bremsen macht Spaß nur das Fahren nicht mehr ganz so viel, wobei es nicht dramatisch ist.

    Aber kann man denn bei nem neuen Rad nicht erwarten, dass es mal perfekt ist und nicht einmal hier n fehler einmal da? So billig sind die ja auch wieder nicht!

    Wenn ichs jetzt wieder zurückschicke muss ich erstmal wahrscheinlich wieder Versand zahlen und ich befürchte dann nur, ein Rad mit wieder nem anderen Fehler zu bekommen...
    Aber das scheint ja bei Simson Ersatzteilen langsam Standard zu sein X(

  2. #2
    Glühbirnenwechsler
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    Leider ist die überwiegende Teilequalität im gesamten Zweiradbereich (Moped und Fahrrad) - man muss es leider so hart sagen - unter aller Sau. Manche Dinge verdienen nur noch den Namen fabrikfrischer Schrott. Das geht schon los bei Verchromungen die total rau sind und bereits nach dem ersten Regenguss erheblichen Rostanflug zeigen, zieht sich über unrund laufende Kettenblätter und weiß der Geier was noch weiter.

    Auch bei Felgen gibt es erhebliche Mängel. Bei allen Felgen hapert es traurigerweise am Rundlauf. Kaum eine Felge, die hier nicht schon einen Höhenschlag hat. Ein kritischer Bereich ist hier die Schweißnaht des Stoßes. Sollte der Höhenschlag in diesem Bereich sein, ist der auch nicht mehr weg zubekommen. Da kann man sich dumm und dusselig zentrieren. Es geht nicht. Eine Ausnahme stellen Hohlkammerfelgen da: hier ist der Höhenschlag erheblich geringer, weg zu bekommen ist der Höhenschlag aber auch hier nicht. Man kann aber damit leben.

    Wenn also das beschriebene Rumpeln mit einem solchen Höhenschlag in Verbindung gebracht werden kann: ab mit dem Rad zum Händler und reklamieren. Wenn ich eine Edelstahlfelge kaufe erwarte ich eine einwandfreie Qualität. Solange die Felge nicht zu Bruch geht überlebt diese mich noch! Von daher muss die Qualität dann auch stimmen. Es ist schließlich sozusagen eine Anschaffung fürs Leben.

    Anzumerken und zu bedenken wäre noch:

    Das sich ein frisch eingespeichtes Rad noch setzt ist allerdings auch als normal anzusehen. Insofern wäre vielleicht der bessere Weg gewesen das Rad noch bevor der Reifen drauf kommt kräftig durchzuwalken (das Knacken das man dann dabei hört sind die Spannungen die sich im normalen Fahrbetrieb sowieso abgebaut hätten). Und danach nochmals zu zentrieren (Zentrierständer und Zentrierlehre sind hier äußerst hilfreich)

    Warum wird auch ein perfekt eingespeichtes Rad wieder unrund? Kurze Erklärung ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

    Bei einem Rad mit 36 Speichen werden wechselweise 9 auf Zug belastet, weitere 9 entlastet. Für jede Speiche ergibt sich also ein sinusförmiger Zugkraftverlauf während einer Radumdrehung. Die Speichen dehnen sich dabei aber nicht unbedingt gleichmäßig und das lässt das Rad gerade auch in der Anfangsphase unrund werden. Zusätzlich werden die Spannungen in den Nippeln abgebaut. Diese grob beschrieben Effekte lassen sich nur durch das Nachzentrieren in den Griff bekommen. Das kann auch der beste Händler der Welt nicht ändern.

    Gruß Rainer

  3. #3
    Chefkonstrukteur Avatar von southpole
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    ja danke,
    der Händler wird sich freuen wenn ich schon wieder mit dem Rad ankomme
    Da muss man sich schon fast fragen, gibt es überhaupt ein Fehlerfreies Komplettrad heutzutage noch?
    Nicht dass auch beim 3. Versuch wieder Schrott kommt.

    Sollte man also nach einer bestimmten Strecke die Räder noch mal die zentrieren lassen (wann in etwa?), ein bekannter kann Fahrradräder einspeichen und zentrieren etc. wisst ihr zufällig ob in so ein Fahrrad Zentrierständer ein Simsonrad reinpasst?

  4. #4
    Glühbirnenwechsler
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    Das war bei meinen Edelstahlkompletträdern auch so.
    Da hab ich die einfach zu meinem Spezi gegeben, der hat die neu zentriert und seitdem ist alles toppi.

  5. #5
    Chefkonstrukteur Avatar von southpole
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    hmm ja dann schau ich morgen erstmal wo die Unwucht ist, aber ich glaube fast, es ist an der Schweißnaht

    wie oben schon: weiß jemand ob simsonräder in ein Fahrradzentrierständer passen???

  6. #6
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    Warum nicht? Wenn nicht, dann nimm eine alte Vorderschwinge und spann die in einen Schraubstock. Da Hast du dann deinen Zentrierständer. :)

  7. #7
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    Aber selber anfangen zu zentrieren ist doch eher nicht so empfehlenswert, da braucht man doch schon etwas Erfahrug oder nicht?

  8. #8
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    Ich hab ein Simsonrad und einen Fahrradzentrierständer aber keine Lust, es heute Abend noch zu checken. Ich poste das morgen.
    Gruß shanty

  9. #9
    Glühbirnenwechsler
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    In einen reinen Fahrradzentrierständer passt keine Simsonrad hinein. Zumindest nicht in meinen. Das Problem ist nicht der Durchmesser oder die Breite der Felge sondern die Achse! Fahrradachsen sind eben dünner. Das kann man aber leicht mit zwei Blechstreifen anpassen (ohne den Zentrierständer dabei zu zerstören, das wäre mir wichtig).

    Ein Intervall für das Zentrieren könnte man zwar angeben. Das wäre aber willkürlich. Bevor das Rad verbaut wird: nacharbeiten wie oben beschrieben. Dann nach ca. 100Km und dann nach ca. 500Km noch einmal. Danach hat sich das Rad eigentlich genügend gesetzt und eine jährliche Kontrolle und evt. Korrektur sollte dann ausreichend sein. Es hängt aber auch vom Einsatz ab. Wer seinen Vogel ständig durch Schlaglöcher und über Schotterpisten bewegt, wird wohl mal öfter kontrollieren müssen. Öfter jedenfalls als jemand der nur auf Asphalt unterwegs ist und zudem um jedes Löchlein im Belag einen Bogen macht.

    Ein wenig Erfahrung, Geduld und Geschick sollte man beim Zentrieren schon mitbringen. Sonst gibt's möglicherweise ausgerissene Nippel. Beim Zentrieren reicht es in den seltensten Fällen aus nur an einem Nippel zu drehen. Bis man den Dreh mit dem Drehen heraus hat dauert das ein wenig. Das perfekte Rad ist mittig zentriert, hat keinen Höhenschlag und natürlich auch keinen Seitenschlag.

    Die Toleranzen bei einer Simsonfelge für die Vogelserie liegen bei 1,5 mm Seitenschlag und 2,0 mm Höhenschlag.

    Gruß Rainer

  10. #10
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    danke für deine Ausführlichen Anworten.
    also der höchste Punkt beim Rad ist so in der Richtung vom Ventil und an der Schweißnaht etwas geringer. Somit könnte man es mit Zentrieren wahrscheinlich schon versuchen.
    Wäre es jetzt besser gleich zu zentrieren oder kann man grad noch ein paar kilometer warten, bis es sich vielleicht nochmal "gesetzt" hat? denn der Bekannte ist eben auch recht viel beschäftigt...

    Noch ne andere Fragen, was brächte man alles um ein Rad selber zu zentrieren? gibts da auch Anleitungen?

    Und weiß zufällig jemand wie dick so ne Fahrradachse ist?

  11. #11
    Tankentroster
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    Ich habe vorhin mal nachgeschaut. Das von Dragon genannte Problem mit den unterschiedlichen Achsdurchmessern tritt bei mir auch auf. Es liesse sich aber durch einfaches Ausfeilen der Achsaufnahmen (Kunstoff) beseitigen. Für Fahrradlaufräder wäre der Zentrierständer dann jedoch ohne ein zu bauendes Adapterstück nicht mehr verwendbar!
    Leider war mein "Probierrad" noch mit einem Mantel versehen. Dieser passt definitiv nicht in das u-förmige Teil, an dem sich die Messdorne befinden. Muß er aber auch gar nicht, denn der Mantel wird vor dem Zentrieren sowieso vom Laufrad genommen (ein Zentrieren auf Höhenschlag wäre sonst ja auch gänzlich unmöglich, logischerweise). Ob die Felge zwischen die Messdorne passt, konnte ich auf die Schnelle nicht checken. Dafür hätte ich den Mantel runterreissen müssen. Bin grad am Arbeiten in HH. Nachher messe ich das mal aus und stelle, falls es passt, auch das Fabikat meines Ständers hier ein. So auf den ersten Blick sah das aber ganz gut aus! Wenn´s dann wirklich passt, wäre dieser Zentrierständer, wie´s scheint, wohl geeignet für Simson Laufräder. Ich möchte ihn aber selbst erst einmal bei einer Zentrierung eines Simsonlaufrades angetestet haben, bevor ich irgendwelche Empfehlungen gebe.

    Grundsätzlich wichtig beim Zentrieren sind
    1) wie immer, gutes Werkzeug (die Speichennippel sind im allgemeinen aus weichem Matereial und vergnaddeln schnell!) und
    2) nicht nur anziehen! Gegenseite auch um den gleich Faktor (vorher!) lösen! Sonst gibt es Höhenschlag!

    Vor dem Zentrieren die Spannung aller Speichen überprüfen und einstellen.
    Jeder Zentriervorgang wird auf der Gegenseite des Laufrades wahrscheinlich auch etwas bewirkt haben. Also Speichen durchwalken, Spannung erneut überprüfen und einstellen, noch mal zentrieren.
    Einbauen, 20 km Kopfsteinpflaster, noch mal zentrieren.


    mfG. shanty

    edit
    Hab´s gerade ausgemessen. Eine Simsonfelge hat ca. 52mm Durchmesser und passt somit locker zwischen die Messdorne! Auch sonst war nichts zu erkennen, was (nach einem Ausfeilen der Achsaufnahmen) gegen eine Verwendung als Zentrierständer für Simmen sprechen würde! Der Ständer nennt sich "Workman Pro" und ist über den Rose Versand für 63,50 Euro zu beziehen. (Liink reinsetzen muß ich noch mal üben...!). Meiner hat vor 5 Jahren noch deutlich unter 50 gekostet. Sch... Inflation!

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