Restauration S50 B1 von 1979

  • Hallo in die Runde.

    Ich habe es diesen Sommer endlich getan und mir eine S50 gekauft. Und habe auch gleich ein super Schnäppchen gemacht: Erste Hand mit originalem Kaufvertrag, Papieren und allem drum und dran für wenig Geld. Dem armen Mann ist beim einladen wirklich eine Träne aus dem Auge gekullert!

    Nur leider hat er das gute Stück nicht wirklich gepflegt. Mal neue Reifen drauf gezogen, ne neue Birne rein und das war es. Ich fragte ihn, wann er denn den letzten Ölwechsel gemacht hat und er sagte: Das geht noch, das ist erst 10-15 Jahre her...


    Voller Tatendrang habe ich sie jetzt auseinander genommen und gefühlt 3-4 Kilo Dreck runtergeputzt. Der Plan ist jetzt, das Tankset mit Owatrol zu konservieren, alle Gummiteile austauschen, die Dämpfer/Telegabel regenerieren, den Motor überholen, neue Bremsbacken rein und so viel wie möglich vom original Zustand erhalten. Aber hier steckt der Teufel im Detail: Soll ich z.B. das Gummi von der Kabeldurchführung an der Tittenlampe austauschen? Es ist total kaput und hällt nur noch, weil es nix anderes kennt. Das gleiche am Rücklicht. Und wenn ich es auswechseln will/soll, lieber ein gebrauchtes kaufen oder ein neues?

    In diesem Zusammenhang eine Frage an die Original-Fetischisten: Ist MZA=original (nach meinem Verständnis=ja)? Oder muss es aus Altbeständen sein?


    Gibt es hier irgendwo eine Liste mit den Dingen, die man besser austauscht (ich habe gesucht, aber nix gefunden...)? Etwa so:


    - Simmerringe

    - Wellenlager

    - Kurbelwelle

    - Dichtungen

    - Buchsen

    - Motorlager

    - Bremsbacken

    - alles was kaput/verschlissen ist

    .

    .


    Habe ich was vergessen?


    Ich finde einem über 40 Jahre altem Moped darf man das Alter ruhig auch ansehen. Es wird also nicht alles auf Hochglanz poliert, sondern schonend die Patina und der originale Zustand versucht zu erhalten. Und wenn hier noch jemand einen nützlichen Tip hat, immer gern eher damit.

    Bis dann!

  • Hallo "Natrim" (oder vielleicht Martin?),


    nein, MZA ist nicht gleich original. Es ist Nachbau. Teils ist die Qualität gut, teils schlecht. Positiv sind z. B. die Kurbelwelle, die Vergaser. Nicht so toll ist's mit der Haltbarkeit von Gummiteilen oder Glühbirnen.

    Ich stehe auch auf dem Standpunkt, dass man so viel wie möglich im Originalzustand belässt, wobei das letztendlich immer die Entscheidung des Besitzers ist und ich mir in Geschmacksfragen auch nicht hereinreden lassen würde.

    Viel Spaß beim Instandsetzen.


    Grüße

    Gerhard

  • Moin

    und willkommen im Nest.


    Deine Liste ist schon nicht schlecht...

    -alle Gummiteile wie Kettenschläuche, Lagerbuchsen, Kabeldurchführungen erneuern

    -auch die Antriebsteile; beide Ritzel und die Kette prüfen

    Im Motor werden alle Gehäusedichtungen, Wellendichtringe, Lager und Verschleißteile getauscht.

    Dazu gehören auch Distanzscheiben und Sicherungsbleche.

    Denkst du bei der Elektrik an einen neuen Kabelbaum oder wirst du den vorhandenen aufarbeiten?


    LG Kai d:)

  • nein, MZA ist nicht gleich original. Es ist Nachbau.

    Auch wenn die die originalen Werkzeuge, Formen usw. benutzen? Ich will es wirklich nur verstehen :-D


    Deine Liste ist schon nicht schlecht...

    Danke. Ich ergänze dann man um deine Punkte. Vielen Dank dafür!


    - Simmerringe

    - Wellenlager

    - Kurbelwelle

    - Dichtungen (Motor, Zylinder, Vergaser, Blinker)

    - Lagerbuchsen

    - Motorlager

    - Bremsbacken

    - Kettenschläuche

    - Kabeldurchführungen

    - Antriebsteile; beide Ritzel, Kupplung, Mitnehmer und die Kette prüfen

    - Distanzscheiben und Sicherungsbleche

    - alles was kaput/verschlissen ist



    Der Kabelbaum ist noch richtig gut und bedarf nur etwas Pflege. Wobei mir beim zusammenpacken der Kabel aufgefallen ist, dass ein! Kabel an der Ummantelung etwas spröde ist. Das werde ich dann einzeln austauschen in der gleichen Farbe. Ansonsten geht alles, die Hupe hupt, die Blinker blinken, die Lichter leuchten und die Zündung zündet.


    Und noch eine Frage an die Profis: Der Tachoantrieb ist doch immer mit so einem Stift im Motorgehäuse befestigt. Bei mir ist der originale M53 Motor mit richtiger Nummer drin und der hat aber keinen Stift. Wie kann das sein? Ich dachte immer, das gab es erst später mal...

    Und würdet ihr die Feder in der Telegabel auf jeden Fall austauschen? Oder nur bei großem Verschleiß?


    Bis dann!

  • nestdj

    Hat das Label S50 hinzugefügt
  • Leider hat sich beim säubern jetzt herausgestellt, dass z.B. das Motorlager so nicht bleiben kann und dringend behandelt werden muss. Und ich befürchte, dass das mit dem Rest des Rahmens auch so sein wird.


    Nun die Frage: Wenn ich das Moped original halten will, würde ich jetzt die Teile sandstrahlen und mit original Lack lackieren lassen. Oder was würdet ihr machen? Pulvern kommt hier natürlich nicht in Frage.


    Und noch Mal meine Frage bezüglich des Motors: Wie kommt es, dass mein Tachoantrieb keinen Haltestift am Motorgehäuse hat? Diese Plastehülle, auf die man oben die Welle draufschraubt steckt nur so im Motorgehäuse...?

  • Guten Morgen,

    na, wenn das Plastikteil nur so drinsteckt, kannst Du es ja mal herausnehmen und schauen, ob der Stift eventuell drin ist und man ihn von Außen nur nicht erkennen kann. (nicht gleich lachen - hab ich selbst schon erlebt, dass der am Deckel kaum zu orten war)

    Grüße

    Gerhard

  • Danke Gerhard für den Tipp. Ich habe gleich den Lima-Deckel abgebaut und innen nachgesehen. Sowohl in der Buchse als auch innen am Deckel ist kein Loch für den Stift. Scheint wohl irgend eine Kuriosität zu sein.


    Vielleicht kann mir noch jemand seine Meinung zum Rahmen geben: Behandeln? Oder nicht? Und wenn doch, wie? Ovatrol und gut? Stellen ausbessern? Sandstrahlen und neuen Lack drauf? Ich möchte halt so viel wie möglich original erhalten und dazu zählt sandstrahlen und neu lackieren glaube ich nicht. Aber welche Möglichkeit gibt es sonst noch...??

  • Du hast ja schon die Möglichkeiten aufgezählt.
    Ist-Zustand erhalten, Owatrol oder Alternativen, ob das aber eine Restauration darstellt, eher nicht.

    Die anderen Optionen wären sandstrahlen/abschleifen und grundieren, lackieren oder pulvern lassen.

    Du musst ja nicht jedes Teil direkt neu machen. Die Motorschuhe vielleicht erstmal und dann kannst du das Ergebnis begutachten. Direkt richtig neu beschichten lassen ist immer noch besser als vergammeln lassen.
    Der Auspuffhalter (Post #5, Bild 4) ist reif für die Altmetall-Tonne, den würde ich persönlich austauschen. Hier würde ich einen originalen oder Nachbau besorgen und direkt strahlen/pulvern lassen.


    Letztendlich musst du entscheiden, ob das Moped komplett in neuem Glanz auferstehen oder der Ist-Zustand erhalten bleiben soll. Wenn du dazu einen Entschluss gefasst hast, hast du dir deine Frage, welche du Möglichkeiten nutzen solltest, schon beantwortet.

  • Vielen Dank Matze für deinen Post.

    Auf der einen Seite will ich so viel wie möglich original erhalten, auf der anderen Seite will ich aber auch eine nachhaltige Behandlung, dass das gute Stück weitere 40 Jahre schafft. Und da jetzt irgendwo die richtige Position finden, ist recht schwer für mich, zumal ich absolut keine Ahnung habe und erst mit dem schrauben anfange. Wie du schon sagtest, letzten Endes muss ich mich aber entscheiden... Verdammt ;(


    Wenn ich jetzt wirklich restaurieren möchte, wie würde man denn dieses Motorlager fachgerecht aufarbeiten? Nur die Stellen schleifen und lacken? Wo ist die Grenze dass sich das nicht mehr lohnt?


    Entschuldigt wenn ich so viele Fragen stelle.

  • Selbst wenn du alle Rahmenteile sandstrahlen lässt (was ich empfehle),

    die anschließend grundierst (was sich empfiehlt) und dann im Originalton wieder lackierst,

    ist es immer noch eine originalgetreue Restauration. Die Hohlräume des Rahmens sollten außerdem konserviert werden, wenn das Moped nochmal 40 Jahre halten soll.

    Ähnlich kannst du auch mit den Blechteilen verfahren, es sei denn, du willst Patina erhalten.


    LG Kai d:)

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