Vorstellung meiner neuen Schwalbe, Kolben Problem

  • Hallo zusammen!
    Ich heiße Michael, bin 31 und komme aus Leimen bei Heidelberg.
    Vor Jahren bin ich schon Schwalbe gefahren und hab mich in die Teile verliebt.
    Nun bin ich seit ein paar Tagen stolzer Besitzer einer Kr51/2 L von 1981 mit erst 5000km.
    Der Zustand ist original aber leider auch ziemlich fertig.
    Sie stand wohl jahrelang leider unter einer Plane. :-( Sie scheint aber unverstellt zu sein und war laut Polizei noch nie seit der Wende angemeldet.
    Sogar Werkzeug und Pumpe sind da :shock:


    Mein Problem ist, der Motor scheint fest zu sein.
    Sie kuppelt und schaltet normal. Aber Kickstarter bewegt sich logischer Weise nur ausgekuppelt.
    Auch der Gasschieber des Vergasers ist fest, ist aber hoffentlich nicht das größte Problem.


    Ich habe die noch originale Ost Kerze heraus geschraubt und ordentlich WD40 in den Kopf gesprüht.
    Hat aber nichts gebracht.
    Meine Frage:
    Gibt es eine Möglichkeit den Motor wieder frei zu bekommen? Ich trau mich nicht, da grob auf den Kickstarter zu treten. Sanftes eingekuppeltes schaukeln hat leider auch nichts gebracht. Ich hab gestöbert und gelesen, das manche den Kolben mit einem Stück Holz und einem Hammer bearbeiten, aber mein Kolben steht wohl schon ganz unten.
    Ich möchte so viel wie möglich an dem Moped erhalten.

    Viele Grüße aus Heidelberg
    Michael

  • moin Michael und herzlichen Glückwunsch zur Schwalbe.
    Erst mal versuchen den Kolben des öfteren in Rostlöser einzulegen und durch leichtest treten des Kickstarters den Kolben zu lösen.
    Falls dies nicht hilft, würde ich an deiner Stelle den Motor ausbauen und versuchen den Kolben durch leichte Schläge zu lösen.
    Nur Vorsicht:
    Die KW kann dabei Schläge bekommen und der Kolben ist danach bestimmt auch hin.
    Danach ggf. mal den Zylinder neu ausschleifen und einen neuen Kolben verbauen.
    Auch mal die suchfunktion nutzen oder google fragen.
    Zu den Suchbegriffen: "Motor fest" findest du mehr, als du brauchst.


    Wenn der Kolbenschieber im Vergaser klemmt, hilft meist etwas Feingefühl und die passenden Schmiermittelchen.


    Gruß,
    K.P.

  • Hallo Michael,
    ich würde mir dafür Zeit nehmen und versuchen auf Schläge irgendwelcher Art zu verzichten. ( irgendwelchen Lagern schadet's immer ) Bau den Lichtmaschinendeckel auf der, in Fahrtrichtung gesehen, rechten Motorseite ab. Dann, nach entsprechender Einwirkzeit des WD 40, mit Hilfe eines Ölfilterbandes Ölfilter Bandschlüssel Hobby Ausführung Bandlänge 460 mm um das Polrad, versuchen das Ganze wieder zu lösen.

    Grüße
    Gerhard

  • Wenn Du den Zylinderkopf abschraubst, dann kannst Du sehen, wo der Kolben steht.
    Solange der zu den Überströmkanälen nicht so steht, dass Rostlöser wie Caramba gleich wieder rausläuft, schön tränken und tagelang einwirken lassen, ggf. nachfüllen.
    Wärme ist auch oftmals hilfreich.


    Ich habe auch schon davon gehört, aber nie nachvollziehen müssen, dass andere mit Biodiesel oder Cola experimentiert haben sollen.


    Peter

  • Wenn der Kolben dann aber irgendwann frei ist, dann solltest du unbedingt den Zylinder demontieren. Schau dir alles genau an, entferne Rost von der Gussbuchse, schau ob die Kurbelwellenlager schon rosten und vor allem befreie den Kolben von den Ringen und reinige die Ringnuten.


    Wenn dann alles supi ist setz den Kram wieder zusammen und teste es aus wie lange es hält.

  • du brauchst als erstes mal ein ordentliches kriechöl und nicht wd40. das ist nämlich nicht zum schmieren da.


    ich male nur sehr ungern den schwarzen peter an die wand, aber wenn die standschäden so ausgeprägt sind wie du schreibst, halte ich es für relativ wahrscheinlich dass auch noch mehr bauteile in deinem motor schaden davon getragen haben. leg also schon mal ein bisschen was zur seite, falls du den motor zum überholen geben musst.


    das muss wohlgemerkt nicht sein. ich selbst habe mal eine 84er schwalbe gekauft die ebenfalls noch nie ein nummernschild hatte. der kolben war auch fest. bis auf eine tanksanierung, nen neuen kondensator und neue simmerringe ist der vogel nach wie vor unangetastet und hat mittlerweile 1500km mehr auf der uhr (insgesamt 6000) und schnurrt wie ein vögelchen.


    Zitat

    Ich möchte so viel wie möglich an dem Moped erhalten.


    das ist ein sehr löblicher ansatz!

  • Ich trau mir eine Motorregeneration eigentlich nicht zu. Ist das bei der Kr51/2 machbar? Die Pflichtlektüren habe ich natürlich :-)
    Ist caramba eigentlich für solche Zwecke besser geeignet wie WD40?



    Röstlöser sollte schon auf der Dose stehen

  • Ok, hab heute die Polrad Methode versucht... ohne Erfolg. Nur das Polrad ist leicht gerutscht.
    Hoffentlich ist nicht die ganze KW fest...
    Hab den Kolben wieder auf die Nacht mit caramba und WD40 getränkt. Morgen schau ich wieder.
    Die Temperaturen machen es natürlich auch nicht einfacher.

  • Da braucht man(n) wirklich Geduld. Ich spreche aus Erfahrung. In der Regel muss ein solcher Motor anschließend sowieso überholt werden, da meistens auch die Lager und die Laufflächen auf der Kurbelwelle angegriffen sind. Aber- geiler Sound ! :mrgreen:

    Grüße
    Gerhard

  • Ok, hab heute die Polrad Methode versucht... ohne Erfolg. Nur das Polrad ist leicht gerutscht.
    Hoffentlich ist nicht die ganze KW fest...


    Vergiss nicht, das Polrad später unbedingt zu demontieren und die Scheibenfeder (Halbmond) zu ersetzen, wenn dieses verrutscht ist.

    Ist der Kolben tatsächlich im UT, schraub den Zylinder lose. Diesen kannst du dann ein Stück anheben (und wenn das geht weißt du auch schon, dass die KW gängig ist) und 2 Kanthölzer unterlegen. Danach kannst du relativ gefahrlos dem Kolben (mit einem Holz und einem Hammer) nachhelfen, sodass er evtl. doch noch kommt.
    Dabei mit einer heißen Flamme (z.B. Lötgerät mit Gas oder Schweißgerät) den Zylinder schön erhitzen. Die Garnitur ist wahrscheinlich eh kaputtgerostet.

    Wenn du die Lage so einschätzt, dass absolut keine Hoffnung besteht, den Zylinder vom Kolben zu trennen, hilft wahrscheinlich nur das zersägen des KW-Pleuels, was eine Motorenregeneration unumgänglich machen würde. Aber ich will den Teufel nicht an die Wand malen.

  • Heureka!!!
    Die Schwalbe stand jetzt 2 Wochen unverändert im Keller und ich hatte eigentlich keine Zeit und keine Lust, mich ihr anzunehmen. Heute habe ich eigentlich eher durch Zufall mal wieder ordentlich WD40 in den Zylinder gesprüht und mit etwas Gewicht auf den Starter gedrückt.... FREI!!!!
    Ich kann es kaum glauben! Sie tritt sich jetzt auch sehr leicht und ohne Reibung.
    Wie soll ich jetzt weiter machen?
    Ich hatte für ein paar Sekunden die dumme Idee einfach mal etwas Benzin ein zufüllen und zu starten. Konnte mich aber noch bremsen :-)

  • Im Prinzip spricht nichts dagegen sie mal laufen zu lassen. Nur fahren würde ich nicht, der Motor könnte wieder blockieren. Wenn deine Schwalbe seit der Wende wirklich nicht angemeldet war und auch nicht gefahren ist, dann würde ich den Motor regenerieren lassen.

  • Im Prinzip spricht nichts dagegen sie mal laufen zu lassen. Nur fahren würde ich nicht, der Motor könnte wieder blockieren. Wenn deine Schwalbe seit der Wende wirklich nicht angemeldet war und auch nicht gefahren ist, dann würde ich den Motor regenerieren lassen.


    Ohne in den Zylinder geschaut zu haben, würde ich das nicht tun. Lecker Rostkrümmel in der Kurbelwellenkammer. Dann ist die Kurbelwelle 100% schrott. So lässt sich ggf noch was retten...


    MfG


    Tobias

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