Ohne Starvergaser starten

  • Hallo zusammen :-)


    Ich habe jetzt seit ein paar Wochen meine Schwalbe ... Anfangs spring sie leider nur sehr bescheiden an, doch seit ich die Zündkerze gewechselt habe, läuft sie so wie man sichs vorstellt.
    Damals beim Probefahren schon hat mir der Verkäufer das Starten der Schwalbe ohne Starvergaser gezeigt und es hat auch gut geklappt. Auch beim Wechsel der Kerze ist mir aufgefallen, dass diese eher schon ins ölig-schwarz geht, als dass diese rehbraun ist ... Beides Dinge, die laut meiner Recherche hier nicht so sein sollten.


    Allerdings läuft die Schwalbe so, wie sie das sollte und das auch ohne Startvergaser. Und auch das Wärmeproblem scheine ich nicht mehr zu haben. Bzw ich weiß nicht, ob ich es mal hatte, was ich allerdings schon glaube.


    haha, tut mir leid. Mir fällt gerade auf, dass ich wie ein totaler Depp schreibe, aber ich weiß nicht, wie anders. ^^


    Ich habe eine Kr 51/2 N Baujahr 1981. Joa .. Müsste eigentlich alles gesagt sein.
    Wenn die Schwalbe so auch gut läuft, soll ich es lassen, bevor es schlechter wird oder soll ich sie richtig einstellen mit der Gefahr, dass ich es schlechter mache? :-D


    gruß, Michel

  • Du solltest den Vergaser richtig einstellen, denn irgendwann:
    - fährt sie eben nicht mehr so schnuckelig
    - ist dein Auspuff zu
    - merkst du, dass dein Verbrauch zu hoch ist
    - bruchst du ne neue Zündkerze und dein Nachbar fährt immernoch mit der alten
    - ...

  • ich würd nicht nur warmfahren und den leerlauf einstellen, sondern den vergaser vorher einmal komplett zerlegen und reinigen/prüfen. sind die richtigen düsengrößen drin? nadelstellung? schwimmerstand? ist benzin im schwimmer?
    luftfilter reinigen kann auch nicht schaden.

  • What möffi said. Solange es "nur" der Vergaser ist, kannst Du durch sorgsames Einstellen und arbeiten nicht viel kaputt machen. Wenn die Schwalbe sich bei unter 25 Grad Aussentemperatur problemlos ohne Startvergaser starten lässt, würde ich sagen, der Vergaser ist zu fett eingestellt.


    Also das gute Stück ausbauen, mit genügend Zeit mal auseinandernehmen, reinigen und verstehen und dann so wie es soll einstellen (wichtig - Schwimmer prüfen). Luftfilter auch wichtig - hatte mir mal Probleme gemacht, ich hab am Vergaser rumgetütelt und am Ende war der Filter nur rottig und daher das Gemisch zu fett....

  • Also das mit dem Startvergaser halte ich generell für ein Märchen. Meine springt auch meistens ohne an und die Kerze ist Rehbraun, sie qualmt nicht und der Auspuff ist innen trocken. Habe mittlerweile einige Erfahrung im Einstellen diverser simson Modell und Motoren und oft braucht man den Startvergaser nur, wenns Kalt ist. Ein Freund von mir fährt Professionell 50ccm Rennen auf einer Kreidler Van Veen, und versteht dementsprechend einiges von Feinabstimmung. Der ist auch der Meinung, dass es Unfug ist, dass der Startvergaser benötigt werden muss, um das Mopped zu starten, denn wenn deine Einstellung stimmen, du ihn nicht brauchst und das Gemisch trotzdem Abmagerst machst du mehr kaputt als gut.


    Meine KR51/1 braucht mit mir bei viel Stadtverkehr 2,8l und bei viel Überland 2,5 ich glaub da lässt sich nicht meckern.

  • Der Verbrauch beim Fahren hat nichts mit der Standgaseinstellung zu tun. Zumindest bei den Vergasern mit "modernem" Standgas BVF 16N3 und BING bekommst du den kalten Motor ohne Startvergaser nicht mehr an; bei den grundsätzlich überfettenden 16N1 vielleicht schon noch. Das gilt auch im Hochsommer.


    Das sind mitnichten Märchen - zumindest die Anzahl der nötigen Kicks sinkt, wenn man ihn benutzt.

  • Also ich habe einen 16N1-5 auf einem Komplett Serienmäßigen M53/1 KFR, die Kerze ist Bilderbuch-Rehbraun, Kerze, Krümmer und Auslass sind trocken und das Kolbenbild (das beim StiNo Fahrer meist vernachlässigt wird) zeigt auch eine saubere Verbrennung. Unter 18°C Springt meine Schwalbe in der Regel ohne Startvergaser mit dem 1. Spätestens mit dem 2. Tritt an.
    Bei den 16N3 Modellen ist der Leerlauf ganz anders geregelt, hatte auch noch keinen und BING ist sowieso eine andere Welt. Aber pauschalisieren würde ich das MUSS für den Startvergaser nicht.


    Nachtrag:
    Um beim Thema zu bleiben: eine ölig schwarze Kerze deutet definitiv auf einen falsch eingestellten Motor hin, wobei ich sogar schon auf die Stellung der Teillastnadel tippen würde.

  • Zitat

    Der Verbrauch beim Fahren hat nichts mit der Standgaseinstellung zu tun.


    Natürlich, denn drehst du die Leerlaufluft-Regulierschraube zu weit rein, überfettet das Gemisch und der Verbrauch erhöht sich.

  • meine vögel / pflegekinder (alle mit 16n1 und nicht frisiert) springen auch ohne startvergaser an. allerdings merkt man im ersten moment schon noch dass der motor zu mager ist, das gibt sich dann aber schnell. die karre des threaderstellers läuft aber definitiv zu fett, siehe kerze.

  • Moin
    Was für ein wertvolles Thema in diesem Threat.
    Bin auch grad dabei mein Startproblem zu lösen und konnte hier hilfreiche tipps finden. Danke an alle!
    Werde am nächsten Wochenende nocheinmal den Vergaser einstellen. Habe nen 16n1 -> kennst jm eine gute Anleitung wie und wann man welche der beiden Schrauben dreht?? Sauber gemacht habe ich ihn heute ausgiebig.
    Meine Zündkerze ist nach diversen Kicks schwarz und feucht, was auf ein zu fettes Gemisch schließen lässt.
    Luftfilter habe ich auch sauber gemacht.
    Jetzt nochmal nen Tipp von mir. Hatte im letzten halben Jahr Probleme mit meiner Zündung und bin hier in eine Autowerkstatt gegangen. Der alte Werkstattfuchs hat den Deckel von der Zündspule abgeschraubt und den Unterbrecher eingestellt, UND ein bißchen Fett an die Unterbrecherwelle geschmiert. Er meinte, dass sollte ich ruhig regelmäßig kontrollieren, denn wenn der Unterbrecher trocken läuft ist das auch nicht so toll.
    Die schwalbe lief zwar danach noch nicht, aber das liegt wohl nun am Vergaser.
    Den ich ja im letzten halben Jahr dermaßen "optimiert" habe, dass nun gar nichts mehr geht.

  • na wenn du das thema schon ausgräbst, geb ich gleich mal n update dazu:
    inzwischen haben alle möffs in mienem umfeld (nach wie vor mit 16n1) eine komplette vergaserüberholung bekommen. also schwimmer, nadelventil, düsen, kolbenschieber, einstellungsschrauben, nadel, startergummi ersetzt. geplante flansche hatten die auch vorher schon. mittlerweile möchten die auch alle für die ersten ~100m den startvergaser haben und gehen sonst gar nicht erst an.


    vergaser einstellen wie folgt: leerlaufschraube o,5-1 umdrehung raus, kolbenschieberanschlag eher weit rein. so sollte sie auf jeden fall laufen und auch nciht ausgehen. dann schön warm fahren und dann erst die schieberanschlagsschraube bis kurz vor'm ausgehen raus. jetzt die gemischschraube langsam raus drehen bis sich die leerlaufdrehzahl nicht weiter erhöht. meiner erfahrung nach reagiert der motor nicht direkt auf die einstellung. daher drehe ich immer ein stückchen und ziehe dann kurz am gaszug. anschließend drehste dir den leerlauf mit der kolbenschieberanschlagsschraube so hoch wie du ihn eben haben willst. passt nun der übergang nicht (verschlucken beim gasgeben aus dem standgas), kann die gemischschraube wieder ein stückchen rein (ca 1/8 bis 1/4 umdrehung).


    viel erfolg.

  • moin
    danke
    ich werd das nächstes WE gleich probieren.
    Fand an dieses Threat mal wieder sehr lehrreich, mit vielerlei möglich Problemlösungen.
    Ob nun der Startvergaser einen Sinn und Zweck hat, weiß ich nicht. Ich habe ihn viel genutzt. Grade im Winter und wenn die Schwalbe auch sonst nicht wollte.
    Jetzt hoffe ich, dass ich den Startvergaser bald wieder viel nutzen kann :-)
    Danke moeffi ich werds mal nach deiner Anleitung probieren...

  • Moin Nochmal


    Heute bin ich endlich wieder mal dazu gekommen am Schwälbchen herumzubasteln. In der Garage erwartete mich ausser der Schwalbe noch ein schwarzer Benzin/Öl See. Die Leckage war schnell herausfindbar, da unterhalb am Auspuff die tropfen lösten. Habe den Auspuff auseinander gebaut und herein geguckt und es war sehr schwarz und voll darin.
    Mit Lappen und M3 Gewindestange (lässt sich super biegen) habe ich vorsichtig darin saubergemacht und nach einem kurzen Blick ins äussere Rohr konnt ich die Sonne aus dem Inneren Rohr sehen. Na toll. Nun bestelle ich einen neuen Auspuff und hoffe dass dadanach die Dame wieder läuft.
    Hatte immer den Vergaser im Verdacht, aber zur Zeit lerne ich, dass die Ursache, dass etwas nicht funktioniert meist viel größere Ausmaße hat...

  • Wenn die Schwalbe sich bei unter 25 Grad Aussentemperatur problemlos ohne Startvergaser starten lässt, würde ich sagen, der Vergaser ist zu fett eingestellt.

    Das ist der Punkt. Man kann es gut an der Außentemperatur beim Kaltstart festmachen. Vielleicht würde ich etwas niedriger gehen, und sagen, 23°C, aber im Prinzip haut das schon hin. Früher mit N1-11 war Kaltstart nie ein Problem, entweder die Kiste ist ganz ohne Startvergaser angesprungen, oder wenn´s kälter war, ging es mit Erfahrung und richtiger Dosierung des Hebels auch auf Anhieb. Heute mit N3-4 ist das meistens ein Geduldssspiel. Ohne Startvergaser geht gar nichts mehr. Oberhalb von 20 °C ist es aber ganz schwer, das kleine bisschen richtige Dosis zu finden. Ich zieh halt ein bisschen, trete 2 mal, dann nehm ich ihn wieder weg, und trete weiter. Irgendwann fängt´s dann an zu knattern. Dann muss man aber sofort wieder Gas geben, und ein paar Sekunden den Startvergaser ins Spiel bringen, sonst ist gleich wieder Ruhe im Ofen. Ziemlich nervig, aber muss wohl so sein.

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