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Thema: Endlich eine gute Vorderradbremse an der Schwalbe!


  1. #1
    Glühbirnenwechsler
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    So Leute, nach langem probieren, tüfteln und lesen im Forum habe ich meine Vorderradbremse an der Schwalbe nun 1a. Die Bremswirkung der Vorderradbremse ist nun besser als die der Hinterradbremse (wie es ja auch eigentlich sein sollte).

    Für alle Leute die mir Ihrer Vorderbremse nicht zufrieden sind mache ich hier mal ein kleines "Tutorial" wie man an der Schwalbe eine ordentliche Bremsleistung bekommt.

    Also, zuerst natürlich die bekannten Fehlerquellen ausschliessen:

    - Einen guten Bremszug verwenden. Originale sind in der Regel besser als Nachgefertigte, wie bei allen Sachen. Der Zug sollte gut geölt sein - dazu mit Hilfe einer Tülle oben so lange Öl reinlaufen lassen bis es unten wieder rauskommt, anschliessend austropfen lassen. Der Zug darf keine Knickstellen haben, muss grade verlegt sein und einigermassen leichtgängig.
    - Die Plastik- Brems- und Kupplungshebel sollte man durch solche aus Metall ersetzen. z.B. Art.-Nr 31561 bei Zweirad-Schubert.de
    - Die Bremsbeläge sollten noch ordentlich was draufhaben, im Zweifel erneuern oder Zwischenlagen rein. Nachgefertigte Bremsbacken sind von der Passgenauigkeit der Bohrungen her eine Katastrophe... wer neue kaufen will sollte Versuchen eine bessere Qualität zu bekommen z.B. von EBC, auch wenn die natürlich viel teurer sind. Schliesslich halten die ja dann auch ewig.
    -Gebrauchte Bremsbeläge mit Schleifpapier anschleifen; oft sind die auf der Bremsfläche regelrecht "verglast".
    -Auch die Trommel kann man mal mit Schleifpapier was anrauhen...
    - Der Bremszug hat vorne eine Scheibe drin, die den eigentlichen Anschlag darstellt. Die muss vorhanden sein.
    -Die ganze Bremse immer gut mit Bremsenreiniger sauberhalten. Die Laufflächen vom Bremsnocken im Schild und an den Backen mit Kupferpaste bestreichen.
    - Die Trommeln sind bei Simson ja irgendwie immer unrund aber wens zu schlimm ist evtl. neue besorgen oder mal hinten-vorne tauschen... hinten ist das geruckel nicht grade so schlimm wie vorne

    So, das wären schonmal die Grundvoraussetzungen für eine gute Bremse. Wer das an seiner original-Schalbenbremse macht.....
    ...hat immer noch eine ganz besch***ene Bremsleitung ! Aber nötig isses trotzdem!

    So, als nächsten Schritt besorge man sich nun ein hinteres Bremschild von einer S51 und dazu dann den Hebel für das vordere Bremsschild von der S51. Wenn man das ganze einbaut hat man endlich einen aussenliegenden Bremshebel am Schild, d.h. man kann den Bowdenzug wie an der S51 von aussen an- und abbauen. Ausserdem ist der Hebel etwas länger was der Bremswirkung zu gute kommt. Nebenbei kann man so vorne einen Bremslichtschalter nachrüsten, aber das macht man besser noch anders... ist aber jetzt nicht Thema.

    Jedenfalls, die Bremswirkung ist jetzt wie an einer gut gepflegten S51, also...
    ... immer noch sehr bescheiden. So bin ich monatelang rumgefahren und war mit meinem Latein am Ende.

    Wer seine Bremse soweit hat ist kurz vorm Ziel! Von hier ab gibt es noch die 2 Entscheidenden Schritte zu tun: (Jetzt wirds auch für die S51-Fahrer interessant):


    Tuning-Massnahme Nr. 1 ist die Bearbeitung des Bremsnockens. (Edit: Das ist vor allem bei nachgefertigten Bremsnocken wichtig. Ich habe die Originalen an dieser Stelle nicht ausprobiert. Evtl. kann man die originalen so lassen, bei den Nachfertigungen hat es aber unheimlich viel gebracht) Man baue den Nocken aus dem Schild aus. Bei einem Orininalteil ist die Kante, die über die Fläche an der Bremsbacke läuft, abgerundet. Bei Nachfertigungen ist an der gleichen Stelle höchstens eine schlecht ausgeführte anfasung dran. So oder so: Das Teil kommt ab in den Schraubstock! Mit einer ordentlichen Feile werden an den beiden Kanten erstmal vernünftige Rundungen angebracht! Müssen aber absolut gleichmäßig sein und gerade! Die Original-Rundung hat einen radius von ca. 2mm, der "getunte " Nocken sollte nachher eher 3mm haben! Aber blos nicht übertreiben das ganze! Ist hauptsächlich wichtig das das nicht über ne scharfe Kante läuft wie bei den nachfertigungs-Nocken, der grössere Radius der Rundung bringt einen besseren Druckpunkt, weniger wiederstand und günstigere Hebelverhältnisse - man merkt das schon beim ausgebauten Bremsschild, der Hebel lässt sich viel leichter bewegen!
    Falls die Rundungen nicht 100% gleich ist - kein Problem, die Ecke die jetzt näher an der Mitte des Nockens liegt sollte nachher im Bremsschild innen sein - So begegnet man der Tatsache das die innnere Kante ja ohnehin die Backe weiter bewegt als die äußere (siehe dazu diesen Fred hier, binfords Beitrag)
    Wenn die Rundung schön satt und glatt ist, bremst die Bremse jetzt schon viel besser. Wenn die Bremsbeläge mal so 5000 Km eingefahren sind kann man damit leben

    So die letze Maßnahme bringt dann den Kick und bringt die vordere Bremse auf das Niveau der hinteren. Das es soviel bringt hätte ich auch net gedacht, is aber so.
    Der Zug wird am Hebel an der Trommel ausgehängt. Den Hebel richtet man am Nocken so aus, das er (nicht die Schlaufe wo der Zug reinkommt sondern der Hebel selber) rechtwinklig auf den Zug trifft - also viel näher in Richtung Zuggegenhalter als bisher. (Der Zug muss dann rechtwinklig auf den Zug treffen wenn die Backen an der Trommel fest anliegen, nicht im entspannten zustand!)
    Jetzt wird klar das der Bremszug viel zu lang ist. Zug am Lenker aushängen (zumindest die Aussenhülle, weil sie sich sonst meist mitdreht und so der ganze Zug schwergängig wird) und die Einstellschraube erstmal fast ganz reindrehen. Dann ungefähr absehen wie lang der Zug wirklich sein muss - das sind so 4-5 cm kürzer als original (!!!!). So, das was zuviel ist abkneifen mit nem ordentlichen Seitenschneider. Von dem abgekniffenen Stück den Nippel ablöten und an das neue Zugende wieder drauflöten. Das hat bei mir wunderbar mit der CampingGas-Lötlampe und Lötzinn aus der Elektrokiste geklappt. evtl. muss man den Zug etwas anschleifen damit er das Zinn annimmt. Die Lötstelle muss 100%ig sein, es geht schliesslich um die Bremse. Ist nicht schwer wenn man mit löten etwas erfahrung hat kann man das. Ein 30-Watt-Elektronik-Lötkolben wird dafür vermutlich zu schwach sein. Zum Verlöten von Bowdenzugnippeln gibts irgendwo im Net ne Anleitung ich glaube bei louis oder so. So, Bremszug überall einhängen , oben schön einstellen (dabei gucken das sich der Aussenzug nicht mitdreht!!!) alle Schrauben festmachen und ausprobieren!!!

    UND FREUEN!!! Wer das alles gemacht hat hat garantiert eine Hammergeile Bremse!!!! Wie gesagt die vordere hält jetzt locker mit der hinteren mit. Und das mit 98% Originalteilen und originaloptik. Die letzten beiden Massnahmen, Nockenkanten abrunden und Zug kürzen, bringen den entscheidenden Vorteil. Probierts aus und freut euch.

    gruss thomas

  2. #2
    Kettenblattschleifer Avatar von adrian82
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    Hallo thomas,

    zum Loeten der Bowdenzugnippel, es geht auch mit
    nem 30 Watt Kolben einwandfrei. Man muss bloss,
    wie du schon richtig sagst, die Loetstelle wirklich
    100%-ig machen. Ich hab bei meinem Star den
    Nippel der Vorderradbremse auch neu loeten
    muessen und es beim ersten Mal auch nur halbherzig
    gemacht. Dann ist der Zug irgendwann mal aus dem
    Nippel herausgerutscht. Dann hab ich nochmal
    richtig angeloetet (v.a. Zug voher verzinnen)
    und jetzt haelt er. Man sollte einfach den
    Zug irgendwann mal kuerzen und den Nippel
    dann neu anloeten, da eben durch Abnutzung
    der Bremsbacken und Ausdehnung des Zuges
    das Bremsspiel sich zu sehr vergroessert.

    Zu den Bremsnocken, ich wuerd da nur originale
    verwenden, die sind wenigstens schon von
    Werk aus angefeilt. Aber normalerweise sollten
    die sowieso nie austauschreif werden, zumal
    der Hebel bombenfest auf dem Nocken sitzt.

    gruss,
    Adrian

  3. #3
    Zündkerzenwechsler Avatar von ruediger
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    Hi,

    ich habe bei meiner sr50 die Bremswirkung der Vorderradbremse auch deutlich verbessert in dem ich den Hebel so ausgerichtet habe, dass er bei maximaler Bremswirkung nahezu senkrecht zu dem Bremszug steht. Hat zudem den vorteil, dass sich die Bremskraft überproportional zur Bremskraft am Bremshebel steigert.

    Nun aber noch eine Frage:
    Nutzt ihr zum verlöten der Nippel Elektroniklot? Ist das nicht zu weich?
    Noch ein Tip zum Verlöten von Stahl sollte mann Lötwasser einsetzen. Dies nutzte ich bspw beim Verlöten von Federstahl.

    Ruediger

  4. #4
    Zahnradstoßer Avatar von oldispezi
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    Hallo eure tips sind alle richtig gut aber eine kleinigkeit (wichtig) habt ihr vergessen !!
    Wenn man einen zug neu auf einen nippel lötet müssen die einzelnen adern vor dem löten die letzten ca. 2-3 mm. im 90° winkel umgebogen werden damit das ganze auch richtig fest wird.
    Das Zug ende sollte vor dem löten wie ein T aus sehen (oder zumindest wie ein Pils)das erhöht die festigkeit enorm !
    Sollten nach dem löten ein par Litzen überstehen einfach abfeilen .

    MFG
    oldi

  5. #5
    Kettenblattschleifer Avatar von adrian82
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    Hallo Ruediger,

    also ich hab normales Radiolot verwendet (ich glaub 78% Zinn),
    zusammen mit Kolophonium (IMHO eines der besten Flussmittel).

    gruss,
    Adrian

  6. #6
    Flugschüler Avatar von Crowley
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    Toll, dass sich hier mal einer um eine ordentliche Anleitung zum Bremsentunen gekümmert hat. Sind echt gute Tips! Werde ich gleich mal ausprobieren.
    Ich werde allerdings versuchen statt den Zug zu kürzen die Hülle zu verlängern, da ich dem selbstangelöteten Nippel nicht traue. Die Hülle müsste sich doch mit einem längs angesägtem Rohr verlängern lassen, oder?
    Wäre auch nicht so aufwendig.

  7. #7
    Glühbirnenwechsler
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    @crowley also ein ordentlich verlöteter Zug ist eigentlich m.e. die sauberere Lösung... Original sind die ja auch nur verlötet musst nur nen starken Kolben haben und evtl so hilfsmittelchen wie Lötwasser, naja und ein wenig erfahrung beim löten ist schon net schlecht das man eine ordentliche Lötstelle z.B. von einer "kalten Lötstelle" unterscheiden kann. Anschliessend mal den zug gut spannen und mit beiden händen am bremshebel ziehen als belastungstest

    So aber noch was anderes zum Thema!
    Ich habe heute mal wieder was am Nocken gefeilt. Also Leute die grösse der Rundung ist bei den Originalen Nocken Ideal! So lassen! Bei den nachgefertigten die Rundung auf die gleiche grösse bringen wie die Originalnocken sind (bringt viel!). Eine grössere Rundung macht die Bremse nur schwammig und lässt sie schleifen! (Ich hab meinen nämlich eben kaputtgefeilt ) Das einzige was man machen könnte ist den Nocken so zu bearbeiten das beide Backen einigermassen Synchron und gleich stark an die Trommel kommen, d.h. die obere Seite insgesammt um *schätzungsweise* ca 1mm kürzer machen als die untere, aber mit gleichartigen Rundung an der Kante. Ich änder das in meinem Beitrag oben noch ab nicht das einem das gleiche passiert wie mir, ist nämlich blöd wenn man keinen ersatznocken da hat.

    Es wäre schön wenn einer von den Physik-Genies hier mal ausrechnen könnte um wieviel mm die oberseite genau kürzer sein muss damit beide Backen den gleichen Weg und die gleiche Kraft haben!

    gruss thomas

  8. #8
    hep
    hep ist offline
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    Hallo Thomas,

    erst einmal meinen Glückwunsch zu dieser außergewöhnlich guten und detaillierten Anleitung zur Optimierung der Vorderradbremse. Ich bin zur Zeit selbst dabei, eine KR 51/1K zu restaurieren. Da kommt so ein Beitrag natürlich wie gerufen. Wäre es Dir möglich, von Deiner Maßnahme mal ein Foto zu machen und es hier einzustellen, so daß man genau erkennen kann, wie Du den Nocken gefeilt hast. Wäre bestimmt auch für andere Forumsteilnehmer interessant.

    Grüße
    Holger

  9. #9
    Glühbirnenwechsler
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    Hallo Holger,

    so also wie gesagt das vergrössern der Rundung am Original-Nocken hat sich *nicht* bewährt, die Bremse wird damit zu schwammig. Nachgefertigte Nocken sollte man aber auf den Stand der originalen bringen, d.h. eine kleine, gleichmäßige Rundung anbringen.

    An dem Nocken gibt es trotzdem eine sinnvolle Verbesserung... die gesammte obere Seite am Nocken (also zur Nabenmitte zeigend) muss *etwas* abgefeilt werden und anschliessend wieder eine Rundung bekommen. Die Frage ist nur wie viel "etwas" ist... ein Millimeter, zwei, ein halber ?( Das kann man sicher berechnen ich warte da noch darauf das sich dir cracks melden. Ist also noch nicht spruchreif das Thema.

    Aber die Bremse wird auch so schon Hammergeil!

    Noch 2 Tipps:
    Wer gebrauchte Bremsbacken weiterverwenden will sollte die mal tauschen also jeweils auf die andere Seite montieren! bringt auch was.

    Wer Zwischenlagen drin hat kann mal auf die Backe, die von der äußeren Nockenkante gedrückt wird, die nächstdickere Zwischenlage machen also z.B. 2mm statt 1,5mm wenns denn dann noch in die Trommel passt.

    Zu der Sache mit dem Nocken hier mal ein Link aus einem anderen Forum, hab ich beim googeln gefunden:

    http://www.simsonforum.de/apboard/th...d=4638&start=1

    Die Diskussion ist eher uninteressant, aber der Artikel den jemand dazu eingestellt hat ist sehr informativ....

    Achso, Fotos mach ich eventuell noch wenn ich Zeit habe.
    Wenn die Sache mit dem Nocken zuende gedacht ist und sonst alle tips zum thema bremsen hier gepostet sind könnte man ja mal eine Tip-Sammlung für die Faq draus machen...

    gruss thomas

  10. #10
    Museumsdirektor Avatar von moeffi
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    habe mir diesen interessanten thread reingepfiffen bevor ich meine bremse an der schwalbe auf vordermann gebracht habe. da ich mein originales bremsschild schon poliert hatte wollte icherstmal herausfinden was mit dem originalen innenliegenden hebel so geht.
    ich hab einfach eine zwischenlage auf die untere backe gemacht, und das übliche reinigungs- und abschleifprogramm durchgezogen, sowie die jeweils anlaufende seite des belags leicht angeschrägt mit der feile.

    end vom lied: stoppies mach ich keine, die bremse alleine ist wesentlich besser als vorher, aber natürlich kein anker. wenn man allerdings richtig bremst (also hinten zuerst, damit die schwlabe vorne schonmal in die federung geht, und dann vorne dazunehmen) und mit der vorderbremse ordentlich zieht, hat man das gefühl soeben einen anker ausgeworfen zu haben zumindest im vergleich zu vorher. ich war doch überrascht wie gut meine bremsen plötzlich sind, habe bei den ersten paar bremsungen ungewollte quietscher produziert . wenn man jetzt ordentlich reinhaut steht die karre mit sehr akzeptablem bremsweg. fazit: bleibt so.
    ..shift happens

  11. #11
    Zündkerzenwechsler
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    danke, danke, hilfreiche tipps, werde ich bei gelegenheit mal in die tat umsetzen!

    ich habe auch noch etwas hinzuzufügen:

    sollte man eine unwucht in der bremstrommel haben, empfiehlt es sich diese zu beseiteigen! nicht einfach vorne und hinten tauschen!
    sollte man nicht die möglichkeit haben, das eingespeichte (!!! unter umständen verzieht sich die trommel beim zentrieren leicht) rad in der drehbank auszudrehen (wo liegt die minimalgrenze?) kann man wohl auch schleifpapier auf alte bremsbeläge kleben und damit die bremstrommel von innen ausschleifen.

    wer seine beläge keine "5000km" einfahren möchte für dem empfiehlt es sich die trommel von innen mit schleifpapier auszukleben und so den einbremsvorgang zu beschleunigen.

    ich habe auch mal aufgeschnappt, das es empfehlenswert sein soll stärkere seilzüge zu verbauen, da diese sich weniger dehnen und dadurch die kraftübertragung besser und präziser sein soll.

    wie man an den vorsichtigen formulierungen schon hört habe ich es selber noch nicht ausprobiert, wollte euch diese information aber dennoch nicht vorenthalten.
    vielleicht hat ja jemand hier aus dem forum diese maßnahmen schon einmal durchgeführt und könnte an dieser stelle mal seine erfahrungen mitteilen?

  12. #12
    Tankentroster Avatar von Cartman
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    Hi,
    Ergänzung zum Thema Bowdenzüge:
    Wurde gut vorgestellt in der Oldtimer Markt 5/2009:
    Materialien Zug: verzinkt /Edelstahl
    Verdrillung Zug: Einfach doppelte (doppelt ist biegsamer aber auch teurer)
    Außenhülle: aus Stahl- oder Edelstahl Flachdraht, wartungsfreie Züge haben darüber hinaus ein beschichtetes Kunststoffrohr in der Aussenhülle.
    Qualitätsunterschied Außenhülle: schlecht sind Flachdrähte die nicht aneinanderliegen, da staucht sich dann die Außenhülle bei Druck. Ist von aussen aber optisch nicht zu sehen.

    Löten (nur verzinkte Züge):
    1) Ablängen
    2) Konfektionieren (Hüllen Nippel usw. aufbringen)
    3) Aufweiten: Zug ca. 3mm aus Nippel rausstehen lassen und mit Seitenschneider vorsichtig breit drücken, dadurch pilzt der Zug auf . Der Nippel vermeidet ein zu weites Ausfasern des Zuges.
    4) Zug senkrecht aufhängen mit der zu verlötenden Stelle nach unten. Nippel u.ä. natürlich von der Lötstelle entfernt halten.
    5) Reinigen: Nippel und Zug mit Bremsenreinger entfetten
    6) Lötfett auf Zug
    7) Den Zug OHNE Nippel verzinnen, schönen Kegel machen
    8) den Nippel auf den verzinnten Zug schieben (Nippel ist mit Lötfett versehen)
    9) den Nippel unten mit Lötkolben erwärmen und von der Oberseite des Nippels Lötzinn reinlaufen lassen.
    Durch das senkrechte hängen läuft das Lötzinn nicht nach oben und macht den zug hart.


    Dann sollte der Nippel auch halten.

    Ansonsten wird vom selber verlöten abgeraten, lieber fertig konfektionierte verwnden, diese werden angegossen oder angepresst.


    Gruss

  13. #13
    Zündkerzenwechsler Avatar von beckfrosch
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    36

    Standard Qualität der Bowdenzüge

    Hallo!
    Bei mir hat sich heute bei einer Gefahrenbremsung die vordere Bremse verabschiedet - der Nippel ist vom Zug gerutscht! Zum Glück war die Hinterbremse gut eingestellt! Der Nippel ist oben noch mit Zinn gefüllt - die letzten (umgebogenen?) enden des Zuges sind wohl abgerissen und noch drin - am Zug klebt aber auch jede Menge Zinn.

    Das eigentlich erschreckende ist aber: der Bremszug war erst ca. 3 Monate alt! Es war aber ein billiger Replika-Zug. (Aber nicht selbst gelötet!) Meine erste und wichtigste Frage also:
    Welche Bremszüge die man irgendwo kaufen kann sind qualitativ so dass mir das nicht wieder passiert?

    Ich fahre eine KR51/1 Baujahr 70 mit originalen Bremsen und betagten Belägen und somit ohnehin sehr bescheidener Bremswirkung. Bei einer nach obigem Prinzip getunten Bremse müsste die Belastung für die Züge doch noch viel größer sein, oder?
    Halten die das denn aus? Mit welchen Zügen habt ihr das probiert?

    Also was ich sagen will - gekauft muss nicht stabiler sein als selbst gelötet! Wenn man jetzt nicht selbst löten will (ich würde mich auch mit der schlechten Bremswirkung abfinden) was kann man kaufen damit einem sowas nicht passiert? (Will das wirklich nicht nochmal erleben!)
    Danke!

  14. #14
    Flugschüler Avatar von MaxU
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    349

    Standard

    Ist ein Kandidat fürs Best of the nest finde ich.

    Habe das auch so ähnlich bei mir gemacht und die Wirkung ist top. War nur zu faul, die Anleitung zu schreiben :) . Der ruhm gehört Dir!

  15. #15
    Zündkerzenwechsler
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    Ort
    Garching b. München
    Beiträge
    48

    Standard

    Sorry fürs Leichenfleddern.
    Aber wie ist das mit der ABE? Wenn ich S51 Teile an ne KR51 anbaue, ist die doch weg?
    Wie verhalten sich hier die GANZ korrekten Menschen?
    (mein Lappen war zu teuer (A,B,C,CE) um wegen sowas aufzufallen..

  16. #16
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    Welche Teile sollten das sein?
    Mir fallen da nur Räder und Bremsenteile (Bremsbacken) ein, die sind allesamt die gleiche Wichse und lassen sich ohne weitere BEdenken und TÜV-Besuche umbauen.
    Mal bist du Hund, mal bist du Baum...

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