Elektrik verstanden: Kabelbaum neu stricken / Rücklicht

  • Moin zusammen!


    Ich habe hier schon öfter nach Eurer Hilfe gefragt und den Kurzschluss in meiner Schwalbe versucht zu finden.
    Gesternabend hab ich dann endlich mehr Zeit gehabt. Alle Anschlüsse sind nun richtig, nur das Rücklicht machte mir Sorgen. Da war ein Kurzer drin, der aber eigentlich nicht der Grund für den Kurzen im Gleichstromkreis sein kann. Ist nun aber auch egal. Mir sind bei dem Versuch die Rückleuchte vom Blech abzubauen die braunen Isolatorplatten um die Ohren geflogen. Grmpf. "Wo rohe Kräfte sinnlos alten..."...olle Schiller hatte schon immer recht.


    1) Ich brauche also ein neues Rücklicht(-innenleben) in eckig. Leider finde ich das nicht bei ddrmoped.de und akf. Woher bekomme ich sowas für die KR51/1? Im Zweifel auch das komplette Rücklicht. Mein altes war auch ziemlich Morsch durch Rost. Muss es doch noch neu geben, oder? Ich will eigentlich gerne ein originales und kein rundes anbauen.


    2) Ich dachte, bei dem Sauwetter draußen könnte man auch den Kabelbaum neu machen. Bekommt man irgendwo Kabel in den originalen Farben oder einen kompletten neuen Kabelbaum in ordentlicher Qualität? Die alten Kabel sind doch recht bruchgefährdet nach all den Jahren, denke ich. Ich würde aber ungern einfach irgendwelche Kabelfarben nehmen beim neumachen. In Göttingen konnte ich sowas bisher nicht auftreiben.


    Für Tipps wie immer dankbar ist,


    gregor

  • Bewahre das alte Rücklicht unbedingt auf! auch wenn es kaputt ist, zumindest das Glas kann man noch einmal verwerten. Für ein neues wirst du Ebay durchforsten müssen, aber die eckigen Rücklichter sind sehr selten.


    EBAY


    edit: Link angepasst. warum schafft vbulletin es eigentlich nicht Umlaute in links zu akzeptieren...

  • Hallo Gregor,


    ich war und bin mit diesem Kabelbaum sehr zufrieden:


    Schwalbenklinik - Kabelbaum KR51/1


    Ich weiß, der Preis scheint zunächst hoch zu sein, aaaaber: alle Kabel haben die die richtige Länge, die richtigen Farben,sind vernünftig vercrimpt und mit Kabelschuhen sowie Schrumpfschlauch versehen und der mitgelieferte Schaltplan ist auch klasse.


    Selbst ich als absoluter Elektrik-Laie habe es geschafft, damit eine Schwalbe zu verkabeln.


    Grüße


    Daniel

  • Also man kann den eckigen Sockel komplett aufarbeiten.
    Das milchige Glas bringt einem meist eh nix. Hier kommst du nicht drum rum ~40euro zu investieren und ein "neues" original DDR zu kaufen. z.B. bei deinem Händler vor Ort.
    Ein neues "Nachbau" reicht zwar erstmal, ist aber ohne E-Prüfzeichen also nicht zulässig.
    Gleiches gilt übrigens für die Blinker der Schwalbe.

  • Ich rate dann aber auch zu unisolierten Flachsteckhülsen, einer passenden Crimpzange und Isolationstüllen. Alles andere ist Murks. Dann lieber fertig gekaufte Kabelbäume.



    Warum?
    Ich habe mich da mal mit unserem Neuzugang im Betrieb unterhalten - jahrelanger KFZ-Mechatroniker bei BMW. Er meinte, dass er beide Sorten kennt, beide verarbeitet hat - und niemals mit den isolierten Probleme hatte. Es kommt eben auf die Verarbeitung der Steckkontakte und vor allem auch auf die Crimpzange an.
    Dass die Aderendhülsen- und Kabelschuhquetschzangen von Knipex so teuer sind, ist für den Hobbybastler natürlich ärgerlich. Im Großbetrieb, der Industrie und in der KFZ-Technik gibt's aber bei den Crimpverbindungen keine mir bekannten Probleme - aus eigener Erfahrung oder Nachfrage bei Leuten aus dem Bereich.

  • Ein interessantes Bild.
    Denn ich habe schon begonnen an mir zu zweifeln: ich kenn die roten Kabelschuh nämlich auch noch als bis 1,5mm² ausgelegt. So steht's auch auf der Crimpzange deines ersten Bildes.
    Nun hatte ich aber div. andere Crimpzangen in der Hand, da sind die roten plötzlich bis 1mm² ausgelegt.
    Was bitte ist denn da passiert?


    (Ansonsten schließe ich mich meinem Vorredner an. Und da kosten die Kabelschuh- und Aderendhülsen-Quetschzangen leider jeweils nunmal mehr, mitunter deutlich mehr als 100€.
    Argumente von der anderen Seite hätt ich trotzdem gern ... )

  • mein hauptargument ist, dass die meisten leute quetschhülsen kaufen und dann mit so einer zwofuffzich zange wie unten abgebildet verarbeiten. das wird immer kacke. gutes werkzeug ist nun mal die halbe arbeit.
    nur wenn man sich schon gutes werkzeug (lies: eine ordentliche crimpzange) kauft, kann man auch gleich die steckschuhe ohne isolierung verarbeiten. die crimpung rollt das blech des steckschuhs quasi so "lockig" zwischen die litzen und umschließt hinten mit einer crimpung von größerem durchmesser noch die isolierung. das sollte mechanisch mehr aushalten als ein oval gequetschtes röhrchen.
    mit schrumpfschlauch lässt sich das ganze hinterher wunderbar isolieren und alles ist fein.



  • Die "guten" Crimpzangen machen das genauso bei isolierten Steckschuhen. Das bunte Röhrchen hält selbst nicht allzuviel, sondern dient tatsächlich nur der Isolierung.


    100 Euro müssen es vielleicht nicht unbedingt sein, die meisten Zangen ab 30-40 Euro schaffen das auch. Wenn man eine Zange mit Kniegelenk hat (wie oben abgebildet) ist das schon ein Indiz für eine "gute".

  • Das Problem bei den "Isolierten" Kabelschuhen ist doch, das der Stecker in der Regel überhaupt nicht isoliert, sondern blank ist! Isoliert ist lediglich der Bereich, wo das Kabel mit dem Stecker verpresst wird. Von daher, sind diese Stecker eigentlich überflüssig.


    Natürlich gibt es isolierte Kabelschuhe, wo auch der Stecker isoliert ist. Diese sind aber eher seltener anzutreffen.


    Ich bevorzuge unisolierte Kabelschuhe. Die Isolierung lässt sich dann leicht, durch Isolierhülsen oder auch Schrumpfschlauch realisieren. Bei der Stoßverbindung von zwei Kabeln nehme ich jedoch lieber die isolierte Variante.


    Mit der gelben gezeigten "Micky Maus Zange" lässt sich weder die eine, noch die andere Sorte sicher und dauerhaft verpressen!


    Gruß Peter

  • Isoliert ist lediglich der Bereich, wo das Kabel mit dem Stecker verpresst wird. Von daher, sind diese Stecker eigentlich überflüssig



    Nicht wirklich.
    Zugegeben, im Bereich um 6 - 12V ist die Elektrik doch recht harmlos.
    Anders sieht es unter höheren Spannungen aus. Und generell gilt, dass man nicht an den Leitungen selber ziehen soll, sondern am Stecker. Denn sonst belastet man die Crimpverbindung übermäßig. Bei den haushaltsüblichen 230V-Leitungen sind im Regelfall (wenn's nicht gerade ein Billigprodukt aus ... ist) vorsichthshalber Zugentlastungen verbaut. Aber die sitzen auf dem Mantel - nicht auf den Adern direkt, mithin nicht auf der Crimpverbindung.
    In unseren KFZ-Fällen wird direkt an jener gezogen. Da man am Stecker ziehen sollte, sind isolierte angebracht, da sie den Menschen vor der evtl. noch anliegenden Spannung schützen sollen.


    Und ich verwende im Regelfall ausschließlich vollisolierte Kabelschuh. Nicht nur, dass man relativ problemlos am Stecker hantieren kann, selbst im ungebührlichen Fall unter Spannung zu arbeiten, sie schützen auch noch die Steckverbindung ein wenig besser vor Umwelteinflüssen - Wasser und Schmutz lagert sich schlechter ab.
    Mir ist es darüber hinaus zu viel Arbeit, das alles in mehreren Arbeitsschritten von Hand zu machen. Warum einen Kabelschuh mittels flacher Crimpzange 2x pressen und dann noch von Hand eine Schutzkappe drüberziehen (die man nicht vergessen haben sollte, vorm Aufcrimpen bereits auf die Leitunge gezogen zu haben) und vllt. noch aufschrumpfen, wenn man es direkt haben kann?



    Was mir an dem obigen Bild erstmal nicht sonderlich gefällt, ist die starke Veränderung des Leitungsquerschnitts. Der wird ja auf Länge der Crimpverbindung geradezu halbiert.
    Da nun aber kenne ich mich zu wenig aus und weiß nicht recht, wie es zu berechnen wäre (abgesehen von den generellen Berechnungen zu notwendigen Leitungsquerschnitten in Abhängigkeit vom zu erwartenden Stromfluss und der Leiterlänge) - mir scheint aber, dass womöglich die oben vorgestellte unisolierte Variante eine geringfügig stärkere mechan. Verbindung auf Kosten der möglichen Stromstärke macht. Ich könnt mir vorstellen, dass sich die Quetschungen stärker bei gleichem Stromfluss erwärmen als bei Verwendung einer Crimpzange, wie sie damaltor vorgestellt hat.


    Nun, ich kann euch zumindest auf dem Laufenden halten, wie sich meine Pressungen halten werden. Ich baue mir ja gerade einen eigenen Kabelbaum zusammen, verwende vollisolierte Kabelschuh und ordentliche Aderendhülsen und entsprechende Zangen. In 1-1,5 Monaten lege ich regulär mit meiner Simson zwischen 1500 und 2000km bei jedem Wetter zurück. Da gibt's genügend Vibrationen und Belastungen.

  • Der Leitungsquerschnitt wird nicht großartig verändert, das sieht nur auf den ersten Blick so aus. Die Anzahl der Kupferlitzen ist immer noch die gleiche, die wird nur "breitgedrückt". Eine wesentliche Veränderung des Querschnitts ist das nicht, nur die Form ändert sich.

  • Nicht wirklich.
    Zugegeben, im Bereich um 6 - 12V ist die Elektrik doch recht harmlos.



    Nun ja, genau darum geht es doch bei den Simmen, oder nicht?


    Wenn alle, die ihre Kabelbäume mit neuen Steckern versehen, sie so verpressen würden, wie hier gezeigt, gäbe es auch weniger Probleme damit.

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