neuier zylinder und kolben

  • zuerst einmal solltest du den (neuen) zylinder noch einmal demontieren und alle scharfen kanten (an den überströmern, ein- und auslass) mit feinem schleifpapier brechen (sprich abrunden). das ist gut gegen kolbenklemmer und noch besser für die laufleistung der garnitur.


    beim einfahren ist gar nicht soo viel zu beachten. während der ersten 500 km mischst du etwas fetter (1:40 bis 1:33) und vermeidest fahren mit schweren lasten (soziusbetrieb).
    in den ersten 150 km keine beschleunigungsorgien und nur ganz kurzzeitiges vollgas. nach 500 km sollte der motor eingefahren und vollgasfest sein.


    gruß aus kiel

  • Ich hab auch ne neue ganitur drin.


    kann man nicht auch den motor einfach mal 5 std im standgas laufen lassen? ja, ich weiß, die umwelt aber ich wohne in hannover stadt und da muß man halt im verkehr mitschwimmen...



    gruß aus hannover


  • Geht das überhaupt? Stirbt sie dann nicht den Hitzetot bei "einfach mal 5 std im standgas laufen lassen".
    Bei Gebläse o.k., aber KR51-2?


    gruss
    RR

  • Aber bitte nicht 500km schleichen und dann voll stoff!!!


    Das ist genau das gegenteil von dem, was man beim Einfahren bewirken möchte!


    Die Garnitur möchte an die späteren Betriebszustände herangeführt werden.


    Also nix mit Halbgas für200km und danach 300km 3/4 gas^^


    Die Belastung stetig steigern, sonst könnt ihr euch das einfahren sparen.


    Hier mal eine Anleitung von einem wirklichen Simson Profi:


    • Neuen Motor einbauen + anschließen.
    • Benzingemisch 1:20.
    • Dann im Stand laufen lassen ca. 5 Minuten bis der Zylinderkopf Wärme hat.
    • Dann stell ich den Leerlauf ein, Luft und Anschlag.
    • Danach gebe ich kurz hintereinander im Stand mehrmals Gas damit der Motor bis ca. halbe Drehzahl gelangt. Gas quasi nur antippen.
    • Danach Motor aus.
    • Wenn der Zylinder abgekühlt ist das man ihn anfassen kann trete ich wieder an und lass
    • das Moped im Stand ca. 5 Minuten laufen.
    • Ab und an Gas antippen damit der Motor kurz bis 3/4 Drehzahl hochdreht.
    • Nach den 5 Minuten lass ich den Motor wieder abkühlen.
    • Dann zieh ich den Kopf nach, trete das Moped erneut an und fahre los.
    • Dabei lass ich den Motor in den untersten Drehzahlen laufen, so das er geradeso vorwärts rollt.
    • Bei 40 ist schon der letzte Gang drin.
    • 10-15 Minuten müssten reichen.
    • Dann lass ich den Motor wieder abkühlen und dann gehts eigentlich richtig los.
    • Antreten, 200-300 Meter fahren rein zum warm werden und dann beschleunige ich 1. 2. 3. voll durch, so als wäre der Motor schon Jahrelang im Dienst.
    • Nur den letzten Gang, den lass ich in schön niedrigen Drehzahlen gleiten, rein damit der Motor wieder abkühlen kann.
    • Dann erneut 1. 2. 3. voll durch.


    Wenn man das 5-10 Mal gemacht hat geht es erst auf größere Fahrt.


    Davor aber noch etwas wichtiges:


    • Nämlich wieder 1. 2. 3. voll durch, die 4 rein und ca. 5 sekunden Vollgas stehen lassen.
    • Dann gleich Zündung aus und mit gezogener Kupplung ausrollen. Nur so sagt dann die Kerze etwas über Vollgas aus.
    • Also Kerze raus und ansehen. Wenn die Farbe dunkelbraun bis schwärzlich ist gehts auf größere Fahrt.
    • Dabei dann nie länger als 3 sekunden Vollgas.
    • Bergauf ist immer heikel. Schlecht zu beurteilen wo genau der Motor heiß wird. Hineinfühlen ist angebracht.
    • Dauerhaft Vollast schadet (Vollgas ist nichts anderes).


    Man kann quasi bis 10 zählen und schon klemmts. Daher mein Rat, nie länger als 3 sekunden und die muss der Motor ab können.

  • Zitat von bluerider


    • Bei 40 ist schon der letzte Gang drin.


    Also dann drehst du den Motor aber richtig hoch. Bei mir ist der 4. Gang bei 40 eingelegt, wenn ich aus meiner Schwalbe alles rausholen will.

  • Zitat von Palme


    Also dann drehst du den Motor aber richtig hoch. Bei mir ist der 4. Gang bei 40 eingelegt, wenn ich aus meiner Schwalbe alles rausholen will.


    wie geht das denn :shock: wenn ich meine s51 richtig hochdrehen lass is bei 55-60 der vierte drin, und das schafft die locker...

  • Zitat von kruemel

    wie geht das denn :shock: wenn ich meine s51 richtig hochdrehen lass is bei 55-60 der vierte drin, und das schafft die locker...


    also ich weiß ja nicht, wie dein motor geschaffen ist, aber mein motor schafft die 60 km\h.... nicht mehr und nicht weniger und da kann ich mit dem 3. gang nicht auf 55 km\h hochdrehen. Da würde er auseinander fliegen.

  • je nach wartung, baujahr, bedingungen beim fahren und plauze des fahrers ham simmen nunmal schwankungen in den höchstgeschwindigkeiten, die tachos sind auch nich grad die genauesten......
    gab doch letztens erstnen schwanzvergleichs-thread im bezug auf " meine is schneller"

  • dem einfahren wird viel zu viel beachtung geschenkt. diese aktion mit 5 min an, 200m mit 30, dann 3,7 sec beschleunigen und danach 10 min konstant im 3. gang fahren ist doch riesenunfug. aber tut, was ihr nicht lassen könnt.

  • Und 1:20 gibt nur ne riesen schweinerei in der Abgasanlage.... das ist nun wirklich zu viel des guten.... beim einfahren gehört 1:33 mineralisch innen Tank. Ich find die Einfahranleitung ein wenig merkwürdig. ich glaube kaum das dass jemals jemand inner DDR gemacht hat, und trotzdem gibts Motoren die bis heute unverändert ihre 65kmh schaffen, ohne jemals einen Klemmer gehabt zu haben. Allgemein werden solche sachen ein wenig übertrieben, ich wundere mich jedes mal wenn ich sehe was die Leute so in Tank und Getriebe kippen :|


    Meine Meinung: haltet euch an die Herstellerangaben, denn dafür sind die Motoren ausgelegt!


    mfg FAT-TONY

  • servus,
    ich würde mal behaupten wollen das es auch sehr abhängig von der qualität
    des zyliders und kolbens abhängig ist was am ende dabei rauskommt!
    hab ma in ner mopedwerkstatt gearbeitet und da waren manche Zylinder so schlecht verarbeitet das man den kolben nicht mal durchfädeln konnte weil es einfach zu straff ging!
    waren übrigens zylinder vom beliebten m.... vertrieb


    mfg votan

  • nahezu alle neuen zylinder kommen von mza!
    ABER: es gibt mindesten 3 verschieden sorten für 50ccm des m541! wenn man den alternativhersteller2 wählt, ist klar, warum da nur dreck bei rauskommt.

  • da ja weiter oben diese "tolle" einfahranleitung (einjeder bilde sich selbst ein urteil darüber) gepostet wrude, habe ich mich mal hingesetzt und die einfahranleitung aus dem hertweck abgeschrieben. anmerkungen von mir sind grün markiert


    Die ersten 100 Kilometer


    Beim werksneuen Motor kein Problem. Man kann ihn - da er ja schon gelaufen hat - vom Fleck weg mit ziemlich viel Gas fahren. Richtwerte: In der Ebene im Vierten kann er mit 80% der Höchstgeschwindigkeit (bei uns wären das also ca 50 Km/h), sofern dazu nicht gerade Vollgas nötig ist. In Steigungen und bei viel Gegenwind ist die GEschwindigkeit gleichgültig, man zieht dann das Gas nur zu 2/3 auf, ganz gleich in welchem Gang und bei welcher Geschwindigkeit. Man fährt eben nicht Vollgas. Bummeln ist aber witzlos, damit tut man weder dem Motor noch sich selbst einen Gefallen, laufenlassen ist viel wichtiger, der Motor soll ja unter Last warm werden. Nach 25-30 Kilometern zieht man auf einem ebenen Stück mal Vollgas auf und achtet darauf, ob der Motor dieses Vollgas "annimmt", ob er also lebhaft anzieht und beschleunigt.
    Fabrikneue Motoren werden das tun.
    Ausgeschliffene und erstmal zusammengebaute Motoren werden das meist nicht tun - der Motor beschleunigt zwar, aber sehr müde. Dann wieder Gas zurück auf 2/3 und noch mal 25-30 km obendrauf setzen. Dann wieder Vollgas - da wird er schon wesentlich lebendiger wegziehen, denn nach 55-60 km tragen die Kolbenringe schon rundum, wenn auch vielleicht noch nicht überall in der ganzen Höhe.
    Hat der Motor diesen Beschleunigungsversuch mitgemacht, dann lässt man das Gas mal eine ganze Minute lang voll offen - zwei Finger auf der Kupplung und ein Ohr in Richtung Motor, damit man gut hört ob er den Ton ändert oder gar klemmen will - dann natürlich schleunigst Gas weg und auskuppeln. Aber auch nach einer glatt verlaufenen Vollgasminute Gas wieder auf 2/3 zurück, denn jetzt ändert sich die Fahrtaktik.


    Falls die erste Vollgasminute ertragen wurde:


    1-2 Kilometer mit 2/3 Gas, dann wieder eine Minute voll. Wieder zwei km mit 2/3 Gas, wieder eine Minute voll. Man wird nach einem halben Dutzend solcher Spielchen - die rund 25 km in Anspruch nehmen - feststellen, dass der Motor von mal zu mal mit mehr Schwung wegzieht. Darauf lässt man Vollgas mal länger als eine Minute stehen, sagen wir mal zwei. Finger immer an der Kupplung und Ohr nach vorn. Es ist Geschmackssache, ob man danach noch Zweiminutenspielchen und Dreiminutenspielchen exerzieren will - ein höherer Ministralbeamter bringt das vielleicht fertig. Ich hatte dazu noch nie die Geduld. Wenn bei mir ein Motor im Laufe der der ersten paar Minutenspiele immer lebendiger wurde, dann ließ ich noch immer - also gegebenefalls schon nach 50 - 60 Gesamtkilometern - Vollgas gleich für mehrere Minuten stehen, vor allem auf der Autobahn. Meist vertrugen die Motoren dieses Dauervollgas anstandslos, zuweilen wurden sie auch deutlich erst mal müde und änderten den Ton. Dann natürlich weg mit dem Gas, ein paar Minuten 2/3 Gas, dann aber wieder langzeitig voll. Immer mit dem vorsichtigen Finger an der Kupplung, Ohr nach vorn. Bis die ersten 100 km voll sind.


    Falls die Vollgasminute nicht vertragen wurde:


    Bei fabrikneuen Motoren ein böses Zeichen, da sitzt ein Wurm drin. Bei ausgeschliffenen Zylindern fast (aber nur fast!) die Regel. Da hilft dann nichts als noch mal 25-30 km mit 2/3 Gas. Und erneuter Versuch mit Vollgasminute. Wird sie jetzt vertragen, reatiert der Motor also mit deutlicher Beschleunigung, dann wird weiter verfahren wie vorhin beschrieben. Also zwei bis drei bis sehr viele Vollgasminuten. Ist noch keine deutliche Beschleunigung da, dann noch mal 30 geduldige 2/3 Gas km. Ist aber auch nach 100 km noch keine deutliche Beschleunigung bei Vollgas da, dann stimmt entweder die Zündung nicht, oder der Vergaser. (Vorrausgesetzt, dass Kurbelwelle und Getriebe in Ordnung sind, udn da beim Bauen nichts vermauert wurde!)
    Wichtig ist allein, dass der Motor von 2/3 Gas bis Vollgas lebhaft anzieht. Dazu muss er gebracht werden, dann erst darf das Spiel mit den mehreren Minuten Vollgas gespielt werden.


    Eigene Anmerkung: Diese Anleitung wurde generell für Motorräder Anfang der 60er Jahre erstellt. Da unsere kleinen Motörchen ja später meist mit Dauervollgas gefahren werden, sollte man nach den ersten 100 km die Vollgasstrecken langsam länger werden lassen, und nach 400-500 km mal an einem ruhigen Tag eine verlassene Straße entlang fahren udn ganz stur Vollgas stehen lassen. Ohne Gnade versucht man, einen Klemmer zu provozieren (natürlich wieder mit dem vorsichtigen Finger). Dann fährt man nach Hause, und nimmt den Zylinder noch mal runter, und überprüft, ob an Kolbenbolzen, Pleuelauge oder Bolzenbohrung im Kolben Hitzespuren zu finden sind. Wenn ja ist die jeweilige Passung zu eng und muss nachgearbeitet werden. Meist wird dies jedoch nicht der Fall sein.

  • [quote='totoking']zuerst einmal solltest du den (neuen) zylinder noch einmal demontieren und alle scharfen kanten (an den überströmern, ein- und auslass) mit feinem schleifpapier brechen (sprich abrunden). das ist gut gegen kolbenklemmer und noch besser für die laufleistung der garnitur.


    Guten Morgen.
    Habe mir gerade eine neue Garnitur bestellt und bin über das obenstehende gestolpert.
    Meine Frage:
    Wenn ich da mit Schleifpapier dran will, muss ich ja mit dem Schleifpapier in den Zylinder.........
    Wenn ich dann notgedrungen auch an der Lauffläche rumschleife, ist das nicht schlecht?
    Ich meine, ich hätte mal gelesen, dass Zylinderlaufflächen speziell "über Kreuz"
    geschliffen werden, damit der Schmierstoff gut an der Lauffläche haftet.
    Andererseits würd ich natürlich gerne vor dem Einbau entgraten,
    wenn es etwas bringt (und das wird es wohl, habe ich jedenfalls schon öfter gehört/gelesen).
    Danke und einen schönen Tag.
    Nuntius


    15.06.2008:
    Guten Morgen.
    Habe jetzt die Kanten ganz leicht mit einer Nagelfeile gebrochen, hat gut funktioniert mit einer aus Pappe.
    Einen schönen Tag.
    Nuntius

  • das mit dem kreuzschliff stimmt. kanten brechen empfiehlt sich aber auch. du sollst ja nciht mit dem schleifpapier im ganzen zylinder rumfuhrwerken, sondern nur ein paar mal über die kanten schmirgeln, sodass sie sich nicht mehr scharf anfühlen. und nimm keine 80er körnung ;-)

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